Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Tonga

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Tonga, Nuku'alofa
Organisation und Kontakt:
Ministry of Health| Vaiola Hospital| Kingdom of Tonga
Telephone: (676) 23200 ext 1356 | Mobile: (676) 77-55739
Ansprechpartner vor Ort:
Dr. 'Amanaki Huufifalelotu Fakakovikaetau
(Chief Dental Officer)
E-Mail: afakakovikaetau@health.gov.to und latu.amanaki@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Insgesamt 1 Jahr. Es ist sicher sinnvoll, sich frühzeitig um eine Zusage aus seinem Wunschland zu kümmern (inkl. Flug), die eigentliche Planung der Reise (Spenden etc.) jedoch erfolgt 2-3 Monate vor Famulaturbeginn. Imfpungen (Hep A/B, Typhus). Wir haben insgesamt über 60 Firmen angeschrieben und haben von den wenigsten eine Rückmeldung oder Zusage erhalten. Plant also ausreichend Zeit für die Spendensuche ein.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Deutsche Touristen benötigen für einen Aufenthalt bis zu 31 Tagen kein Visum. Für einen längeren Aufenthalt kann man sich kostengünstig und unbürokratisch im 'Immigration Office' auf Tongatapu ein Visum für 90 Tage besorgen.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der Großteil der Spenden wurde sechs Wochen vor Famulaturbeginn per DHL nach Tonga geschickt – ohne Probleme! Einen Teil (hauptsächlich Hygieneartikel) wurde im Koffer transportiert.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

Wir haben alle Spenden in unserem normalen Gepäck mitgenommen und hatten keinerlei Probleme mit dem Zoll oder der Fluggesellschaft. Auf Tonga solltet ihr vor der Taschenkontrolle direkt sagen, dass ihr für Dr. Amanaki arbeiten werdet. Das hat uns aufwendige Kontrollen erspart. Ein zusätzliches Freigepäckstück hat uns Singapore Airlines leider nicht gestattet.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch. Bei täglich auftretenden Verständigungsproblemen mancher Patienten übersetzten Zahnarzthelferinnen in die Landessprache.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Der Tätigkeitsschwerpunkt lag im wesentlichen im Bereich der Notfallversorgung. Tief kariöse, frakturierte oder PA-geschädigte Zähne liegen an der Tagesordnung, sodass meist nur noch die Extraktion bleibt. Die Famulanten extrahierten zu 80% Zähne, die restlichen 20% bestanden aus Füllungen, welche westlichem Anspruch allerdings nicht mal im Ansatz gerecht werden und es einem als Behandler schwer fällt, die Patienten so zu entlassen. Es lag auf der Hand, dass die Füllungstherapie auf Tonga die Extraktion nur um einen mehr oder weniger langen Zeitraum raus schiebt und die Patienten darunter zum Teil zu leiden haben. Auch die Behandlung von Kindern spielt auf Tonga eine wesentliche Rolle. Die Famulanten begleiteten das Team des Mali-Mali-Programms zu Schulen (Zähneputzen+Fluoridierung) und hatten auch auf dem Behandlungsstuhl täglich Kinder und Jugendliche.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
1. Gruppe: Flug hin/rück (Frankfurt-Singapur-Aukland-Tongatapu): 1.600 €
1. Gruppe: Weitere Flüge (drei Innlandsflüge): ca. 260 €

2. Gruppe: Flug Emirates: Frankfurt – Dubai – Sydney à 1200€ Hin und Rückflug
2. Gruppe: Flug Fiji Airways: Sydney – Nadi (Fidschi) – Nukua’lofa (Tonga) à 400€ Hin und Rückflug
2. Gruppe: Flug Real Tonga: Nukua’lofa – Vava‘u à 300€ Hin und Rückflug

Unterkunft: Backpackers Townhouse Tongatapu = 54 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer (10% Rabatt auf die 60TOP die es eigentlich kostet)
Unterkunft: Port of Refugees Vava’u = 54 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer
Unterkunft: Ofu Backpackers = 90 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer (inklusive Transfer)
Unterkunft: Evalonis Guesthouse Ha’apai = 60 TOP pro Nacht für eigenen Bungalow
Unterkunft: Matafonua Lodge Ha’apai = 200 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer
Unterkunft: AirBnB ca. 30€ pro Nacht

Verpflegung: Einkaufsmöglichkeiten: primär Chinashops (Tante-Emma-Läden). Preise im Supermarkt sind für viele Sachen teurer als in Deutschland da fast alles importiert werden muss
Essen gehen: Meist günstiger im Vergleich zu Deutschland
Ausgaben während der Reise: 1.400 €

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Es lässt sich erahnen, dass die gesamte Flugreise recht anstrengend ist und man sich gerne zwei Tage zur Erholung und Eingewöhnung in Tonga gönnen sollte. Auch ausreichend bewegen.
Großen Rucksack mitnehmen, da man auf Innlandsflügen nur 15kg Reisegepäck mit sich führen darf.
Autan/No Bite und genug 50er Sonnencreme mit hohem LSF einpacken, vor allem letzteres.
Außerdem Mosquitonetze für das Bett und schnell trocknende Mikrofaserhandtücher. Zu empfehlende Reiseführer sind z. B. Lonely Planet und DuMont. Da auf Tonga fast alles importiert werden muss, ist alles etwas teurer. Auch das wohnen in der Südsee ist kein Schnapper. Daher plant das Budget lieber etwas großzügiger ein.

Nicht alle Spenden in der Hauptklinik in Tongatapu abgeben! Theoretisch soll es von dort auf die umliegenden Inseln verteilt werden, was aber nur bedingt der Fall ist. Am besten etwas zurückhalten und persönlich bei der Ankunft in den kleineren Kliniken überreichen.
Bei der Art der Spende gilt: Je einfacher desto besser! Zahnbürsten, Füllungsmaterialien (am besten Cetac) und Desinfektionsmittel, Lokalanästhetika, Bonding/Komposit und Endofeilen ist das was am meisten benötigt wird. Abzuraten ist von Spenden wie beispielsweise Spritzenaufsätze, da in Tonga welche aus dem amerikanischen System verwendet werden, und europäische Spitzen nur als Staubfänger helfen.

Unbedingt Sonnencreme und Mückenspray mitnehmen, vor allem in der Sommerzeit.
Tonga ist ein sehr religiöses Land und hat einen Monarchen beides ist Tongaern heilig. Sonntags steht das Leben still auf Tonga und der gesamte Tag ist dem Gebet und das feiern der Messe vorbehalten, dementsprechend hat nichts geöffnet und man trifft auch kaum jemanden auf der Straße.

Gerade auf Ha’apai ist es sehr schwer frische Nahrungsmittel zu kaufen. Es gibt kaum Alternativen zu Keksen und Süßigkeiten. Das Ha’apai Beach Resort bietet jedoch ein sehr gutes Menü an und ist quasi die einzige Alternative zur Selbstversorgung (20-30 TOP). Die anderen Inseln sind besser mit Lebensmitteln ausgestattet. Probiert unbedingt Fisch auf Vava’u. Der ist direkt am Hafen für kleines Geld erhältlich und super frisch. Die Lebensmittel sind zum Teil deutlich teurer als in Deutschland. Plant also ein ausreichend großes Budget für eure Versorgung mit ein.

Sonntage sind auf Tonga heilig. Hier steht die Zeit vollkommen still. Es fahren keine Taxis und alle Restaurants haben geschlossen. Ein guter Tipp sind Fahrten zu den kleinen Inseln Fafa Island, Atata oder Pangaimotu. Die werden auch sonntags angeboten und sind dann die einzige Möglichkeit etwas zu unternehmen.

Wir haben uns eine ausländische Sim Karte im lokalen Digicel (Vodafone) Shop geholt. Die ist kostenlos und kann je nach Wunsch mit einem Guthaben aufgeladen werden. 6 GB Datenvolumen kosten 20 Top. Selbst auf den kleinen Inseln hat man fast überall LTE oder 3G.

Zum Abschluss…
"Ein Land in dem Sachen irreparabel und für immer kaputt zu sein scheinen. Ein Land in dem es keine Fahrpläne gibt und die Zeit einfach langsamer zu vergehen scheint. Ein Land sonnengeküsst mitten im Pazifik."

"Abschließend möchten wir jedem empfehlen eine Auslandsfamulatur zu machen! Wir hatten unvergessliche Wochen auf Tonga und konnten zahnmedizinisch und persönlich einiges dazu lernen."

"Ihr wünscht euch eine Reise in die Südsee, türkisblaues Wasser, weiße Strände, Palmen und Kokosnüsse… Dann ist eine Famulatur im Königreich Tonga genau das Richtige für euch."


Famulaturbericht vom 13.04.2017 in Tonga

2016: Tonga

Von: Lukas Kneib und Joel Krümmelbein (Uni Marburg)
Organisation: Ministry of Health
Zeitraum: 27.02.2016 - 02.04.2016

Mit dem Gedanken einer Auslandsfamulatur beschäftigten wir uns spätestens nach dem Physikum. Zu Beginn des siebten Semesters und somit ein knappes Jahr vor der Reise wurden unsere Pläne zusammen dieses Abenteuer zu bestreiten dann konkret. Die Homepage des ZAD beantwortet dank zahlreicher genereller Informationen über eine Auslandsfamulatur bereits eine Menge Fragen. Die Adressliste, insbesondere bezogen auf die eMails, bedarf leider einer Aktualisierung! Da einigen eMail-Anfragen die berühmte „not delivered-returned to sender“-Antwort folgte, beschlossen wir aufs Geradewohl eine Menge der Länder anzuschreiben. Viele akzeptierten die Anfrage und schickten Bewerbungsunterlagen mit. Hinsichtlich der Auswahl des Zieles ist es jedoch sehr hilfreich, sich die Erfahrungsberichte früherer Famulaturen durchzulesen. Vor unserem geistigen Auge sahen wir uns in einem Land mit niedrigeren Standards unter Palmen Zähne ziehen. Wir stießen auf einige Berichte aus Tonga – besonders erwähnen möchten wir den von Matthias Kelch von 2013. Der im Bericht erwähnte Dr. Amanaki antwortete umgehend auf unsere Email-Anfrage und nur wenige Tage später hatten wir eine Bestätigung des Ministry of Health des Kingdom of Tonga im Postfach. In den Semesterferien 2016 würden wir für knapp sechs Wochen nach Tonga gehen und hauptsächlich im Vaiola-Hospital arbeiten. Nun hatten wir ca. neun Monate Zeit zur Vorbereitung.

Umgehend suchten wir die Adressen verschiedenster Dentalfirmen heraus und fragten für Spenden an. Teilweise bekamen wir sofort Produkte zugesendet, andere wiederum sollten wir kurz vor der Abreise noch einmal anschreiben. Es lässt sich sagen, dass die Firmen sehr spendabel sind. Aus unserer Erfahrung lässt sich sagen, dass Dr. Amanaki und das Vaiola Hospital die Studenten hauptsächlich wegen der Spenden arbeiten lassen. Beide Seiten profitieren sehr gut von diesem Agreement. Bei den Spenden sollte man sich neben Hygiene- und Eigenschutzprodukten auf provisorische Füllungsmaterialien konzentrieren. Gerne versenden Firmen Hochglanz-Komposit-Packungen, deren Wert die letzendliche Anwendung im Vaiola jedoch nicht gerecht wird. Zur Arbeit an sich später mehr.

Um das Königreich Tonga auf dem Globus zu finden, dreht man diesen einmal um 180 Grad. Die Flüge ließen wir über ein Reisebüro buchen. Man sollte erfragen, ob es möglich ist, vor oder nach dem Aufenthalt in Tonga, noch ein paar Tage beispielsweise in Neuseeland oder Australien zu reisen. Unsere Flüge: Hin: Frankfurt – Singapur (8 Stunden Aufenthalt); Singapur – Auckland (11 Stunden Aufenthalt über Nacht am Flughafen); Auckland – Tongatapu. Rück: Tongatapu – Sydney (23 Stunden Aufenthalt; Hostel (!)); Sydney – Singapur (10 Stunden Aufenthalt, Besuch der Stadt); Singapur – Frankfurt.

Es lässt sich erahnen, dass die gesamte Flugreise recht anstrengend ist und man sich gerne zwei Tage zur Erholung und Eingewöhnung in Tonga gönnen sollte.

Unterkunft: In vielen Reiseberichten wird auf der Hauptinsel von Toni´s Guesthouse gesprochen. Eigene Recherchen ließen uns an dieser Unterkunft zweifeln und wir wählten das Backpacker´s Townhouse nahe dem Stadtzentrum von Nuku‘alofa. Das von der sehr freundlichen Tongaerin Yvette geführte Guesthouse hat den Flair einer Wohngemeinschaft mit vier Doppelzimmern im Haupthaus und einem zusätzlichen 8er-Dorm. Positiv in Erinnerung bleibt, dass die Gemeinschaftsräume, insbesondere die Küche, jeden Tag gereinigt werden. Die Terrasse im Innenhof lädt zu Gesprächen mit anderen Reisenden ein und Downtown ist nur fünf Gehminuten entfernt. Dieser Vorteil ist nicht zu unterschätzen, denn „ab vom Schuss“ zu sein, ist in Tonga nicht immer einfach, wenn es um so banale Dinge wie einkaufen und ein Bierchen trinken geht. An der Hauptstraße nicht weit von unserer Unterkunft nahmen wir jeden Morgen einen der lokalen, privaten gefahrenen Busse zum Vaiola-Hospital.

Leben auf Tongatapu

Tongatapu ist die flächenmäßig größte Insel des Königreiches Tonga und das Leben spielt sich hauptsächlich in der 30.000-Einwohner Hauptstadt Nuku‘alofa ab. Die Zeit auf der Hauptinsel sollte man hauptsächlich für den Erfahrungsgewinn im Vaiola Hospital nutzen, die typischen Katalog-Bilder von Südseeinseln wird man auf Rundreisen zu den anderen Inselgruppen Tongas finden.

Wir teilten unsere Zeit in Tonga folgendermaßen auf: 14 Tage Tongatapu, 18 Tage Rundreise Vava’u und Ha’apai, und wieder 10 Tage Tongatapu, davon verbrachten wir noch drei auf Eua.

 In Nuku’alofa begegnet man sehr offenen und freundlichen Menschen. Das Lebensgefühl ist sehr „laid back“, die Familie steht im Mittelpunkt des Lebens und konkurriert nur noch mit der Tätigkeit des Essens. Dennoch darf man kein hohes kulinarisches Niveau erwarten, insbesondere die Städter lassen sich von der billigen, westlichen Plastik- und Importnahrung genauso wie von frittiertem verführen. Dieser Lebensstil, den schon die uniformierten Schulkinder annehmen, schlägt sich besonders in unserem Fachgebiet nieder. Neben dem Übergewicht der Mehrzahl der Bevölkerung begegnet man täglich Gebissen, die Opfer der hochkalorischen Nahrung sind. Leider bietet die Hauptstadt keinen Stadtstrand, an freien Tagen oder am Wochenende kann man per Bus oder Taxi Strände auf der Insel erreichen oder fährt per Boot auf die vorgelagerten Mini-Inseln und nutzt eines der Pauschalangebote. Diese Angebote sind besonders für Sonntage zu empfehlen, da dort das Leben stillsteht. Per Gesetz soll sich der Tonganer auf die Erholung, das Essen und die Kirche konzentrieren, weshalb Busse und Taxen stehen und Geschäfte geschlossen bleiben. Ein Besuch der Gotteshäuser wird in jedem Reiseführer empfohlen.

Das Dental-Departement des Vaiola Hospitals ist es erst seit wenigen Jahren in den recht modernen Gesundheitskomplex eingezogen. Im Behandlungsraum findet man 10 Behandlungseinheiten. Es gibt ständig besetzte für die Prothetik, Prophylaxe und Füllungstherapie, die von tongaischen ZahnärtInnen besetzt sind. Für die ausländischen Famulanten stehen ständig zwei, bis drei Einheiten zur Verfügung. Grundsätzlich wird man erstmal eingeteilt, die Patienten von ihren „lästigen“ schmerzenden Zähnen zu befreien. Leider sprechen wenige Patienten gutes Englisch, man kann aber für Übersetzungen und fachliche Fragen gerne auf die tongaischen Mitarbeiter zu gehen. Füllungen gibt man in den ersten Tagen an die einheimischen Zahnärzte ab, somit schraubt man die Zahl seiner Extraktionen schnell in die Höhe. Rasch gewöhnt man sich an den PA-Geruch, Skrupel legt man leider sehr schnell ab, denn nicht immer lassen die Indikationen zur Extraktion sich für uns 'Westler' komplett nachvollziehen. Gerne darf man aber auch Füllungen oder Wurzelkanalbehandlungen auf Nachfrage machen, es sollte einem aber bewusst sein, dass weder das Level der Hygiene mit dem unseren vergleichbar ist, noch sind immer alle Materialien vollständig oder griffbereit. Obendrein herrscht durch viele Spenden ein Mix an verschiedenen Werkstoffen und man ist zum Teil zum Experimentieren gezwungen.

Empfehlenswert ist die Teilnahme am Mali-Mali-Programm. Das von Japan finanzierte Projekt sorgt dafür, dass jede Schule der Insel einmal wöchentlich von Mitarbeitern des Dental-Departements besucht wird. Unter Anleitung putzen die Kinder auf dem Schulhof gemeinsam die Zähne und erhalten eine Ladung flüssigen Fluorids am Ende der Prozedur. Der hohen Zahl an jungen Patienten im Vaiola nach zu urteilen, sorgt diese Maßnahme für das einzige Zähneputzen pro Woche bei vielen der Teilnehmer. Dennoch berichteten uns die Mitarbeiter des Mali-Mali-Programms von einem positiven Effekt des Programms, welcher sich in den letzten Jahren abgezeichnet haben soll.

 

Vava'u

Nachdem wir die ersten zwei Wochen komplett im Vaiola gearbeitet hatten, beschlossen wir per Innlandsflug zu den Vava'u Inseln zu reisen. Mit einem Kleinflugzeug, welches seinem Namen wirklich alle Ehre macht und für Personen mit Flugangst nicht zu empfehlen ist, ging es zur ca. 50min entfernter Inselgruppe im Norden. Bei den Innlandsflügen ist unbedingt zu beachten, dass lediglich Reisegepäck von 15kg erlaubt ist (plus leichtes Handgepäck). Es empfiehlt sich ein großer Rucksack für das Insel-Hopping. Vom Flughafen aus, welcher aus einer Landebahn und Häuschen besteht, ging es für uns nach Neiafu, der einzigen Stadt Vava'us und von dort aus direkt weiter mit Taxi und Boot nach Mala-Island. Dort warteten wie im Vorfeld besprochen Marcus, Marius, Tim und Christopher auf uns, vier Zahnis aus Aachen, welche wir an unserem ersten Tag im Vaiola kennen gelernt hatten. Wir verbrachten bei besten Südseewetter 6 Tage auf Mala-Island, fuhren Kajak, schorchelten und genossen einfach die Idylle. Im Anschluss an diese 6 Tage ging es für uns für zwei Nächte nach Neiafu. Wir übernachteten im 'Backpackers Adventures', einer am Standard gemessenen verhältnismäßig teuren Unterkunft, aber leider hat man in Neiafu nicht viele Möglichkeiten unter zu kommen. Wir besuchten zwei Tage die Klinik in Neiafu und gaben auch dort mitgebrachte Spenden ab. Allgemein lässt sich sagen, dass man seine Zeit auf Vava'u und Ha'apai besser anders verbringen sollte, als in der Klinik. Möglichkeiten hierfür gibt’s auf jeden fall genug! In Neiafu gab es bis zum Mittag maximal 4 Patienten zu versorgen und wir wurden bereits um 11:00 Uhr nach Hause geschickt. In der Klinik gibt es 3 Behandlungsstühle, zwei Zahnärztinnen und wohlmöglich den einzigen ZahnarztHELFER weltweit. Gemessen am Bedarf verfügt die Klinik hier wirklich über genügend Materialien, dennoch sind sie auf Lieferungen aus Tongatapu angewiesen. Nach unserem Kurzaufenthalt in Neiafu ging es für zwei Nächte nach Ofu-Island, einer weiteren kleinen Insel, deren Besuch auf jeden fall empfehlenswert ist. Während unserer Zeit auf den Vava'u gingen wir zwei Tage mit Ricki Ticki, einem ausgewanderten Tauchlehrer aus Neuseeland, tauchen, welcher in Neiafu ein 'One-Man-Unternehmen' betreibt. Für alle tauchbegeisterten ist Ricki ein echter Geheimtip! Für ca. 70 Euro pro Tag gab es zwei Tauchgänge, Schnorchel-Stopps, einen kleinen Snack und einen erfahrenen und sympatischen Ricki – Ausrüstung inklusive. Wer mit großen Fischen rechnet ist als Taucher in Tonga sicherlich falsch aufgehoben, aber die Unterwasserlandschaft ist einzigartig!

Ha'apai

Die 51 Inseln der Ha'apai Gruppe sind mit Sicherheit die mit Abstand ruhigsten Inseln Tongas. Auf der Hauptinsel Lifuka befindet sich der Hauptort Pangai durch den eine einzige Straße führt an der sich neben drei Einkaufsläden das 'Mariners Café' befindet, welches man für Infos rund um die Inseln auf jeden fall aufsuchen sollte. Wir verbrachten eine Nacht im 'Evalonis Guesthouse' in Pangai bevor es weiter nach Uoleva-Island ging. Schon die 30 minütige Anreise per Boot war ein Südseeerlebnis der besonderen Art, einfach ein Traum. Auf Uoleva verbrachten wir zwei Nächte im 'Captain Cook Hideaway' einem kleinen Resort ohne Strom, dessen Inhaber Sonny uns sehr herzlich bewirtete. Einen Besuch von Uoleva möchten wir wirklich jedem ans Herz legen – Paradies pur! Der Strand wurde 2014 nicht umsonst zu einem der drei besten Strände der Welt gekürt. Unsere restliche Zeit verbrachten wir in der 'Matafonua-Lodge' im Norden, deren Besuch wir ebenfalls empfehlen möchten. Vom Standard her war Matafonua mit Sicherheit die beste, wenn auch teuerste, Unterkunft während unserer Zeit auf Tonga. Die Lodge hat eine sehr gute Präsenz auf Facebook, guckt euch dort einfach mal um, Bilder sagen oft mehr als 1000 Worte...

 

'Eua

Die Insel 'Eua liegt etwa 40km südöstlich der Hauptinsel Tongatapu und ist per Flugzeug (10min, 180 TOP) oder Fähre (3h, 20 TOP) zu erreichen. Wir entschieden uns für die Fähre und lernten den pazifischen Ozean von seiner weniger schönen Seite kennen. Nach 3h auf rauer See können wir jedem bescheinigen, dass die in die Innlandsflüge investierten 644 TOP gut angelegtes Geld sind, denn eine Fährtfahrt von Tongatapu nach Vava'u (ca. 23h) möchten wir uns auch nicht nur im Ansatz vorstellen! 'Eua ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Vulkaninsel ist landschaftlich ein Kontrast zum Rest Tongas. Djungel und Steilküsten prägen das Bild der Insel. Wir verbrachten 2 Nächte im 'Hideaway' direkt an der Küste und wanderten im Nationalpark mit seinen bis 800 Jahre alten Bäumen. Selbstverpflegung ist auf 'Eua ziemlich kompliziert, wenn auch möglich, man sollte dennoch überlegen sich für den Kurzaufenthalt nicht unbedingt selber Verpflegen zu müssen, das macht die Reiseplanung deutlich einfacher, da man für gewöhnlich mit nicht mehr als einem Rucksack auf die Fähre geht.

Abschließend möchten wir jedem empfehlen eine Auslandsfamulatur zu machen! Wir hatten unvergessliche Wochen auf Tonga und konnten zahnmedizinisch und persönlich einiges dazu lernen. Natürlich kam auch der Urlaubs-Faktor nicht zu kurz und es empfiehlt sich die Zeit am anderen Ende der Welt sinnvoll zu nutzen – wenn man schon mal dort ist ;) Aus diesem Grund sollte man genug Zeit einplanen, eine Aufteilung  3 Wochen Arbeit / 3 Wochen Urlaub ist angemessen, aber auch ausreichend. Wir stehen jedem, der eine Auslandsfamulatur auf Tonga macht, gerne für Rückfragen oder ähnliches zur Verfügung, unsere Adressen findet ihr unten.

Bedanken möchten wir uns ebenfalls bei den Firmen Haraeus Kulzer, Bausch Dental, Dentsply, Henke-Sass, Wolf GmbH, ESPE, Pluradent und Septodont welche unsere Reise durch Ihre Sachspenden unterstützt haben.

Übersicht Preisniveau Tonga (1 Euro = 2,5 TOP):

1 Woche 'Backpackers Townhouse' Tongatapu 350 TOP, Airport-Transfer Tongatapu 40 TOP, drei Innlandsflüge 644 TOP, Vava'u Ofu Island 90 TOP inkl. Transfer, Ha'apai Captain Cooks Hideaway 60 TOP, Kiste Ikale (Bier) auf Tongatapu 48 TOP, Fish&Chips Take Away Tongatapu 7 TOP, Sonnencreme 65 TOP, 3 Ananas auf Vava'u 5 TOP, Müsli Tongatapu 20 TOP, Eua 'Hideaway' inkl. Essen und Wanderung (2 Nächte) 135 TOP

 

Joel Krümmelbein                                  Lukas Kneib                                                  

joel-kruemmelbein@web.de               LukasKneib@googlemail.com