Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Philippinen

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Philippinen, Insel Siquijor
Organisation und Kontakt:
"German Dental Care Siquijor"
Herr Wulf Feinhals
W.feinhals@web.de
Weitere Unterstützer dieses Projekts:
„Dental Volunteers e.V.“
Frau Dr. Agnes Wagner
info@dental-volunteers.com
aus Rottach-Egern in Oberbayern

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Für die Vorbereitungen wurden ca. 10 Monate benötigt. Eine frühe Flugbuchung ist in der Regel für die Kosten von Vorteil. Zudem müssen Impfungen beachtet werden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja, ein Visum ist auf den Philippinen notwendig, wenn man länger als 30 Tage bleiben möchte.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten leider relativ wenig Spenden und diese in den eigenen Koffer transportiert. Es gab keine Probleme bei der Einfuhr.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Auf den Philippinen kommt man mit Englisch bereits sehr weit. Die Famulanten haben vornehmlich Jugendliche behandelt, die ihr Schulenglisch genutzt haben, um sich zu verstehen zu geben. Es gibt auf den Philippinen sehr viele unterschiedliche Sprachen, sodass Englisch eine der Amtssprachen ist. Werden kleinere Kinder behandelt, so gibt es in der Regel eine Helferin, die die Sprache der Kinder spricht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Die Famulanten haben in dem Projekt geholfen Zahnpasta und Zahnbürsten in vielen kleinen Bergschulen zu verteilen. Weiter haben sie Schulklassen untersucht und diese dann in der kleinen Zahnklinik behandelt. Es handelte sich um Füllungs- und Extraktionstherapien bei Schülern.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Internationale Flüge (Frankfurt-Hongkong-Cebu): ca. 860€
Inlandsflüge (Cebu-Dumaguete): ca. 85€
Flughafengebühren bei Rückflug: ca. 18€
Reiserücktrittsversicherung: ca. 37€
Fähre (Dumaguete-Siquijor): ca. 10€
Reisepass: ca. 60€
Visum: ca. 30€
Impfungen (je nach Versicherung): ca. 420€
ZAD-Kosten: 10€ (plus 50€ Pfand)
Mückenschutz (Netz und Antibrumm): ca. 40€
SIM-Karte-Philippinen: ca. 20€ für 4 Wochen
Unterkunft: ein kleiner Raum mit Bad wird in der Klinik gestellt; möchte man komfortabler wohnen sind die Preise natürlich sehr unterschiedlich ab 10€/Nacht
Verpflegung: sehr unterschiedlich; in der Schulkantine ist das Essen für sehr kleines Geld zu bekommen; in Touristenresorts ungefähr 10€ pro Mahlzeit
Fahrtkosten vor Ort: die Unterkunft der Famulanten lag ca. 7 KM von der Klinik entfernt, und man kann, wenn man nicht anspruchsvoll ist und Wartezeiten einplant, für 1-2€ am Tag hin- und herkommen

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Generell ist eine frühzeitige Planung ratsam, sodass man einen günstigen Flug bekommt und Zeit für die notwendigen Impfungen hat.
An der Verpflegung sollte nicht gespart werden. Das Essen in den Resorts ist den Famulanten gut bekommen und auch abgekochtes Leitungswasser war in Ordnung. Aber Achtung, dieses ist sehr kalkhaltig.
Man muss sich dem Land anpassen: Anfangs hatten die Famulanten relativ schlechtes Wetter, sodass es zu Schulausfällen und damit auch zu Behandlungsausfällen kam – das ist natürlich schade, wenn man viel mehr machen möchte, als möglich ist.

Zum Abschluss…
"Insgesamt möchten wir jedem eine Famulatur ans Herz legen, der Fernweh und Lust auf einen Kulturschock hat. Für uns wird es sicherlich nicht der letzte Auslandseinsatz gewesen sein…"
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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Philippinen, Bugko Northern Samar
Organisation und Kontakt:
Mabuhay -St.Francis of Assisi Primary Health Care Program,
Ansprechpartnerin:
Sr. Sabine Korth (Sabine-korth@web.de) oder Dr. Linder (doclindner@yahoo.de)
www.mabuhay-stfrancis-healthcare.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Ein Jahr bevor die Famulanten eine Auslandsfamulatur machen wollten, hatten sie angefangen sich zu informieren und etwa ein halbes Jahr vor Beginn den Platz in Bugko bekommen. Dies war ausreichend Zeit Spenden zu organisieren, Flüge zu buchen etc. Die Unterkunft wurde von der Mabuhay Klinik zur Verfügung gestellt.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
30 Tage kann man mit einem deutschen Reisepass ohne Visum auf die Philippinen reisen. Da dies für die Famulatur zu kurz war, haben die Famulanten ein Visum für 59 Tage im Voraus beantragt. Das Visum kostet in zwischen 30€ - 60€.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der Verein Mabuhay – Hilfe zum Leben e.V. mit Sitz in Bonn bietet die Möglichkeit die gesammelten Spenden per Container auf die Philippinen zu verschiffen. Man muss seine Spenden lediglich an die Adresse in Bonn schicken. Die Famulanten hatten allerdings auch viele Materialien mit dem eigenen Gepäck mitgebracht.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch ist ein Muss um sich mit den Mitarbeitern zu verständigen. Die beiden Helferinnen der Zahnstation übersetzen im Umgang mit den Patienten dann gerne auf Wharay-Wharay was eine Kommunikation auch mit Patienten, die kein Englisch sprechen möglich macht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Die Zahnstation der Klinik verfügt über zwei Behandlungseinheiten in denen die Famulanten sehr selbstständig Patienten behandeln konnten. Sehr gut betreut wurden sie dabei von Dr. Georg Lindner, einem sehr erfahrenen Zahnarzt, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand. Das Behandlungspektrum bewegte sich vor allem in der konservierenden und chirurgischen Zahnmedizin.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Flüge: 800€
Unterkunft und Verpflegung: 10€ am Tag (insgesamt 300€)

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?

Das abgeschlossene 8. Semester ist Voraussetzung für die Famulatur in der Mabuhay Klinik. Eine gewisse Eigeninitiative und Selbständigkeit wird auch gerne gesehen und man sollte bereit sein auch bei anderen nicht medizinischen Projekten der Klinik zu helfen.
Die Organisation durch Sr. Sabine und Sr. Veronica ist außergewöhnlich gut und bei der Verpflegung und Unterbringung wird man toll versorgt. Insgesamt herrscht eine super Stimmung und ich habe sehr viel lernen können. Ich kann eine Famulatur in der Mabuhay St. Francis of Assisi Klinik nur empfehlen.

Zum Abschluss…
"Insgesamt möchten wir jedem eine Famulatur ans Herz legen, der Fernweh und Lust auf einen Kulturschock hat. Für uns wird es sicherlich nicht der letzte Auslandseinsatz gewesen sein…"
"Ich kann eine Famulatur in der Mabuhay Klinik nur von ganzem Herzen empfehlen und hoffe sehr nach meinem Staatsexamen selbst nochmal dort zu behandeln."


Famulaturbericht vom 26.04.2017 in Philippinen

2017: Philippinen

Von: Christina Bachmann und Rebecka Scheele (Uni Göttingen)
Organisation: Dental Volunteers e. V.
Zeitraum: 05.01.2017 - 07.02.2017

 

Ein kleiner uniinterner ZAD Vortrag hat uns in unserem Vorhaben, eine Auslandsfamulatur zu absolvieren, bestärkt. Die Erfahrungsberichte von anderen Studenten sprachen für sich.

Unmittelbar nach unserem Staatsexamen an der Universitätsmedizin in Göttingen sollte es soweit sein. Wir schauten uns verschiedene Länder und Famulaturberichte an und schon bald wurde klar, dass uns die Philippinen am meisten reizen.

Phlippinen

Da eine vom ZAD genannte Famulaturstelle in unserem Zeitraum bereits besetzt war (ca. 8 Monate vorher), machten wir uns allein auf die Suche nach einem zahnärztlichen Projekt auf den Philippinen. Wir wurden auf den Zahnarzt Wulf Feinhals und seine kleine Zahnklinik aufmerksam, die sich unter dem Namen „German Dental Care Siquijor“ auch auf facebook finden lässt. Auf diese Weise konnten wir einen ersten Kontakt zu Herrn Feinhals herstellen und auch über Bilder einen ersten Eindruck bekommen. In einem Telefonat erzählten wir Herrn Feinhals von unserer Überlegung sein Projekt für circa fünf Wochen zu unterstützen. Er berichtete von den Anfängen, in denen es um die Entwurmung vieler Schulkinder ging und darum die Wasserversorgung in den Schulen herzustellen. Im Sommer 2015 wurde dann die kleine Zahnklinik in einer der Elementary Schools inLarena errichtet und mit zwei Einheiten ausgestattet. Zeitgleich bestand auch der Kontakt zu Frau Dr. Wagner von Dental Volunteers e.V. , die das Projekt gern unterstützen wollte und den Kontakt zu Herrn Feinhals suchte. So bekamen wir dann auch die offizielle Zusage von Frau Dr. Wagner per email. Damit konnten dann die Vorbereitungen richtig beginnen: Der Flug wurde gebucht, Spenden wurden angefragt, Impfberatungen im Tropeninstitut vereinbart und vieles mehr.

Am 4. Januar startete unser Flug von Frankfurt über Hongkong nach Cebu. Dort hatten wir vier Stunden Aufenthalt und nahmen einen Inlandsflug nach Dumaguete. Von dort mussten wir eine Fähre nehmen um auf die kleine Insel Siquijor zu gelangen. Abends gegen 20 Uhr kamen wir sehr erschöpft an und trafen uns am nächsten Morgen direkt mit Herrn Feinhals, um das weitere Vorgehen zu besprechen und um die Ausstattung der Zahnklinik kennen zu lernen, sowie unsere Spenden einzubringen.

Die Woche begann mit der Untersuchung einer 10. Klasse. Es wurde schnell klar, dass jedes Kind einen größeren Behandlungsbedarf aufwies. Die Kinder bekamen eine Bescheinigung, welche Zuhause von den Eltern unterschrieben werden musste. Die Schüler und Schülerinnen hatten dafür einige Tage Zeit und wir nutzten diese um mit einem Dentalbus die entlegenen Bergschulen zu besuchen. Dort wurden Spender mit fluoridierter Zahnpasta und Zahnbürsten für jedes Kind verteilt. Die Gastfreundschaft in den Schulen war enorm. Und die Kinder freuten sich sehr über den seltenen Besuch. Auch wurde kontrolliert ob die Wasserversorgung gegeben ist. Besonders in den höher gelegenen Dörfern gibt es nahezu kein fließendes Wasser. Einige Kinder laufen 1,5 Stunden zu ihrer Schule und bringen in einer Literflasche ihren täglichen Wasserbedarf mit.

Es wurden täglich ca. 5 Kinder von der Schule abgeholt und von Herrn Feinhals persönlich in die Dentalklinik gefahren.

Dort machten wir eigenständig Füllungstherapien und unter Aufsicht von Herrn Feinhals auch die Extraktionstherapien. Die Betreuung war sehr gut, denn auch nach einem abgeschlossenen Staatsexamen weiß man hier und da nicht weiter…

 

 Philiippinen Palmen

Die Klinik war überraschend gut ausgestattet und Instrumente wurden in einem Autoklaven aufbereitet. Dennoch führten kleinere Unwetter-phasen zu Schulausfällen und damit zum Ausfall unserer Behandlung. Auch mit Stromausfällen muss man auf Siquijor jederzeit rechnen, sodass dann auch Behandlungen unter-brochen werden müssen. In diesen Momenten wird einem wieder bewusst, dass man sich dem fremden Land anpassen muss. Wir hätten gern noch mehr Zeit in die Behandlungen investiert, aber haben auch die Zeit genossen die Schulen und die Menschen kennen zu lernen.

 Philippinen Welcome visitors

Im Großen und Ganzen kann man die Famulatur besonders empfehlen, wenn man dem Stress der deutschen Arbeitswelt entfliehen möchte. Wie zum Beispiel nach dem Staatsexamen. Herr Feinhals legt auch großen Wert darauf, dass man bereits eigenständig arbeiten kann und freut sich deshalb

über Studenten, die die Auszeit nach dem Staatsexamen suchen.

 

Es besteht die Möglichkeit in der kleinen Zahnklinik unterzukommen. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Raum mit Bad und einer Küchenzeile mit Waschbecken. Es ist ein eher spartanisch eingerichteter Raum und da wir private Verbindungen zu Einheimischen hatten, haben wir eine andere Unterkunft gewählt. Eine warme Mahlzeit kann man unter der Woche in der Schulkantine günstig zu sich nehmen, aber auch die Touristenresorts an der Südküste (San Juan) sind bezahlbar und bieten gleichzeitig tolle Strandabschnitte zum Erholen.

 Philippinen

Um auf der Insel von A nach B zu kommen, bietet sich entweder das Mieten eines Rollers an (ca. 300 PHP ~ 6€ / Tag) oder aber man nutzt die einheimische Vorgehensweise mit den Tricycles. Hier sind die Preise in der Regel zu verhandeln, besonders wenn man seine Herkunft nicht leugnen kann. Wir haben von unserer Unterkunft bis zu der Zahnklinik (ca. 6km) ca. 25 PHP ~ 0,50€ gezahlt, wenn man sich das Tricycle mit ca. 4 – 10 (!) anderen Personen teilt.

Insgesamt möchten wir jedem eine Famulatur ans Herz legen, der Fernweh und Lust auf einen Kulturschock hat. Für uns wird es sicherlich nicht der letzte Auslandseinsatz gewesen sein…

 

Bei Fragen zu dieser Famulatur meldet euch gern unter rebecka.scheele87@gmx.de.