Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Kambodscha

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Cambodia, Phnom Penh
Organisation und Kontakt:
Minimolars Cambodia e.V.
Dr. Ulf Zuschlag
Jungfrauenthal 1
20149 Hamburg
Tel.: 0176 / 219 323 71
E-Mail: smile@minimolars.de
Adresse in Kambodscha:
Angbodhinheng Pagoda
Street 39MC, #371
Sangkat Stong Meanchy
Kan Meanchy
Phnom Penh
Cambodia

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen wie z. B. die Suche nach einer Organisation sowie Flügen begannen ein dreiviertel Jahr zuvor. Unterkunft und Reiseziele für die Wochenenden wurden erst ca. ein viertel Jahr zuvor gesucht.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird benötigt. In diesem Fall wurde ein E-Visum für 37 $ (ca. 45€) beantragt. Der Preis variiert ständig! Da der Aufenthalt länger als 30 Tage war wurde es direkt in Cambodia einmal verlängert. Verlängerbar beim "Immigration Office" gegenüber Flughafen.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Einige Famulanten berichten, dass die Spenden selbst in einem extra Gepäckstück mitgenommen wurden, da Herr Dr. Zuschlag den Postversand nicht empfehlen konnte. China Airlines hat den Famulanten zudem noch zwei Extrakoffer ohne Zuzahlung erlaubt. Probleme gab es somit keine.
Andere Famulanten berichten, dass es zwar keine Probleme beim Zoll gab, aber die Fluggesellschaft (QatarAirways) leider keine kostenlosen Spenden transportieren wollte. Jedoch sind 30 kg Freigepäck und 7 kg Handgepäck sehr viel. Somit konnten 20 kg Spendenmaterialien mitgenommen werden.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Gute Englischkenntnisse sollten vorhanden sein. In der Zahnklinik selbst übersetzen die Helferinnen in die Landessprache "Khmer". Empfehlenswert sind in jedem Fall Wörterbuch und Übersetzungsapps.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Prophylaxe, Aufklärung, Zahnextraktionen und Füllungstherapie bei Kindern und Erwachsenen.
Im Projekt durften die Famulanten gleich total selbstständig arbeiten. Ihr Spektrum ging von Prophylaxe über konservierende Zahnbehandlungen mit Komposit bis zu Extraktionen von Milch- und bleibenden Zähnen.
Eines der kambodschanischen Nationalgetränke ist der Zuckerrohrsaft, der direkt mithilfe von zwei Walzen aus den Zuckerrohrstangen gepresst wird. Dementsprechend kann man sich auch gut vorstellen wie die Zähne, vor allem die der Kinder, aussehen.
In der Klinik der Pagode wird mit einer Zahnarzthelferin und einem Zahnarzt zusammengearbeitet, die die Famulanten tatkräftig, vor allem beim Übersetzen, unterstützen.
Die Arbeitszeit war von Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug (Preis variiert je nach Reisezeit): ca. 600 € - 900 €
Unterkunft für vier Wochen (Airbnb): 200 €
Empfohlene Unterkunft durch MiniMolars (auf HP, über Airbnb): 450 €
Anderweitige Unterkunft: 5-12 $/Tag
Essen/Tag: ca. 3-15 $
Versicherungen: ca. 150 €
Impfungen und Arztbesuche im Voraus: 300 € (wird jedoch größtenteils von der Krankenkasse erstattet)
Gesamtausgaben für einen Monat ohne private Reisekosten vor Ort: ca. 1.700 €

Kleine Preisbeispiele:
Für ein leckeres Gericht in einem westlichen Restaurant kann man mit 6 - 8 $ auskommen. Ein Bund Bananen kostet unter 1 $.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Kambodscha ist an sich ein Land mit relativ geringem Preisniveau, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Waren gibt.
Lupenbrille auf jeden Fall mitnehmen.
Eventuell Fahrrad vor Ort für vier Wochen mieten oder kaufen und selbst zum Projekt fahren.
Hostel/Unterkunft im Süden Phnom Penhs suchen, da dies näher an der Arbeitsstelle ist.
Passende Literatur zur Kinderbehandlung mitnehmen; über Medikamentengabe bei Kindern und Schwangeren möglichst gut informieren.
Wichtigste zahnmedizinische Begriffe auf Englisch erlernen.
Es heißt, wer nach Kambodscha reist war erst dann in Kambodscha, wenn er auch in Ankor Wat war.
Vorher informieren, welche Spenden wirklich benötigt werden (Händedesinfektion ist z. B. wirklich Mangelware).
Einige Famulanten hatten keine Informationen bzgl. Ablauf oder anderen Famulanten erhalten. Explizit danach fragen.

Zum Abschluss…
"Abschließend würden wir eine solche Famulatur allen Interessierten ans Herz legen. Es ist eine einmalige Gelegenheit fremde Kulturen, ihre Bräuche und Gewohnheiten sowie Land und Leute kennenzulernen."

"Minimolars Cambodia e.V. ist eine super Einrichtung in einem tollen Umfeld um viele Erfahrungen zu sammeln!"

"Wir haben bei unserem Aufenthalt viel gelernt, tolle Menschen getroffen und möchten diese Erfahrungen nicht mehr missen."

"Generell kann ich jedem Zahnmediziner und jeder Zahnmedizinerin eine Famulatur im Ausland absolut empfehlen. Die Erfahrungen die man dort sammelt, bringen einem persönlich und für den (späteren) Beruf sehr viel und geben einem einen etwas anderen Blick auf zahnärztliche Behandlung.
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1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Cambodia, Phnom Penh
Organisation und Kontakt:
CWF-Cambodia World Family
www.cambodiaworldfamily.com
Dr. Ogle
E-Mail: ogle2354@yahoo.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen wie z. B. Impfungen, HIV Postexpo, Visum, Versicherung, Flug und Unterkunft starteten ein Jahr vorher.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
siehe oben

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
In diesem Fall traten keine Probleme auf. Die Famulanten konnten einfach durchgehen. Die Spenden mussten nicht einmal deklariert werden. In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
siehe oben

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Gearbeitet wird weitestgehend selbstständig. Es wird ein schneller Befund auf einem Befundblatt erhoben und der Behandlungsbedarf schriftlich festgehalten damit der nächste Behandler weiß was zu tun ist (in den seltensten Fällen schafft man alles in einer Sitzung, auch wenn die Kinder meist sehr geduldig sind).
Die Famulanten sind immer nach dem System: Schmerzbeseitigung-bleibende Zähne-Milchzähne, vorgegangen. Man sollte sich vor Augen halten, dass die Kinder eventuell lange keinen Zahnarzt mehr sehen werden.
Das Spektrum beinhaltet demnach meist GIZ Füllungen, Extraktion von zerstörten Zähnen und Wurzelresten sowie Kompositfüllungen (unter erschwerten Bedingungen) an bleibenden Zähnen. Der ganze Ablauf ist definitiv eine Umstellung, aber es ist erstaunlich wie schnell man an Sicherheit und Routine gewinnt.
Die Kinder sind meist sehr kooperativ und tapfer, die Verständigung, dank der Helferinnen, meist kein Problem. Die Gebisszustände sind nach europäischen Maßstäben fürchterlich, langweilig wird es selten.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
siehe auch oben
Flug (Preis variiert je nach Reisezeit): 750 €
Unterkunft pro Tag: 15 €
Verpflegung pro Tag: 4 €
Wasser: 1 € (Flasche)
Wasser am besten im Kannister kaufen, ist dann günstiger

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?

Die Famulanten hat etwas die schlechte Organisation bzw. Koordination der Freiwilligen gestört. Zu Spitzenzeiten waren neun Freiwillige für vier Stühle zuständig. TIPP: Am Besten vorher erfragen, wie viele Famulanten/Freiwillige vor Ort sein werden. Kann aber auch sein, dass die Organisation, z. B. durch kurzfr. Absagen, es selbst nicht weiß.
Es besteht auch die Möglichkeit für 1-2 Wochen in einem weiteren zusammengehörigen Projekt nahe Siansoukville tätig zu sein. Diesbezüglich einfach nachfragen, da dies wegen unsicherer Finanzierungssituation nicht immer möglich ist. Dort behandelt man dann ohne Aufsicht zusammen mit einigen Helferinnen Kinder der Umgebung.


Famulaturbericht vom 13.04.2017 in Kambodscha

2016: Kambodscha

Von: Alma Wiedenhofer, Daria Maria Wolf, Katja Köhr und Julia Flessa (Uni Regensburg)
Organisation: Mini Molars Cambodia e. V.
Zeitraum: 08.08.2016 - 04.09.2016

Vor knapp einem Jahr entschlossen wir uns den Traum einer Auslandsfamulatur in die Tat umzusetzen. Nach einigen Bewerbungsmails in diverse Länder bekamen wir glücklicherweise eine sehr schnelle Zusage von Mini Molars Cambodia e.V. Das Kinderhilfsprojekt in Phnom Penh wurde im August 2015 unter anderem vom Hamburger Zahnarzt Dr. Ulf Zuschlag gegründet.

Kambodscha Lichter

Los gingen die Vorbereitungen. Wir haben uns für den Fahrtkostenzuschuss des DAAD beworben und waren von dem vereinfachten Bewerbungsverfahren positiv überrascht. Zu viert hatten wir es bezüglich Sponsorensuche recht leicht, da jeder ein paar Firmen angeschrieben hat. Beim Buchen unseres Fluges hatten wir das Glück auf unserer Seite, denn beim Hinflug war bereits ein zweites Gepäckstück für unsere Spenden inkludiert. Somit blieb uns der Ärger wegen Kosten für Verschiffung, postalischer Sendung oder Zusatzgepäck am Flughafen erspart. Des Weiteren kümmerten wir uns um Schutzimpfungen und Visum. Hier war es am einfachsten das Visum direkt bei der kambodschanischen Botschaft in Berlin zu beantragen. Eine Unterkunft war über Airbnb ebenfalls problemlos zu finden. Wie sich im Nachhinein herausstellte hatten wir dabei besonders Glück: nur fünf Minuten mit dem Tuktuk entfernt, wohnten wir bei einer kambodschanischen Familie, bei der wir abends die einheimische Küche für 3$ pro Person genossen haben. (Kontaktiert gerne Christine über:

http://fortheloveofcambodia.org 

Am Anfang der Sommersemesterferien ging es dann endlich los. Nach einer langen und anstrengenden Anreise wurden wir von unserem „Gastvater“ mit dem Tuktuk vom Flughafen abgeholt. Dann kam erst einmal der Kulturschock. Strenge Gerüche, chaotischer Verkehr, viel Müll an den Straßen und das tropische Klima machten uns zu schaffen. Daher war die Anreise zwei Tage vor Arbeitsbeginn zur Eingewöhnung und Überwindung des Jetlags eine weise Entscheidung.

Kambodscha Zahnbehandlung

Das Projekt Mini Molars Cambodia e.V. befindet sich auf dem Gelände eines buddhistischen Tempels. Deshalb wurden wir an unserem ersten Arbeitstag von mehreren traditionell gekleideten Mönchen begrüßt. Das zahnärztliche Team vor Ort besteht aus zwei Helferinnen und einer Zahnärztin. Die Mädels haben uns jederzeit tatkräftig unterstützt und übersetzten für uns. Um den Behandlungsablauf effizient zu gestalten, wurde der Erstbefund der Patienten meist schon von der Zahnärztin im Wartebereich oder vor der Praxistür durchgeführt.

Kambodscha Team

Uns standen zu diesem Zeitpunkt insgesamt drei Behandlungsstühle zur Verfügung, wovon allerdings nur zwei mit Absaugung und Winkelstücken ausgestattet waren. Auf dem dritten Stuhl wurden lediglich Befunde aufgenommen und Extraktionen durchgeführt. Da wir zu viert vor Ort waren, bot es sich an in Zweierteams zu arbeiten. Unsere Tätigkeiten umfassten vor allem Füllungen, Zahnreinigungen und Extraktionen. Wir hatten aber auch mit Abszessen und parodontal geschädigten Gebissen zu tun. Normalerweise werden die Patientengruppen von Schulen aus der Umgebung organisiert. Da aber während unserer Famulatur gerade Schulferien waren, behandelten wir neben Kindern auch viele Jugendliche und Erwachsene. Nach kurzer Rücksprache mit der Zahnärztin durften wir sehr selbstständig behandeln. Dabei schätzen wir vor allem das Arbeiten ohne Zeitdruck. Selbst bei aussichtslosen Fällen und stressigen Situationen fand sich immer eine Lösung. Wir lernten selbstbewusster aufzutreten, bei akuten Problemen Ruhe zu bewahren und die Körpersprache unserer Patienten besser zu deuten. Unsere Arbeit hat uns unter anderem deswegen so gut gefallen, weil uns von den Patienten wahnsinnig viel Dankbarkeit entgegengebracht wurde. 

 Kambodscha Team

 

 

 

 

Da wir von Montag bis Freitag von 8-13 Uhr im Projekt tätig waren, hatten wir nachmittags genügend Zeit Phnom Penh zu erkunden. Empfehlenswert sind der Königspalast, die Silberpagode und das Nationalmuseum. Aufgrund der Vergangenheit des Landes gehören auch die Killing Fields und das Tuol Sleng Museum zu einem Aufenthalt in Kambodscha dazu. An den Wochenenden waren wir dann als typische Rucksacktouristen unterwegs. Die touristische Hochburg Siem Reap mit den Tempeln von Angkor Wat, die paradiesischen Traumstrände von Koh Rong und das verträumte Städtchen Kampot mit den Pfefferplantagen waren unsere Ziele. Nach unserem 4 wöchigen Aufenthalt in Kambodscha ging unsere Reise weiter nach Vietnam und Singapur. 

Rückblickend sind wir sehr dankbar für den Einblick in eine andere Kultur und unsere neu gewonnenen Freunde. Besonders die Herzlichkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hat uns begeistert. Vielleicht war es nicht das letzte Mal, dass wir dieses wunderschöne Land besucht haben.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Mitwirkenden des Projektes Mini Molars Cambodia , bei unseren Familien und bei folgenden Firmen für die großzügigen Spenden: Aesculap, Anja Flessa & Team, Bausch, DentalBauer, dm Regensburg, Druckerei + Verlag Esser, Dürr Dental, frasaco, GABA, TePe, Henry Schein, Heraeus, Komet, Meisinger, M+W Dental, Oral B, Septodont, Sparkasse Forchheim, Uniklinikum Regensburg, 3M Deutschland, Voco, West-Apotheke Forchheim/Buckenhofen.

Schee wors!

Eure Daria, Julia, Katja und Alma :)