Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Tansania

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Tanzania/ Uganda / Zanzibar
Organisation und Kontakt:
Dental Volunteers e. V.
Georg-Hirth-Str. 61
D-83700 Rottach-Egern
Dr. Agnes Wagner: agnes@wagner-dent.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Für die Vorbereitungen wurde ein ¾ Jahr benötigt. Eine frühe Flugbuchung ist in der Regel für die Kosten von Vorteil. Zudem müssen Impfungen, Versicherung, Reiseapotheke, Fahrtkostenzuschuss DAAD, Spenden und Visum beachtet werden. Auch die Unterkünfte wurden z. T. erst kurz vor Abreise oder sogar erst vor Ort in Afrika gebucht.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja. Für Tansania und Uganda wird jeweils ein Visum benötigt. Das Touristenvisum kostet 50 €. Über die Homepage des Auswärtigen Amts findet man alle Informationen.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten haben einen Flug über STA Travel gebucht (Ethyopian Airlines). Trotz Spendenerklärung des Vereins lange Diskussionen am Zoll in Tanzania. In Zukunft muss eine Spendenliste im Vorfeld bestätigt werden (am besten in Kooperation mit Projekt vor Ort). Eventuell auch genügend Dollar für die Beamten mitnehmen. Mit SWISS keine Probleme.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch. Vor Ort wird dann in Kiswahili / Kimassai übersetzt.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Die Famulanten sind während der Famulatur immer wieder an verschiedenen Orten gewesen und haben zahnmedizinische Hilfe geleistet. Sie haben viele Schulen besucht und die Kinder über Mundhygiene und Zahnmedizin aufgeklärt. Zudem haben sie die Kinder gescreent und behandelt. In Uganda haben die Famulanten eine Woche lang in einem Camp in einem kleinen Dorf behandelt und auch in zwei Krankenhäusern gearbeitet. In Tansania war die Zahnstation im Krankenhaus durch Spenden sehr gut ausgestattet. In Uganda haben die Famulanten mit dem Equipment von Dental Volunteers gearbeitet.
Generell: Screening, Scaling, Füllungen, Extraktionen.
Zahnarzt mit allen Aufgaben. Stuhl und Tisch waren immer vor Ort. 

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug von Düsseldorf nach Dar es Salaam und zurück: ca. 570 €
Flug vom Kilimanjaro Airport nach Sansibar: ca. 120 €

In Tansania: Kost und Logie waren frei. Wohnen im Gemeindehaus.
In Uganda: Kost und Logie waren frei. Wohnen bei den Eltern einer Zahnärztin.

Visum: 50 €
Reiserücktritts- und Abbruchversicherung: 50 €
Impfungen: 600 €
Reiseapotheke: 30 €
private Ausgaben vor Ort: 500 €

Die Transportkosten für Bus, Bajaji, Pickipicki und Dalladalla waren unfassbar günstig.
Bus (12h) von Dar es Salaam nach Mwanza für 45.000 TZS (18 €)
Die Bajajis kosten 2000 TZS und die Pickipickis (die Motorräder) nur 1000 TZS.

In Uganda kostete ein Wasser (1L) 2000-3000 UGX (0,60-0,90 Euro) und in Tansania 1000 TZS (0,40 Euro). Die Lebensmittel waren insgesamt in Tansania etwas günstiger als in Uganda.
Hotel Sansibar direkt am Strand mit Meerblick für 2 Nächte und 2 Personen, inklusive Wlan und Frühstück: 113 $.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Ggf. Krankenkasse wechseln, damit alle Impfungen und Malariaprophylaxe übernommen werden (TK, BKK bsp). Moskitonetze & Adapter mitnehmen, US-Dollar ebenso. Die Visakarte der Apobank hat nicht funktioniert, andere Visakarte und Girokarte schon (wenn Maestrozeichen drauf).
Sich keine großen Erwartungen machen, dann kann man nur positv überrascht werden.
Es war eine unfassbar schöne und erlebnisreiche Reise! Ich war allerdings immer wieder froh, nicht alleine als Frau zu reisen. Also mein Tipp: am besten in männlicher Begleitung reisen!
Zudem muss man in den touristischeren Orten aufpassen, als „Weißer“ nicht komplett übers Ohr gehauen zu werden. Es hat sich bewehrt immer viele Angebote einzuholen, zu vergleichen und zu verhandeln! In den weniger touristischen Orten mussten wir als „Weiße“ jedoch keinen Aufschlag bezahlen und mussten dort auch kaum verhandeln.

Zum Abschluss…
"Wir für uns können nur sagen, dass der Bedarf vor Ort immens ist, die Dankbarkeit riesig und die Herzlichkeit unerschöpflich. Wir können dieses Land und auch diese Partnerprojekte weiterempfehlen, für uns konnte diese Famulatur nicht besser sein!"
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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Tansania, St. Benedicts Health Center in Kitunda, Njombe und St. Joseph’s Mission Hospital in Peramiho
Organisation und Kontakt:
JINO e.V.
Dr. Johannes Pickers
Reeser Str. 382
46446 Emmerich am Rhein
E-Mail: jina.info@web.de
Tel.: +49 (0) 2822 980234

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Für die Vorbereitungen wurde ein 1 Jahr benötigt. Impfungen, Visum, Auslandsreisekrankenversicherung und Unfallversicherung, fakultativ Haftpflicht, Flug, Inlandsflüge, Safari.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja. Das Touristenvisum kostet 50 € (Volunteer-Visum).

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Hier gab es keine Probleme. Für 10 KG Extragepäck mussten 90 € bezahlt werden.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Extraktionen, Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen, Scaling, Assistenz

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Insgesamt: ca. 2.300 €
Wasser: ca. 2000 TSH pro 1,5 Liter

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
für Sansibar Dollar mitnehmen, ist hilfreich, aber auch kein Muss

Zum Abschluss…
"Wir haben Respekt und viel Faszination für dieses Land mit seinen abwechslungsreichen Landschaften und gastfreundlichen Menschen entwickelt und sind uns sicher, dass wir auf jeden Fall zurück kommen möchten."


Famulaturbericht vom 26.04.2017 in Tansania

2017: Tansania

Von: Lea Droste (Uni Würzburg)
Organisation: Dental Volunteers e. V.
Zeitraum: 15.02.2017 - 29.03.2017

Im Frühling 2016 begaben meine Kommilitonin Caro und ich uns mithilfe der Erfahrungsberichte des ZADs auf die Suche nach einem für uns passenden Hilfsprojekt für die Semesterferien Februar/ März 2017. Schnell kristallisierte sich Afrika als Wunschkontinent heraus, genauer gesagt Tanzania als unser Wunschziel. Als Küstenland Ostafrikas mit vielfältiger Natur (Kilimanjaro, Serengeti, Zanzibar), einer stabilen politischen Lage im In- und Umland, keinen überschießenden Ansteckungsraten diverser Infektionskrankheiten und einer Bevölkerung mit verschiedenen Völkergruppen wie dem Halbnomadenvolk der Massai, bot Tanzania uns eine reizvolle Mischung, die wir entdecken wollten. Nach verschiedenen Anläufen kam letztendlich die Zusammenarbeit mit dem Verein Dental Volunteers e. V. zustande. Dr. Agnes Wagner, die Vereinsvorsitzende, kündigte an, zusammen mit uns nach Projektpartner suchen zu können, aber, da der Verein in Tanzania noch keine vorherigen Projekte geleitet hatte, nichts versprechen zu können.

So begann eine monatelange, teils entmutigende Projektsuche, die sich letzten Endes jedoch bezahlt gemacht hat. Im Sommer 2016 begannen wir parallel mit der Spendenakquise. An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich für die großzügige Spendenbereitschaft bei Dürr Dental AG, Frasaco GmbH, Serag-Wiessner, transcodent, Septodont, Voco, Hahnenkratt, Dentsply Detrey GmbH, DFS, MW Dental, Legeartis, Bausch, DMG Dental, Henry Schein Würzburg, Ivoclar, Komet, Tepe, Deppeler, Schiffer, Zahnarztpraxis Jaguttis, und Freunden und Bekannten für Material- und Geldspenden.

Während der Vorbereitungen stoß als Dritte unsere Boxpartnerin Dani zu uns und komplettierte unser Trio. Ihr Examen stand vor der Tür, sodass sie uns als approbierte Zahnärztin bei der Famulatur begleiten würde. Im Herbst standen dann vier Projekte für uns fest: Unsere sechs wöchige Famulatur sollte mit einer Woche Aufenthalt im SOS Kinderdorf in Arusha beginnen, woraufhin eine weitere Woche in Moshi in Kooperation mit Childrens’s Aid Tanzania geplant war. Im Anschluss sollten zwei Wochen im SOS Kinderdorf Zanzibar folgen und als letztes ein Einsatz bei Hilfe für die Massai e. V. in Malambo, welches im Nordwesten Tanzanias an der Grenze zu Kenia nahe der Serengeti liegt. Dr. Wagner entschloss sich uns für die letzten beiden Projekte aus Interesse anzuschließen.

Vor dem Abflug am 15.02.2017 mit Ehtiopian Airlines über Addis Abeba zum Kilimanjaro Airport war jedoch ungewiss, ob das Arbeiten überhaupt realisierbar war. Als erste zahnärztliche Volontäre standen wir bzw unsere Partnerprojekte vor der Bürokratie Tanzanias. Um jedoch direkt vorweg zu nehmen: es hat alles wunderbar funktioniert! Und zwar mit Touristenvisum (Kosten ca 50€ pro Person).

Tansania SOS Dorf

Für zukünftige Volontäre: Medizinische Materialien, die eingeführt werden sollen, sollten am Kilimanjaro Airport angekündigt und genehmigt sein. Das erspart eine dreistündige Diskussion vor Ort.

Für Dani, Caro und mich ging es endlich nach Arusha, zum SOS Kinderdorf! Eine Woche behandelten wir dort die Kinder vom Medical Center aus, erlebten eine fantastische Betreuung und eine mindestens genauso gute Köchin! Im Anschluss ging es nach Moshi, der kleinen Stadt am Fuße des Kilimanjaro. Im Nyota Bed &Breakfast untergebracht, konnten wir leider nur bei einer staatlichen Schule und bei dem Community Projekt „Simba’s Footprint Foundation“ Demonstrationen machen und Zahnbürsten verteilen. Eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen ist in dieser Stadt sehr schwierig. Nichtsdestotrotz durften wir einen Tag auch im Dental Department des staatlichen Krankenhauses Mawenzi Hospital mitlaufen, was total spannend und eindrucksvoll war und wir gerne verlängert hätten.

Mit dem Bus ging es wiederum eine Woche später nach Dar es Salaam, von wo aus einen Tag später die Fähre nach Zanzibar ablegte. Dort arbeiteten wir knapp zwei Wochen zusammen mit Dr. Agnes Wagner bei dem dortigen SOS Kinderdorf. Die Einwohner Zanzibars sind zu 99% muslimisch, daher sind Kleidung, die Schultern und Knie bedecken, angebracht. Trotz erdrückender 35 Grad. Wir lernten, dass Zanzibar nicht nur ein Urlaubsparadies ist, sondern kulturell auch eine Erfahrung ist.

Sansibar

Dani verließ uns am Ende unseres Projektes auf Zanzibar, sodass wir zu dritt nach Arusha flogen um von da aus unseren letzten Einsatz vorzubereiten: „Hilfe für die Massai“ ist ein deutsches Projekt von der Krankenschwester Angelika Wohlenberg, welche seit Jahrzenten in Tanzania lebt und arbeitet. Unter ihrer Leitung gibt es eine Boarding School in Arusha und eine Primary School in Malambo, am Rande der Serengeti nordwestlich des Lake Natron. Malambo ist ein Massai Dorf. Die Massai sind ein Halbnomadenvolk, welches Viehherden durchs Land treibt. Das Projekt arbeitet seit Jahren gegen deren Antipathie von Bildung und die Beschneidung der Mädchen. Das wird versucht durch die Vermittlung des christlichen Glaubens und unserer Werte-  und Moralvorstellung. Mit einem Landcruiser ging es für uns über Stock und Stein auf einer achtstündigen Fahrt in das entlegene Dorf. Dort angekommen wurden wir von den fünf Volontären herzlich begrüßt. Alle Mitarbeiter leben auf dem Compound des Projektes, essen zusammen, sodass immer eine große Runde beisammen sitzt. Alle waren sehr bemüht, uns in die Massai-Kultur einzuführen und uns so viel wie möglich in der kurzen Zeit zu zeigen! Wir arbeiteten dort in der kleinen Krankenstation, screenten 209 Schüler der Primary School, sodass wir die Behandlungsbedürftigen im Nachhinein zu uns bitten konnten. Auch behandelten wir Lehrer und Einwohner des Dorfes.

Am Ende der 6 Wochen hatten wir ca 950 Zahnbürsten verteilt, 470 Patienten behandelt (+209 im Screening), 180 Füllungen gelegt und 80 Zähne gezogen.

Wir für uns können nur sagen, dass der Bedarf vor Ort immens ist, die Dankbarkeit riesig und die Herzlichkeit unerschöpflich. Wir können dieses Land und auch diese Partnerprojekte weiterempfehlen, für uns konnte diese Famulatur nicht besser sein!

Bei Fragen wendet euch gerne per Email an uns.

Lea Droste Email: leadroste@t-online.de