Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Nepal

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Nepal, Kathmandu
Organisation und Kontakt:
Nepal, Dhulikhel Hospital – Kathmandu University
Ansprechpartner in Nepal:
Dr. Dashrath Kafle
E-Mail: dashrath07@yahoo.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Einige Studenten haben sich drei Monate auf den Aufenthalt vorbereitet. Zur Vorbereitung gehört u. a. das Sammeln von Spenden, Sprachkenntnisse erlernen und Fahrtkostenzuschüsse beantragen.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja. Die Famulanten haben vor der Reise über die nepalesische Botschaft in Berlin ein Visum beantragt. Dies kostet für 90 Tage 100 USD und wurde innerhalb von zwei Wochen ausgestellt. Es besteht auch die Möglichkeit das Visum direkt am Flughafen von Kathmandu zu beantragen.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten sehr viele Spenden dabei. Die Fluggesellschaft Emirates hat ihnen auf Anfrage zusätzliches Gepäck genehmigt und der Zoll hat ebenfalls keine Probleme bereitet. In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Mit Englisch kommt man sehr weit. Aber die Ärzte übersetzen auch Nepali für die Famulanten.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
In Nepal arbeitet man in der Regel von Sonntag bis Freitag. Die Famulanten wurden aber für das ganze Wochenende freigestellt und hatten so auch während der Famulatur Zeit das Umland zu entdecken.
Die Zahnklinik des Hospitals hat die Famulanten mit ihrer Modernität und guten Ausstattung überrascht. Vor Ort sind sechs Bereiche vorhanden: die Oral Medicine, die von jedem Patienten einen Befund aufnimmt und dann in die jeweiligen Fachbereiche (Konservative ZHK, Kinderzhk, Oralchirurgie/ Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Prothetik und Kieferorthopädie) verteilt. Die Famulanten haben sich aufgeteilt und somit nahezu jeden Teilbereich kennengelernt. Sie durften auch selbstverantwortlich Patienten behandeln. Bei Fragen wurde ihnen immer sofort geholfen.
Das Hospital hat viele Outreachcenter. Die Famulanten durften auch einmal mitfahren. Diese Zentren werden regelmäßig besucht und es sind jeweils Humanmediziner und Zahnmediziner dabei. Dort werden die Notversorgungen durchgeführt, für die Menschen, die in schwer zugänglichen Bereichen leben und sehr lange zum Krankenhaus brauchen würden. Vor Ort konnten viele Zähne gezogen und somit auch viel praktische Erfahrung gesammelt werden.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Unterkunft/Verpflegung im Guesthouse des Hospitals: ca. 800Rp (ca. 8,00 €)/Zimmer
Der Betreiber dieses Hostels ist Min Lama (lamaabinash@yahoo.com)
Wasser kostet 30 - 50 Rps. (ca. 0,50 €). Die Busse sind generell sehr günstig.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Nepal ist ein wundervolles Land mit tollen Menschen. Man sollte offen sein für eine andere Kultur.
Die Famulanten haben sich im Tropeninstitut auch über notwendige Impfungen aufklären lassen, wobei Nepal nicht als Risikogebiet zählt. Trotzdem haben sie sich mit allen Grundimpfungen eingedeckt (z. B. Typhus, Cholera, Hep.A, Hep.B, Japanische Enzephalitis, usw.). Nur im Süden von Nepal besteht eine leichte Malariagefahr. Das Gute ist, dass die meisten Krankenkassen für die Impfkosten aufkommen.

Zum Abschluss…
"Wir haben in der Zeit der Famulatur am Hospital sehr viel gelernt und sehr gute Freunde gefunden."
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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Nepal, Kathmandu
Organisation und Kontakt:
Nepalmed e.V.
c/o Dr. Arne Drews
Straße des Friedens 27
D-04668 Grimma, Germany
Ansprechpartner in Deutschland:
Telefon: +49-3437-910329 (Praxis)
Telefax: +49-3437-910160
Email: nepalmed@gmx.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Der Flug wurde ca. drei Monate vorher gebucht. Die Unterkunft ergab sich erst ca. 1 ½ Monat vorher. Mit den Impfungen sollte rechtzeitig begonnen werden!

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja, es wird ein Touristenvisum für 90 Tage benötigt. Das kostet 100 US$. Es ist sinnvoll, sich dieses schon im Vorfeld zu besorgen, z.B. in der nepalesischen Botschaft in Berlin. Man entgeht damit langen Einreisezeiten.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten keine Probleme. In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Man sollte der englischen Sprache mächtig sein. Noch besser wäre natürlich Nepali. Die Nepalesen freuen sich riesig, wenn man etwas in ihrer Sprache sprechen kann. Die jungen Leute sprechen fast alle Englisch. Eine Verständigung ist also möglich.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Die Famulantin durfte außer zu assistieren, auch Füllungen, Extraktionen, Anästhesien und Zahnreinigung selber machen. Die stomatologische Station in Kirtipur ist gut ausgestattet, auch wenn die Geräte schon etwas älter sind.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
- 800 Euro Flug
- 340 $ Unterkunft mit Verpflegung für einen Monat
- 20 Cent für ein Busticket

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
….dass man für eigentlich sehr kurze Distanzen sehr lange mit dem Bus braucht.

Zum Abschluss…
"Wir haben in der Zeit der Famulatur am Hospital sehr viel gelernt und sehr gute Freunde gefunden."
"Ich bin froh, meine Liebe zum Reisen, dem Entdecken fremder Kulturen und Menschen, mit meinem späteren Beruf verknüpft zu haben."


Famulaturbericht vom 27.07.2017 in Nepal

2017: Nepal

Von: Robin Fernandez, Sebastian Köppert, Jens Dauben (Uni Würzburg)
Organisation: Dental Volunteers e. V.
Zeitraum: 18.02.2017 - 31.03.2017

„We in Nepal can do everything, but we cannot make it in time.“ Das meinte Prem, einer unserer Kontaktpersonen, zu uns, als wir ihn eines Tages darauf aufmerksam gemacht haben, dass wir unnötigerweise sehr viel Zeit mit Warten verbringen. Und leider hat sich das auch bis zu unserem Abflug nicht geändert. In Nepal mussten wir Abschied nehmen von deutscher Pünktlichkeit, Organisation und Planung. Man muss eben alles so nehmen wie es kommt.

 

Aber nun erstmal von Anfang an: Wir, drei Zahnmedizinstudenten im 8. Semester, haben knapp ein Jahr vor Antritt unserer Famulatur mit der Planung begonnen und uns auf die Suche nach einem Verein begeben, über den wir die Famulatur antreten konnten. Schnell wurden wir bei der Vorstandsvorsitzenden Dr. Agnes Wagner von „Dental Volunteers e.V.“ fündig, die uns schließlich nach Nepal vermittelt hat.  Mit der Famulaturbestätigung in der Tasche ging es erstmal daran unsere Eltern zu beruhigen, verschiedene Dentalfirmen um Spenden zu bitten und die nötigen Reiseschutzimpfungen in Angriff zu nehmen. Als dann auch noch die Flüge gebucht waren, rückte der Auslandseinsatz in immer greifbarere Nähe. Mit 90kg Gepäck auf drei Backpacks verteilt und zahlreichen Spenden (Fluorid, Grundbesteck, Extraktionszangen, Komposit, ganz vielen Zahnbürsten und -pasten, etc.) starteten wir dann endlich von Frankfurt am Main mit Turkish Airlines über Istanbul nach Kathmandu.

 

Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung ging es auch schon mit Rajeev, unserem Kontaktmann von hamromaya Nepal e.V., und Kasia, einer deutschen Zahnärztin, auch schon los nach Sindhukot. Die Fahrt mit dem Jeep war bereits das reinste Abenteuer: auf einem holprigen Feldweg, der in Deutschland eine solche Bezeichnung nicht einmal ansatzweise verdient hätte, ging es durch die schöne Gebirgslandschaft. Unterbrochen wurde die Fahrt nur von der Mittagspause und dem Erdrutsch, der die Straße komplett blockierte. Aber nach kurzem Lagecheck, über weite Umwege und mit einiger Verspätung sind wir dann doch endlich am Ziel angekommen. Nachdem wir unsere „Praxis“ in einem Klassenzimmer der dortigen Schule aufgebaut hatten, ging das Behandeln auch sofort los. Rajeev und der Englischlehrer, den wir liebevoll Mr Teacher nannten (sein Name war uns zu lang und zu schwierig auszusprechen), haben für uns übersetzt. Angefangen haben wir mit den Kindern der Schule. Von Fluoridieren über Füllungen bis hin zu ein paar Extraktionen war alles dabei. Meistens haben die Kinder auch gut mitgearbeitet und wir kamen zügig voran. Als die Schule beendet war und die Kinder nach Hause mussten, warteten noch ein paar Lehrer und Dorfbewohner auf ihren Check-up.

 Nepal

Zum Abendessen gab es dann von einer Dorfbewohnerin original gekochtes Dhal Bat, das nepalesische Nationalgericht schlechthin, das wir in den folgenden Wochen noch einige Male genießen durften. Am nächsten Tag haben wir noch die letzten Schüler zu Ende behandelt, unsere Mundhygieneinstruktionen durchgeführt, dabei mit den Kindern das Zähneputzen am Modell geübt und unsere mitgebrachten Zahnbürsten und -pasten verteilt. Mit zufriedenen Lächeln haben sich die Kinder von uns verabschiedet und für uns ging es wieder auf holpriger Straße zurück nach Kathmandu.  Ein paar Tage darauf ging es mit Marina, einer weiteren deutschen Zahnärztin, die uns ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende unserer Famulatur begleitet hat, und Shyam, unserem Kontaktmann von Dental Volunteers e.V., nach Budhakhani. Dort, mitten im Nirgendwo zwischen den Bergen, haben wir auf dem Feld gezeltet. Die nach dem Erdbeben zerstörten Gebäude der Dorfbewohner waren größtenteils nur mit Wellblech zu provisorischen Hütten repariert worden, behandeln konnten wir daher nur draußen auf der Straße, was wiederum auch sehr interessant war, da man nun bei jeder Behandlung ein Riesenpublikum hatte.

 

Der Andrang war so groß, dass wir jeden Tag früh angefangen und bis zum Einbruch der Dunkelheit durchbehandelt haben. Die Patienten sind teilweise sogar extra mit dem Bus zu uns gekommen, leider mussten wir trotzdem oft Patienten abends unbehandelt nach Hause schicken. Nach vier ereignisreichen Tagen ging es für uns mit viele neuen Erinnerungen wieder zurück nach Kathmandu.  Ein weiterer Einsatzort während unserer Zeit in Nepal waren die umliegenden Dörfer von Kusma. Unser Kontaktmann Prem, der mit seiner Familie in Kathmandu lebt, stammt ursprünglich aus Kusma und hat uns für zehn Tagen dorthin mitgenommen. Wir sind also jeden Tag mit dem Jeep in die umliegenden Berge hinaufgefahren und haben an verschiedenen Schulen Halt gemacht, um dort vorzugsweise die Kinder und Jugendliche zu behandeln. Besonders cool war unser freier Tag, an dem wir das bekannte Holi Festival feiern durften. 

 

Zurück in Kathmandu hatten wir noch ein letztes Projekt mit Rajeev in einer Sonderschule für geistig behinderte Kinder und Erwachsene. Zwölf der knapp 60 Kinder und Erwachsenen leben sogar dauerhaft dort, da sie Vollwaisen sind. Sie wurden entweder als Baby ausgesetzt oder von der Straße geholt. Wie die Lehrer uns berichteten, ist es in Nepal wohl leider gang und gebe behinderte Kinder auszusetzen oder in den Keller zu sperren.  Obwohl das unsere letzte Station war und wir in den vergangenen Wochen bereits viele Erfahrungen im Umgang mit Patienten gesammelt hatten, haben wir uns auf besondere Widrigkeiten beim Behandeln eingestellt, was sich allerdings zum Glück nicht bewahrheitete. Auch wenn die Compliance einiger weniger Kinder zu wünschen übrig ließ, hat dennoch alles hervorragend geklappt und wir hatten unheimlich viel Spaß beim Behandeln.

 

Alle waren sehr offen und haben uns herzlich empfangen. Die Schulleiterin hat sich sehr viel Mühe gegeben uns bei der teilweise doch schwierigen Übersetzung behilflich zu sein und war überaus dankbar über unser Kommen.   Alles in allem haben wir so während unserer Famulatur 1098 Menschen in Nepal in den Mund geschaut, die meisten davon waren Kinder, viel fluoridiert, unzählige Zähne und Wurzelreste gezogen, etliche Fissuren versiegelt und noch mehr Füllungen gelegt.  Wir haben in Nepal die Zeit zwischen unseren Einsätzen natürlich auch immer mit  ein paar Freizeitaktivitäten verplant.

 Nepal

So haben wir im Chitwan National Park im Süden Nepals viele wilde Tiere beobachten können, ein Nashorn hat eines Nachts sogar unser Hotel besucht. Im Himalaya, dem Dach der Welt, waren wir ein paar Tage wandern und das bunte Treiben in Kathmandu haben wir hautnah erlebt. Der zum Glück nur gelegentliche (Brech-)Durchfall, Mückenstiche, Schnittwunden, Kreislaufprobleme, Sonnenbrand und verstopfte Nasen waren leider nicht selten ständige Begleiter unseres Auslandsaufenthaltes. Aber wenigstens hat sich somit die mitgebrachte Apotheke gelohnt, die ihr auf jeden Fall nicht vergessen dürft!  Abschließend bleibt uns nur zu sagen, dass wir unsere Famulatur sehr genossen haben und um sehr viele tolle Erfahrungen reicher sind. Es war zwar ein großer Aufwand und die Organisation mit viel Arbeit verbunden (gerade am Ende, wenn es darum geht alles parallel zum Semesterende vorzubereiten) aber wir können euch nur ans Herz legen: Macht eine Famulatur!