Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Kambodscha

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Cambodia, Phnom Penh
Organisation und Kontakt:
Minimolars Cambodia e.V.
Dr. Ulf Zuschlag
Jungfrauenthal 1
20149 Hamburg
Tel.: 0176 / 219 323 71
E-Mail: smile@minimolars.de
Adresse in Kambodscha:
Angbodhinheng Pagoda
Street 39MC, #371
Sangkat Stong Meanchy
Kan Meanchy
Phnom Penh
Cambodia

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen wie z. B. die Suche nach einer Organisation sowie Flügen begannen ein dreiviertel Jahr zuvor. Unterkunft und Reiseziele für die Wochenenden wurden erst ca. ein viertel Jahr zuvor gesucht.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird benötigt. In diesem Fall wurde ein E-Visum für 37 $ (ca. 45€) beantragt. Der Preis variiert ständig! Da der Aufenthalt länger als 30 Tage war wurde es direkt in Cambodia einmal verlängert. Verlängerbar beim "Immigration Office" gegenüber Flughafen.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Einige Famulanten berichten, dass die Spenden selbst in einem extra Gepäckstück mitgenommen wurden, da Herr Dr. Zuschlag den Postversand nicht empfehlen konnte. China Airlines hat den Famulanten zudem noch zwei Extrakoffer ohne Zuzahlung erlaubt. Probleme gab es somit keine.
Andere Famulanten berichten, dass es zwar keine Probleme beim Zoll gab, aber die Fluggesellschaft (QatarAirways) leider keine kostenlosen Spenden transportieren wollte. Jedoch sind 30 kg Freigepäck und 7 kg Handgepäck sehr viel. Somit konnten 20 kg Spendenmaterialien mitgenommen werden.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Gute Englischkenntnisse sollten vorhanden sein. In der Zahnklinik selbst übersetzen die Helferinnen in die Landessprache "Khmer". Empfehlenswert sind in jedem Fall Wörterbuch und Übersetzungsapps.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Prophylaxe, Aufklärung, Zahnextraktionen und Füllungstherapie bei Kindern und Erwachsenen.
Im Projekt durften die Famulanten gleich total selbstständig arbeiten. Ihr Spektrum ging von Prophylaxe über konservierende Zahnbehandlungen mit Komposit bis zu Extraktionen von Milch- und bleibenden Zähnen.
Eines der kambodschanischen Nationalgetränke ist der Zuckerrohrsaft, der direkt mithilfe von zwei Walzen aus den Zuckerrohrstangen gepresst wird. Dementsprechend kann man sich auch gut vorstellen wie die Zähne, vor allem die der Kinder, aussehen.
In der Klinik der Pagode wird mit einer Zahnarzthelferin und einem Zahnarzt zusammengearbeitet, die die Famulanten tatkräftig, vor allem beim Übersetzen, unterstützen.
Die Arbeitszeit war von Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug (Preis variiert je nach Reisezeit): ca. 600 € - 900 €
Unterkunft für vier Wochen (Airbnb): 200 €
Empfohlene Unterkunft durch MiniMolars (auf HP, über Airbnb): 450 €
Anderweitige Unterkunft: 5-12 $/Tag
Essen/Tag: ca. 3-15 $
Versicherungen: ca. 150 €
Impfungen und Arztbesuche im Voraus: 300 € (wird jedoch größtenteils von der Krankenkasse erstattet)
Gesamtausgaben für einen Monat ohne private Reisekosten vor Ort: ca. 1.700 €

Kleine Preisbeispiele:
Für ein leckeres Gericht in einem westlichen Restaurant kann man mit 6 - 8 $ auskommen. Ein Bund Bananen kostet unter 1 $.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Kambodscha ist an sich ein Land mit relativ geringem Preisniveau, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Waren gibt.
Lupenbrille auf jeden Fall mitnehmen.
Eventuell Fahrrad vor Ort für vier Wochen mieten oder kaufen und selbst zum Projekt fahren.
Hostel/Unterkunft im Süden Phnom Penhs suchen, da dies näher an der Arbeitsstelle ist.
Passende Literatur zur Kinderbehandlung mitnehmen; über Medikamentengabe bei Kindern und Schwangeren möglichst gut informieren.
Wichtigste zahnmedizinische Begriffe auf Englisch erlernen.
Es heißt, wer nach Kambodscha reist war erst dann in Kambodscha, wenn er auch in Ankor Wat war.
Vorher informieren, welche Spenden wirklich benötigt werden (Händedesinfektion ist z. B. wirklich Mangelware).
Einige Famulanten hatten keine Informationen bzgl. Ablauf oder anderen Famulanten erhalten. Explizit danach fragen.

Zum Abschluss…
"Abschließend würden wir eine solche Famulatur allen Interessierten ans Herz legen. Es ist eine einmalige Gelegenheit fremde Kulturen, ihre Bräuche und Gewohnheiten sowie Land und Leute kennenzulernen."

"Minimolars Cambodia e.V. ist eine super Einrichtung in einem tollen Umfeld um viele Erfahrungen zu sammeln!"

"Wir haben bei unserem Aufenthalt viel gelernt, tolle Menschen getroffen und möchten diese Erfahrungen nicht mehr missen."

"Generell kann ich jedem Zahnmediziner und jeder Zahnmedizinerin eine Famulatur im Ausland absolut empfehlen. Die Erfahrungen die man dort sammelt, bringen einem persönlich und für den (späteren) Beruf sehr viel und geben einem einen etwas anderen Blick auf zahnärztliche Behandlung.
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1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Cambodia, Phnom Penh
Organisation und Kontakt:
CWF-Cambodia World Family
www.cambodiaworldfamily.com
Dr. Ogle
E-Mail: ogle2354@yahoo.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen wie z. B. Impfungen, HIV Postexpo, Visum, Versicherung, Flug und Unterkunft starteten ein Jahr vorher.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
siehe oben

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
In diesem Fall traten keine Probleme auf. Die Famulanten konnten einfach durchgehen. Die Spenden mussten nicht einmal deklariert werden. In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
siehe oben

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Gearbeitet wird weitestgehend selbstständig. Es wird ein schneller Befund auf einem Befundblatt erhoben und der Behandlungsbedarf schriftlich festgehalten damit der nächste Behandler weiß was zu tun ist (in den seltensten Fällen schafft man alles in einer Sitzung, auch wenn die Kinder meist sehr geduldig sind).
Die Famulanten sind immer nach dem System: Schmerzbeseitigung-bleibende Zähne-Milchzähne, vorgegangen. Man sollte sich vor Augen halten, dass die Kinder eventuell lange keinen Zahnarzt mehr sehen werden.
Das Spektrum beinhaltet demnach meist GIZ Füllungen, Extraktion von zerstörten Zähnen und Wurzelresten sowie Kompositfüllungen (unter erschwerten Bedingungen) an bleibenden Zähnen. Der ganze Ablauf ist definitiv eine Umstellung, aber es ist erstaunlich wie schnell man an Sicherheit und Routine gewinnt.
Die Kinder sind meist sehr kooperativ und tapfer, die Verständigung, dank der Helferinnen, meist kein Problem. Die Gebisszustände sind nach europäischen Maßstäben fürchterlich, langweilig wird es selten.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
siehe auch oben
Flug (Preis variiert je nach Reisezeit): 750 €
Unterkunft pro Tag: 15 €
Verpflegung pro Tag: 4 €
Wasser: 1 € (Flasche)
Wasser am besten im Kannister kaufen, ist dann günstiger

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?

Die Famulanten hat etwas die schlechte Organisation bzw. Koordination der Freiwilligen gestört. Zu Spitzenzeiten waren neun Freiwillige für vier Stühle zuständig. TIPP: Am Besten vorher erfragen, wie viele Famulanten/Freiwillige vor Ort sein werden. Kann aber auch sein, dass die Organisation, z. B. durch kurzfr. Absagen, es selbst nicht weiß.
Es besteht auch die Möglichkeit für 1-2 Wochen in einem weiteren zusammengehörigen Projekt nahe Siansoukville tätig zu sein. Diesbezüglich einfach nachfragen, da dies wegen unsicherer Finanzierungssituation nicht immer möglich ist. Dort behandelt man dann ohne Aufsicht zusammen mit einigen Helferinnen Kinder der Umgebung.


Famulaturbericht vom 22.08.2017 in Kambodscha

2017: Kambodscha

Von: Dorothea Kreczy und Stefan Keß (Uni Würzburg)
Organisation: CWF - Cambodia World Family (www.cambodiaworldfamily.com)
Zeitraum: 11.01.2017 - 26.02.2017

Famulaturbericht über unsere Mitarbeit im zahnärztlichen Hilfsprojekt Projekt Cambodia World Family in Phnom Penh Kambodscha nach dem Staatsexamen an der Universität Würzburg.
Statt jetzt wortreich jedes Detail unseres Aufenthaltes zu schildern (wer liest das schon und selbst wenn sähe euer Aufenthalt sowieso anders aus) möchten wir euch einen guten Eindruck vermitteln welches Abenteuer auf auch zukommt, wie die Verhältnisse und Arbeitsbedingungen sind und worauf ihr achten solltet.

Prolog

Ein Jahr vor unserem Examen entschlossen wir uns dass wir gerne ins Ausland gehen wollten. Nachdem wir den Aufenthalt aber wirklich genießen können wollten und auch mehr Zeit als bloß einen Monat dort verbringen wollten entschieden wir uns gegeben die Ferien vor dem 10.Semester und für einen ZAD nach dem Examen.

2017Kambodscha_ZAD

Weit weg sollte es sein,  ein Land in dem wirklich Hilfe gebraucht wurde. Über Kollegen stoßen wir Cambodia World Family ein Projekt das die zahnmedizinische Versorgung von HIV Waisenkindern und Kindern aus dem Slum der Hauptstadt sicherstellt. Wir waren überzeugt und schrieben direkt Dr.Ogle dem Coordinator und Gründer des Projekts. Stellt euch auf laaaaannngggeee Wartezeiten ein bis eine Antwort kommt. Zu unserem Glück waren noch Plätze frei für die Zeit nach unserem Examen.

1.Vorbereitung

Visa


Einfach im Internet ein E-Visa beantragen. Verlängerung bei einem Aufenthalt über 1 Monat beim Amt für Einwanderung gegenüber dem Flughafen möglich (viel Zeit und Geduld mitbringen)

https://go-cambodia-online.com/de?gclid=EAIaIQobChMItKjgp8a41QIVmsmyCh2KtgdzEAAYASAAEgJTavD_BwE

Medikamente und Ausrüstung

Die so gewonnen Vorlaufzeit konnten wir gut gebrauchen um alles vorzubereiten. Impfungen im Tropeninstitut, Mückenspray und Netzte kaufen, Spenden sammeln (unserer Erfahrung nach sind kleine Dentallabore am großzügigsten, eine Kollegin empfahl auch Briefe statt emails zu versenden).
Am besten fragt Ihr direkt beim Projekt nach welche Spenden auch wirklich gebraucht werden können und nehmt genug Handschuhe in eurer Größe mit. Auch Desinfektionsmittel schadet nicht.
Empfehlenswert ist es auch eine HIV Postexpositionsprophylaxe mitzunehmen, da die Medikamente vor Ort veraltet sind. Man arbeitet mit vielen infektiösen Patienten und auch wenn uns nichts passiert ist war es beruhigend zu wissen das für den Notfall Medikamente zur Verfügung stehen. Da die Tabletten mehrere 1000 € kosten ist es am besten sie auszuleihen, zB bei der Infektiologie oder Virologie eurer Universität. Einfach mal nachfragen, wir hatten Glück.
Seidenschlafsack, Moskitonetz und Literweise Nobite nicht vergessen!!! Viel Elektrolytpulver einpacken und täglich trinken. Bekommt man zwar  auch überteuert in K. schmeckt aber eklig.

Flug und Zoll

Flug lange im Voraus buchen ist billiger, wir sind mit katar airlines geflogen und waren zufrieden.
Die Spenden haben wir als normales Gepäck im Rucksack und Paket mitgenommen, plus ein Tagesrucksack mit persönlichen Sachen. War bei einer Freigepäckmenge von 30kg/person kein Problem.
Wegen der Einfuhr von Spenden müsst ihr euch überhaupt keine Sorgen machen, man wird nicht einmal Kontrolliert.
Am Zoll in Kambodscha einfach durchmarschieren. Wirklich es interessiert keinen Menschen dort was ihr dabei habt. Falls doch sagen es handle sich um Red cross donations. War wohl noch nie ein Problem.

2. Cambodia World Family

Das Projekt

Die kleine aber feine Klinik des Projektes befindet sich in einem etwas außerhalb gelegenen Viertel Phnom Penhs nahe der Kosar Pagoda. Das Viertel selbst ist relativ sauber und hat hübsche Gässchen, direkt dahinter beginnen die Slum Bezirke aus denen das Projekt den Großteil seiner Patienten bezieht.

Die Klinik besteht aus einem Raum mit 4 Stühlen, dahinter noch Kammern für Material, Autoclav und steriles Instrumentarium. Für kambodschanische Verhältnisse ist die Ausstattung extrem gut, besser als so manche Praxis. Auch wenn nicht immer alles funktioniert könnt ihr euch auf Einheiten fast wie in Deutschland freuen (also mit Sauger und Luftbläser etc).
Ein kambodschanischer sehr netter Arzt führt die Aufsicht und steht für Fragen oder Hilfestellung jeder Zeit bereit. Unterstützt wird man von einem Heer Helferinnen die mal besser mal schlechter englisch können.
Jeden Tag kommt eine Tuktuk Ladung Kinder aus Waisenhäusern oder Schulen der Umgebung. Die werden dann auf die Stühle verteilt. Die Arbeitsbelastung eines Behandlungstages (immer nur Vormittags) kann von 20 Kinder pro Person bis es ist leider keiner gekommen reichen. Davon nicht frustrieren lassen in Kambodscha ticken die Uhren eben anders.

Das Arbeiten

Gearbeitet wird weitestgehend selbstständig. Es wird ein schneller Befund auf einem Befundblatt erhoben und der Behandlungsbedarf schriftlich festgehalten damit der nächste Behandler weis was zu tun ist (in den seltensten Fällen schafft man alles in einer Sitzung, auch wenn die Kinder meist sehr geduldig sind).
Wir sind immer nach dem System Schmerzbeseitigung, bleibende Zähne, Milchzähne vorgegangen. Man sollte sich vor Augen halten das die Kinder eventuell lange keinen Zahnarzt mehr sehen werden.

Das Spektrum beinhaltet demnach meist GIZ Füllungen, Extraktion von zerstörten Zähnen und Wurzelresten und Kompositfüllungen (untererschwerten Bedingungen) an bleibenden Zähnen. Der ganze Ablauf ist definitiv eine Umstellung aber es ist erstaunlich wie schnell man an Sicherheit und Routine gewinnt.
Die Kinder sind meist sehr kooperativ und tapfer, die Verständigung dank der Helferinnen meist kein Problem. Die Gebisszustände sind nach europäischen Maßstäben fürchterlich, langweilig wird es selten.

Ein eigenes Licht und Lupenbrille sind sehr empfehlenswert. Eigene Kleidung sollte mitgebracht und selbstständig gewaschen werden, neben der Klinik findet sich ein Waschsalon. Es steht aber auch (etwas abgenutzte) Kleidung bereit falls eure gerade in der Wäsche sein sollte.

Etwas was uns gestört hat war die schlechte Organisation bzw Koordination der Freiwilligen. Zu Spitzenzeiten waren wir 9 Freiwillige für 4 Stühle. Fragt am besten bevor ihr fahrt nach wie viele Leute wirklich da sein werden. Kann aber auch sein das sie es selber nicht wissen.

Es gibt auch die Möglichkeit für 1-2 Wochen auf ein zusammenarbeitendes Projekt nahe Siansoukville auszuweichen. Diesbezüglich einfach nachfragen, da das wegen unsicherer Finanzierungssituation nicht immer möglich ist.

Dort behandelt man dann ohne Aufsicht zusammen mit einigen Helferinnen Kinder der Umgebung.

Alles in allem ist das Arbeiten nicht nur sehr erfüllend sondern man lernt auch extrem viel. Und da man den ganzen Nachmittag frei hat ist es auch gar kein Problem nebenbei.

3. Das Leben in Kambodscha

Ein Survivalguide

Das Leben ist anders aber deswegen seit ihr ja hier. Nutzt die Chance durch den Kontakt mit den Klinikangestellten richtig in den Alltag einzutauchen. Die Kultur ist einzigartig und es gibt viel was sich zu entdecken lohnt. Da die Geschichte sehr turbulent ist ist es wichtig wenigstens eine Grundahnung zu haben um das Land und die Menschen zu verstehen. Gute Lektüre zum Beispiel für den langen Flug oder im Zuge der Vorbereitung um die Vorfreude zu steigern.

Immer im Hinterkopf behalten: Kambodscha ist eines der ärmsten und korruptesten Länder der Welt und auch wenn sich langsam so etwas wie eine Mittelschicht formt sind die meisten Leute extrem arm. Beim Handeln dran denken ob der eine euro mehr oder weniger euch wirklich weh tut-für die Menschen dort ist er ein kleines Vermögen.

WICHTIG

Auf jeden Fall direkt bei Ankunft am Flughafen eine Sim Karte für das Handy kaufen (ca 10GB für 10€). Das erleichtert den Alltag extrem! Die Tuktuk fahrer kennen sich überhaupt nicht aus, ohne Google Maps hat man kaum eine Chance was zu finden!

Unseren Spenden sind an Tag 2 leider verschwunden. Beharrt darauf dass ihr die Mitgebrachten Sachen selber nutzen wollt wenn dem so ist. Bunkert wertvolle Sachen bzw eure Handschuhe daheim und bringt nur so viel mit wie ihr grade braucht. Ich musste die Hälfte der Zeit mit M Handschuhen behandeln – bei HIV Patienten hat man lieber ordentlich passende Handschuhe mit denen man gut arbeiten kann, glaubt mir.

Wasser in Kanistern kaufen, das spart sehr viel Geld.

Immer Mückenspray drauf machen, 2x täglich.

Unbedingt Geld und Pass immer an einem Geldgürtel bei sich tragen. Ich hatte einen aus Seide der sehr dünn, kaum sichtbar und atmungsaktiv war.

Wohnen

Am besten Kümmert ihr euch auch schon mal um eine Unterkunft. Das Projekt wird euch zwei Hotels empfehlen. Wir raten sehr davon ab. Sie sind beide nicht fußläufig erreichbar dh kommt zur Miete zweimal täglich noch eine Tuktuk (Taxi) fahrt zur Klinik und zurück dazu.  Vorallem aber habt ihr dann nicht die Möglichkeit in das Alltagsleben der Khmer einzutauchen, und mal ehrlich ist man unter anderem nicht gerade dafür dort eine andere Kultur hautnah mitzuerleben? Die Sichherheit soll dabei natürlich nicht auf der Strecke bleiben daher empfehlen wir unser kambodschanisches zu Hause.Ein sauberes Haus mit hübschen individuellen Zimmern mit Badezimmer und Ventilator, bewohnt von Khmer und anderen Volunteers.  Wir haben uns dort extrem wohl gefühlt, wann immer wir wollten mit der Khmer Familie zu Abend gegessen, uns mit dem Hauseigenen Tuktuk (dem wohl schönsten der Welt) durch die Gegend fahren lassen und mit den Nachbarskindern und dem Fußballverein nebenan gespielt. Kurz: wer einen Einblick in das Mittelklasseleben von Kambodscha bekommen will ist dort genau richtig! Das beste ist: die Klinik ist nur 10 min zu Fuß entfernt, das Viertel bietet hübsche Gässchen, Cafes und eine Pagode mit Markt wo wir immer unser Essen gekauft haben. Man kann die Unterkunft im voraus auf Air Bnb buchen und sich auch vom Flughafen abholen lassen.

Verständigung

In der Klinik auf Englisch, im Rest von Kambodscha geht das meistens auch, sonst Französisch oder einfach Hände und Füße-wer will versteht auch ohne gemeinsame Sprache!

Die Sprache lernen

Zumindest die basics, ihr werdet sehen deutsch ist eine ideale Ausgangssprache für Khmer die Laute ähneln sich stark, die Grammatik ist extrem einfach. Basics für die Klinik mit dem Lernzettel den ihr dort bekommt aneignen(Schmerzen?, Wie ist dein Name,etc..) Keine Angst die Helferinnen übersetzten immer, aber die Kinder fassen mehr Vertrauen wenn sie in Ihrer Sprache von euch nach ihrem Namen gefragt werden-auch wenn manche von Ihnen fast schon verrückt gute englisch Kenntnisse haben.

Zahlen bis 20 sind im Alltag (Einkaufen, Tuktuk Preis verhandeln) extrem nützlich. Ihr werdet sehen auch die stümperhaftesten Versuche sich vorzustellen sorgen für Begeisterung und günstige Preise.

Sehr empfehlenswert dafür: Kauderwelsch Khmer !!!

https://www.reise-know-how.de/de/produkte/kauderwelsch-buch/khmer-fuer-kambodscha-wort-fuer-wort-5315

Sicherheit

Wir haben uns eigentlich im Schnitt sicher gefühlt. Wichtig auch hier einfach gesunder Menschenverstand. Nicht zu viel Bargeld mitführen, auf Handtaschen aufpassen, mit teuren Handys nicht rumwedeln oder sie nur locker in der Hand halten. Uns wurde von Diebstählen durch vorbeifahrende Mopeds berichtet, passiert ist uns nie was.

Nachts besser nicht alleine unterwegs sein. Bei Tuktuks einige Regeln einhalten (siehe auch Verkehr).

Essen

Alles. Immer. Überall.

Keine Angst. Auch wenn es für unser Empfinden oft dreckig aussieht, wir alle hatten maximal einmal Durchfall. Und das passiert allein schon wegen der. Diätumstellung. Gesunden Menschenverstand walten lassen aber sich nicht durch übertriebene Vorsicht alles entgehen lassenn.

Frühstücken entweder wie alle anderen Mitarbeiter im Imbiss gegenüber der Klinik (besonders lecker ist die Suppe, einfach schaun was die Assistentinnen so essen) oder beim Koeranischen Coffeeshop schräg gegenüber. Oder einfach im Haus, Eier, Brot und Wasser sind im Mietpreis inbegriffen.

Abendessen für 3€ in der Familie die im Haus lebt, am Wohnzimmerboden auf Reismatten wie es sich so gehört.

Snacks vom Pagoda Kosar Markt holen, tropisches Obst und gebackene Bananenfladen so viel wie man essen kann.

Gefährlich sind Eiswürfel, Leitungswasser und bereits geschälte Jackfruit.

Min 6 liter täglich trinken. 1mal am Tag Elektrolytlösung. Wenn man mal keine mehr hat einfach nach den Vorgaben der WHO aus Salz und Zucker selber mischen und eine Banane dazu essen.

Nahe der Klinik: Imbiss direkt gegenüber, With Cafe, Kilik Bakery (köstliches franz. Gepäck all you can eat), Russian Market (ca 20 min zu Fuß).

Nicht verpassen: Trinkkokosnüsse, Amok und Schweinefuß mit Bananenblüte

Ausflüge

Mit den Mädels aus der Klinik lässt sich viel unternehmen zB am Russian Market essen gehen und einfach das nehmen was sie auch bestellen, zusammen und danach alleine auf den Markt gehen und alles druchprobieren-am besten auch die eigenen Khmer Kenntnisse;) Die Mädels sind sehr umtriebig und unternehmen gerne was zB am Wochenende typisch khmer Picknicken oder zum Karaoke gehen. Auf jeden Fall mitmachen, aber darauf einstellen einen großen Teil der Kosten selber tragen zu müssen.

Wochenendausflüge

Kampot und Umgebung (Moped ausleihen und Höhlen, Bergtempel und Pfefferplantagen erkunden).

Kep (Krabben und Stachelrochen am Hafen essen, an der Küstenstraße entlang fahren).

Battambang (Zirkusbesuch, Fledermaushöhlen und Flugspektakel bei Dämmerung, Bergtempel mit Terasssen, Affen und super Ausicht, Bambotrain fahren).

Siansoukville(MEIDEN, für Strandurlaub nach Otres  2 Beach, für Inselurlaub nach Kho khong saolem).

Anok Wat & (zu weit für ein Wocheende, eventuell verlängertes Wocheende nehmen und genug Zeit mitbringen. Nachtbus von Phnom penh aus spart Zeit, In Ankor auf jeden Fall ein E-Motorbike mieten und auf eigene Faust erkunden-billiger und lustiger. Achtung: E-Motorroller laufen unter dem Namen E-Bike!).

Kho Rongh ( Dschungelcamp am Tatai Fluß und Wasserfall in Mitten von unberührtem Dschungel, nur mit Booten erreichbar – man wird abgeholt, Dschungelwanderungen und Kajak fahren).

Phnom Penh

Sehenswert:

  • Nationalmuseum
  • Palast (nicht in der Mittagszeit da ist kaum Schatten)
  • Mekong
  • Seideninseln (Tuktuk Tagesausflug)
  • Russian Market
  • Central Market
  • Traditionelle Apsara Tänze des Nationalbaletts
  • S21 und Killingfields
  • Kochkurs (dann könnt ihr das leckere Essen auch zu Hause nachmachen)
  • Phnom penh sports club (Swimmingpool und günstige Khmer-Masssagen) ca 20 min zu Fuß von der Klinik

Verkehr

Der Verkehr in Kambodscha ist verrückt. Ihr werdet am Anfang überfordert sein. Als Fußgänger ist man Exot, es gibt kaum Fußwege, dementsprechend gefährlich ist es auf großen Straßen unterwegs zu sein. Beim Straße überqueren NIE stehenbleiben, einfach weiterlaufen und zwischen den Autos durch schlängeln.

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, dafür überall Tuktuks. Sucht euch immer ein T. aus das halbwechs gut gewartet und gepflegt ist. Ist euch der Fahrer unsympatsich-steigt auf keinen Fall ein. Vertraut auf eure Intuition.

Der Fahrpreis muss VOR der Fahrt vereinbart werden. Lasst euch nicht über den Tisch ziehen bedenkt aber das die Menschen davon leben müssen, seid also nicht zu geizig. Fragt am besten die Klinikmitarbeiter wieviel sie für welche Strecke zahlen und addiert ein paar Dollar drauf. Ihr seid keine Einheimischen-ihr bekommt keinen Einheimischenpreis. Wer auf Khmer verhandelt (Wie viel?, zu teuer, in Ordnung) bekommt einen sehr guten Preis. Oder ich sucht euch euren persönlichen Fahrer den ihr einfach immer anruft wenn ihr wohin wollt.

Immer google maps anmachen. Die Fahrer kennen sich oft nicht aus, können keine Karten oder auch Buchstaben lesen und fahren falsch. Google Map und Kontrolle sind besser als sich dauernd zu verirren.

Am besten die Adresse des Hauses und der Klinik auf einen Zettel schreiben lasse (in Khmer und mit Wegbeschreibung) dann könnt ihr den zeigen und findet immer hin.

Moped fahren

Am Land und mit gutem Menschenverstand durchaus empfehlenswert, Führerschein ist nicht nötig. Trotzdem ist der Verkehr gefährlich, am besten nicht gleich zu Anfang das Moped nehmen und auf keinen Fall in Phnom Penh fahren. Ansonsten ideales Fortbewegungsmittel, Sprit ist billig und kann am Wegesrand in Glasflaschen von Privatleute erstanden werden.

Bremsen und Licht des Leihmopeds prüfen und auf funktionierende bestehen. Immer mit Helm fahren den gibt’s dazu.


Insgesamt war unsere Arbeit für CWF eine großartige menschliche und zahnmedizinische Erfahrung. In unseren 2 Monaten dort haben wir Land und Leute sehr gut kennengelernt und haben uns hinsichtlich der Behandlung von Kindern wahnsinnig weiterentwickelt. Wir würden unsere Famulatur jederzeit wiederholen.

Viel Spaß in Kambodscha-genießt das Abendteuer!