Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu den Cook Inseln

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Cook Inseln, Rarotonga
Organisation und Kontakt:
George Hosking
Te Marae Ora
Ministry of Health Cook Islands
Head Office, PO Box 109
Rarotonga
Cook Islands
E-Mail :george.hosking@cookislands.gov.ck oder g.hosking@health.gov.ck

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen dauern, je nachdem wieviel Spendenmaterial man sammeln möchte, ungefähr ein bis zwei/drei Monate. Spezielle Impfungen braucht man nicht. Eine Auslandsreiseversicherung ist sicherlich sinnvoll. Die Flüge sollte man aus Kostengründen möglichst früh buchen. Für den Flughafentransfer kann man den ehemaligen Klinikleiter und Organisator George Hosking fragen. Er hilft gerne aus!


3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Falls man länge als 30 Tage auf den Cook Islands bleibt braucht man ein Visum. Im Internet steht zwar, dass man dieses vorab beantragen muss, jedoch haben sich die Famulanten darum bemüht und erhielten keine Rückmeldung von der Botschaft. Vor Ort hat sich dann auch George Hosking darum gekümmert. Das war kein wirklich großes Problem. Kosten 20 NZD.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Die Famulanten hatten extrem viel Spendenmaterial dabei. Tipp: Vorab beim deutschen Zoll nochmals informieren, wie viel ihr mitnehmen dürft (hinsichtlich des Warenwerts). Zudem wird empfohlen, die Spenden detailliert zu beschriften, da die Koffer auf der Reise auch in anderen Ländern den Zoll durchqueren muss.
Vorher abklären, welche Fluggesellschaft die Spenden günstiger oder umsonst mitnimmt. Damit spart ihr eventuell viel Geld.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englischkenntnisse sind auf den Cook Islands vorausgesetzt. Mit anderen Sprachen kommt man vor Ort nicht wirklich weit.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Man kann vor Ort große Teile des zahnmedizinischen Behandlungsspektrums eigenständig durchführen. Füllungen, Endodontologie, Prophylaxe, Reinigungen und Extraktionen stehen hierbei im Vordergrund (eine Interimsprothese).
Die Ausstattung ist vollkommen ausreichend um eine zufriedenstellende Behandlung zu gewährleisten.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: 1650 €
Unterkunft für 30 Tage: 850 €
Essen etc.: 600 € (Wasser gibt es kostenfrei an den Filterstationen auf den Inseln, Lebensmittelpreise sind mit Deutschland vergleichbar oder sogar teurer)
Miete für Roller, sonstiges: 400 €

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Flüge zu Nachbarinseln sollten im Vorhinein gebucht werden, um unnötige Kosten bei der Unterkunftsbuchung auf Rarotonga und der Nachbarinsel zu vermeiden.
Informiert euch darüber, wie viele Studenten zu der Zeit vor Ort sind. Falls mehr als vier Studenten gleichzeitig dort sein sollten kann es sein, dass man nicht wirklich viel behandeln kann. Generell sollte man sich Bewusst sein, dass die Zahnklinik auf der Hauptinsel Rarotonga nicht viel Hilfe benötigt, so dass man lieber zu den anderen 14 Inseln fliegen sollte, auf denen es normalerweise gar keine Zahnärzte gibt und die Behandlungsnot somit sehr groß ist.
Leider sind die Cooks auch ein recht kostspieliges Unterfangen und ihr solltet euch darauf einstellen gerade für alltägliche Dinge wie Verpflegung und Freizeitgestaltung etwas tiefer in die Tasche greifen zu müssen.
Falls ihr eine Zusage habt, lasst euch nicht aus der Ruhe bringen, wenn ihr längere Zeit keine Antwort auf eure Mails bekommt. Das kann teilweise lange dauern, manchmal sogar komplett unbeantwortet bleiben.
Sachen vor Ort organisieren und buchen.

Zum Abschluss…
"Wir können eine Famulatur auf den Cook Islands, vorausgesetzt ihr habt schon ein wenig Behandlungserfahrung gesammelt, nur empfehlen. Das Behandeln macht sehr viel Spaß und man kann äußerst viel lernen."


Famulaturbericht vom 30.08.2017 in Cook Inseln

2017: Cook Inseln

Im Herbst 2016 haben wir uns überlegt eine Auslandsfamulatur auf den Cook Islands zu machen. Wir schrieben also den ehemaligen Klinikleiter George Hosking an und bekamen nur wenig später schon eine Zusage. So konnten wir also unser Unterfangen, welches wir nach dem Wintersemester 16/17 machten, planen.

Wir haben fleißig Spendenmaterial gesammelt und hatten am Ende so viel, dass wir gar nicht alles mitnehmen konnten. Insgesamt hatten wir zu zweit jeweils einen Zusatzkoffer dabei.
Achtung: Informiert euch am besten im Vorhinein, ob eure gewünschte Fluggesellschaft umsonst Zusatzgepäck mitnimmt. Uns wurde dies zunächst, obwohl wir die Anfrage Monate vorher gestellt hatten, verwehrt und sollten pro Koffer 150€ zahlen. Am Tag des Abflugs konnten wir jedoch am Schalter die Mitarbeiterinnen mit ein wenig Charme davon überzeugen, dass die Zusatzkoffer für einen wohltätigen Zweck seien und so wurden sie dann doch umsonst mitgenommen.

Auf Rarotonga angekommen fanden wir uns in unserer Unterkunft, dem KiiKii Motel, ein. George organisiert i.d.R. im Vorhinein die Bleibe. Das ist dann immer das Mauke Hostel, welches wir auch zwei Tage genutzt haben. Summa summarum ist das KiiKii schon die schönere Bleibe (alleine wegen des Pools), kostet mit 75$ die Nacht aber fast doppelt so viel wie das Mauke.

Achtung auch hier: Falls ihr euch eigenständig um die Unterkunft kümmert, dann plant VORHER schon ein, ob und wann ihr eine der Outter Islands besuchen wollt. Sonst zahlt ihr eventuell eine Woche für
ein Zimmer, dass ihr gar nicht nutzt. Wenn ihr jedoch George von Anfang an alles überlasst mit der Unterkunft, erledigt sich das von selbst.

Wir sind an einem Sonntag angekommen, was denkbar ungünstig war, da die Einheimischen sehr christlich sind. Dementsprechend ist Sonntags dort tote Hose und alles hat geschlossen. Falls ihr an einem anderen Tag in der Woche ankommt, könnt ihr euch direkt um den Führerschein vor Ort kümmern. Um auf der Insel rumzukommen empfiehlt es sich nämlich einen Scooter zu mieten für ca. 12$ pro Tag. Zudem könnt ihr einen Internet-Pass bei „Blue Sky“ kaufen. Damit könnt ihr 30 Tage lange surfen und habt ein Datenvolumen von 3GB. Das ganze kostet jedoch 50$ und Wifi habt ihr nur an bestimmten Hotspots, wovon es jedoch ziemlich viele auf der Insel gibt.
Cook Inseln 2017
Man braucht ein paar Tage, um sich an die Klinik und die Gegebenheiten vor Ort zu gewöhnen, aber eigentlich ist vor Ort alles da, was man so für eine Behandlung braucht: Behandlungsstuhl,
Winkelstücke, Extraktionszangen und Füllungsinstrumente, Röntgen etc.. Die Ordnung lässt jedoch zu wünschen übrig. Teilweise sucht man in den unterschiedlichen Behandlungsräumen oft sehr lange nach Kleinigkeiten, die einem fehlen, was die Behandlung manchmal unnötig in die Länge zieht.

Das ist gerade deswegen Schade, weil prinzipiell alles da ist, man aber aufgrund des Chaos nicht immer alles findet. Zu Beginn haben wir versucht noch etwas Ordnung zu schaffen. Als uns das aber dann doch hoffnungslos erschien, haben wir uns einfach angepasst und gemerkt, dass es auch so geht.

Man behandelt insgesamt sehr selbstständig. Falls man jedoch Fragen oder Probleme hat, kommt aber auch immer jemand dazu und hilft. Empfehlenswert ist die Famulatur deswegen vielleicht auch erst nachdem man schon ein oder zwei Semester mit Patienten gearbeitet hat. Ansonsten findet man sich wahrscheinlich zu oft in Situationen wieder, in denen man nicht weiterkommt. Parodontitis ist aufgrund der hohen Diabetes Rate ein sehr großes Problem der Patienten vor Ort, wobei die wenigsten darüber aufgeklärt sind. PA-Behandlungen sind aufgrund der unsterilen Bedingungen vor Ort prinzipiell eher weniger effektiv, jedoch machen Aufklärung über die Krankheit und Vermittlung von Zahnputztechnik hier schon Sinn. Endodontologie ist immer mehr auf dem Vormarsch in der Klinik. Was also immer benötigt wird sind Material für Endos, zudem GIZ (auch Kapseln!), Bohreraufsätze und Komposit.
Cook Inseln 2017
Die Patienten sind fast immer sehr geduldig und dankbar. Falls mal was nicht so glatt geht oder eine Behandlung mal länger dauert, ist das somit kein Problem. Insgesamt behandelt man, obwohl die Klinik von 8 bis 4 geöffnet hat, nicht so viel, wie man vielleicht denkt. Im Schnitt hatten wir zwischen 6 und 10 Patienten am Tag. Das liegt auch daran, dass die anderen Behandlungsstühle von ortsständigen Zahnärzten besetzt sind. Falls noch andere Famulanten vor Ort sind, behandelt man wahrscheinlich noch weniger. Also: Am besten vorher erkundigen wie viele Studenten für den Zeitraum einbestellt sind.

Eine Woche haben wir auf Aitutaki verbracht. Der Flug hat uns Hin und Zurück ca. 250$ gekostet. Die Insel ist sehr klein und hat nicht extrem viel an Unterhaltung zu bieten, ist aber wunderschön. Eine Lagoon Cruise lohnt sich auf jeden Fall! Meistens ist lange Zeit kein Zahnarzt mehr vor Ort gewesen, was bedeutet, dass dort auch viel zu tun ist. Eine Dental Nurse erledigt in der Zeit, bis ein Zahnarzt da ist, die dringlichsten Fälle. Sie ist super nett und lernwillig. Wir haben also nicht nur selbst behandelt, sondern auch noch „Nachhilfe“ gegeben und ihr die ein oder anderen Dinge beigebracht.

An einem Vormittag haben wir eine der Primary Schools besucht, um die Schulkinder zu Befunden. Die Dental Nurse hat die Befunde dann verschriftlicht und bestellt nun nach und nach die Kinder ein, um sie zu behandeln. Die Kinder waren alle sehr lieb und haben sich sehr gut untersuchen lassen. Verglichen mit den Kinderbehandlungen in Deutschland waren das teilweise traumhaft entspannte Behandlungen. Hier lohnt es sich immer Zahnbürsten mitzubringen und vor Ort Zahnputztraining zu geben, da vielen Kindern hier das Know-How fehlt und teilweise sogar erschreckenderweise auch die Zahnbürste. Die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen vor Ort war erstaunlich. Wir wurden oft zum Essen eingeladen oder uns wurden Früchte, Fisch etc. vorbeigebracht. Hier kann man unter guten Bedingungen arbeiten und wahnsinnig viel Erfahrung sammeln.
Cook Inseln 2017
Wir können eine Famulatur auf den Cook Islands, vorausgesetzt ihr habt schon ein wenig Behandlungserfahrung gesammelt, nur empfehlen. Das Behandeln macht sehr viel Spaß und man kann äußerst viel lernen. Leider sind die Cooks auch ein recht kostspieliges Unterfangen und ihr solltet euch darauf einstellen gerade für alltägliche Dinge wie Verpflegung und Freizeitgestaltung etwas tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Falls ihr eine Zusage habt, lasst euch nicht aus der Ruhe bringen, wenn ihr längere Zeit keine Antwort auf eure Mails bekommt. Das kann teilweise lange dauern, manchmal sogar komplett unbeantwortet bleiben.

Eure Bewerbungen und Anfragen solltet ihr an den ehemaligen Klinikleiter „George Hosking“ richten:
George Hosking
Te Marae Ora
Ministry of Health Cook Islands
Head Office, PO Box 109
Rarotonga
Cook Islands
E-Mail : g.hosking@health.gov.ck

Wenn ihr noch spezifische Fragen habt oder gerne wissen möchtet, was genau vor Ort noch benötigt wird bzw. was ihr am besten an Material einpackt, könnt ihr gerne noch eine Mail an
phillip-howard@web.de schreiben.

Zu guter Letzt möchten wir uns gerne noch recht herzlich bei all unseren großzügigen Sponsoren (DMG, Koment Dental, 3M, Dentsply, Dürr Dental, Henry Schein, Bausch Dental und Karl Hammacher) bedanken, deren Material uns das Leben das ein oder andere Mal sehr erleichtert hat während der letzten 5 Wochen.