Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Myanmar

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Myanmar, Oral Health Clinic, Nay Pyi Taw
Organisation und Kontakt:
Dr. Khin Maung
E-Mail: mhmfkm@gmail.com
Tel.: +95-9-8304748

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?

Zwischen dem ersten Kontakt und der tatsächlichen Anreise verging 1 Jahr. Impfungen: Japanische Enzephalitis, Tollwut, Meningokoken, Typhus. Versicherungsschutz über den Medi Learn Club (FVDZ + DÄV). Unterkunft und Transfer wurde von Dr. Khin Maung organisiert.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja. Kostenpunkt für ein eVisum liegen bei 50 €.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Über Thaiairways wurde den Famulanten auf eine schriftliche Anfrage 19kg Freigepäck pro Person zugeräumt. Sonst gab es keine Probleme.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch ist ein Muss, auch das ist aber manchmal nur schwer verständlich

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Die Begebenheiten vor Ort waren überraschend gut, oft fehlt aber das Know-how und die Erfahrung wie man Werkstoffe wie Kunststoffe im Mund suffizient anwendet.
Interessant waren die großen Befunde, die man in Deutschland so nur selten sieht, z.B. Nebenwirkungen von Betelnusskonsum (PECA).
Hauptsächlich Kinderzahnheilkunde, Prophylaxe, Konservierende Behandlung, Extraktionen

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: ca. 800 - 900 €
Unterkunft: ca. 14 €/Tag
Taschengeld (Souvenirs/Verpflegung): 11 €/pro Tag
Generell sind die Lebenserhaltungskosten in Myanmar ziemlich billig. Die Unterkünfte im Vergleich dazu eher teuer.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Die Uhren in Myanmar ticken einfach anders, die Famulanten haben auch viel Zeit mit Warten verbracht. Im asiatischen Raum ist man als Europäer einfach etwas Besonderes und wird auch so behandelt.


Famulaturbericht vom 16.10.2017 in Myanmar

2017: Myanmar

Von: Vanessa Wachholz und Anne Diekers-Brümmer (Uni Mainz)
Organisation: Dental Volunteers e.V.
Zeitraum: 18.08.17 – 18.09.17

Für uns stand schon lange fest, dass wir beide eine Auslandfamulatur machen wollten. Der asiatische Raum erschien uns dafür sehr geeignet, da uns Kultur und Leute schon lange faszinieren. Jedoch waren die meisten Famulaturplätze und Projekte nach den ersten Recherchen vergeben, deshalb versuchten wir es auf eigene Faust. Über Umwegen hörten wir dann von Dr. Khin Maung und seiner Klinik in Myanmar, dem wir auch prompt auf Facebook anschrieben. Die Kommunikation erwies sich als eher zäh. So verging ein Jahr zwischen Erstkontakt und der tatsächlichen Anreise. In diesem Jahr sammelten wir fleißig Spenden, ließen uns ungefähr 2 Monate im Voraus Impfen, informierten uns über Land und Kultur, deckten uns mit Moskitoschutz ein und buchten unsere Flüge ungefähr 6 Monate im Voraus.

Bei Thaiairways wurden uns auf schriftliche Nachfrage 10kg extra Gewicht und Gepäckstück genehmigt. Auch am Flughafen hatten wir so keine weiteren Probleme.
Mynamar-2017
Nach dem 9. Semester ging es dann schließlich im August 2017 los. Nach 14 Stunden Flug über Bangkok landeten wir schließlich in Yangon, der ehemaligen Hauptstadt Myanmars, und wurden von einer Assistenzärztin aus Dr. Khin Maungs Team herzlich in Empfang genommen.

Wir reisten schließlich mit Dr. Khin Maung nach Nay Pyi Taw, unserem eigentlichen Einsatzort, der Zahnklinik. Leider durften wir selber in der Klinik kaum behandeln, da dort die Patienten viel Geld für die Behandlung zahlten. Wir fuhren jedoch fast jeden 2. Tag in Schulen, übten mit den Kindern das Zähne putzen, versorgten sie mit provisorischen Füllungen, und zogen einige Milchzähne. Nach ein paar Tagen hatte man die wichtigsten Vokabeln auf Burmesisch gelernt und versuchte den Kindern die Angst vor der Behandlung zu nehmen. In Deutschland hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt nur wenige Erfahrungen mit Kindern als Patienten gesammelt. Doch durch die Tipps und Tricks der einheimischen Zahnärzte wurde der Umgang mit den kleinen Patienten immer einfacher.
Mynamar-2017
Überrascht hat uns vor allem der Umgang mit Anästhesie. Es wurde so gut wie immer anästhesiert. Auch die Techniken waren manchmal abenteuerlich. Interessant waren vor allem die Befunde, die vermutlich auf das Kauen der sogenannten Betelnuss zurückzuführen sind (feste, derbe Mundschleimhaut -> Mundöffnungsbeschwerden, Plattenepithelkarzinom). Auch in 4 OPs durften wir assistieren und zuschauen.

Weitere Highlights waren: die Reise nach Kalaw, eine Bergregion im Zentrum Myanmars. Dort besuchten wir Schulen und behandelten Erwachsene in einem provisorisch-aufgebauten Behandlungsraum im Hotel und das sogenannte „social treatment“, das in einem Kloster auf Pfählen mitten auf dem Inle See stattfand und nur mittels Boot erreichbar war.
Mynamar-2017

Was ihr sonst noch über Myanmar wissen solltet: das einheimische Essen hier ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Die Gerüche und Gewürze sind ungewohnt, aber probieren solltet ihr auf jeden Fall alles und euch nicht vom Aussehen abschrecken lassen, denn man wurde auch oft positiv überrascht. Trotz Regenzeit hatten wir nur wenig Regen. Es gibt öfters mal Stromausfall vor allem in ländlicheren Regionen. Man muss sich bewusst sein, dass das Land immer noch im Umschwung ist und größten Teils noch vom Militär regiert wird. In Anbetracht der jetzigen katastrophalen Situation in der sich die Rohingya in Myanmar befinden, sollte einem vorher bewusst sein, das trotz allem Fortschritt und Öffnung des Landes in den letzten Jahren, es immer noch viele Missstände gibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir Myanmar als wunderschönes Land mit Reichtum (Tempel, Pagoden) auf der einen und viel Armut auf der anderen Seite erlebt haben. Es war wirklich ein tolles Abenteuer, was uns bewusstgemacht hat, wie wertvoll unser Leben und die medizinische Versorgung in Deutschland sind und uns im Umgang mit kleinen Patienten geschult hat.