Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Jamaika

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Jamaika, Kingston und Whitehouse
Organisation und Kontakt:
Dental International Network Organisation
Tobias Bauer
E-Mail: dental.aid.net@gmail.com
Ansprechpartner vor Ort:
University of Technology Jamaika
Dr. Irwing McKenzie
Weitere Ansprechpartner:
Great Shape! Inc.
Joseph Wright
E-Mail: josephgreatshape@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen haben ungefähr ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Die Famulanten haben viele Organisationen angeschrieben und dann eine Zusage knapp 4 Monate vorher bekommen. Danach haben sie direkt Flüge gebucht, Fahrtkostenzuschüsse beim DAAD beantragt und Spenden gesammelt.  Mit der Auffrischung der Impfungen haben sie ca 6 Wochen vor ihrem Flug angefangen und innerhalb von 4 Wochen abgeschlossen. Um eine Unterkunft kümmerten die Famulanten sich erst 1 Woche vor dem Abflug, dies war auch vollkommen ausreichend.
Insgesamt geht die Planung eigentlich relativ schnell, die Spendensuche war dabei die größte und langwierigste Aufgabe.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Nein, man braucht kein Visum! Man füllt nur ein Einreiseformular im Flugzeug aus.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Glücklicherweise erhielten die Famulanten insgesamt 120 kg Freigepäck von Condor, so dass sie insgesamt 8 Koffer mitnehmen konnten. Es gab keine Probleme, die Spenden durch den Zoll zu bekommen. Sie hatten zur Sicherheit eine Spendenbestätigung vom ZAD dabei, allerdings gab es keine Kontrolle bei der Einreise.
Den Famulanten wurde vorher empfohlen, die Spenden so unauffällig wie möglich zu transportieren. Deswegen haben sie alle Materialien in zusätzlichen Koffern mitgenommen, die sie dann in Jamaika gelassen haben.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Die Amtssprache ist Englisch und dies ist auch völlig ausreichend, um sich vor Ort zu verständigen. Nicht alle Jamaikaner sprechen gut Englisch, da es ebenfalls noch die Jamaikanisch-Kreolische Sprache ‘‘Patois‘‘ gibt. Allerdings hat die Kommunikation trotzdem irgendwie funktioniert. Übersetzer waren dabei nicht notwendig.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Bei der Organisation Great Shape durften die Famulanten alle Behandlungen durchführen, die angeboten wurden. Extraktionen, chirurgische Extraktionen, Füllungen, Zahnreinigungen und Patientenaufnahmen standen auf dem Programm.
Die Ausstattung war sehr gut. Es gab mobile Einheiten, viele Instrumente und alle Materialien für Füllungen, Zahnreinigungen, Hygiene- und Verbrauchsmaterialien.
In den staatlichen Kliniken dagegen waren die Einheiten sehr viel einfacher und teilweise defekt, so dass sie häufig improvisieren mussten.
Die Famulanten behandelten Patienten in allen möglichen Altersklassen, mit vielen verschiedenen Krankheiten aber alle waren sehr nett und dankbar für die Hilfe!

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Jamaika ist teuer, deswegen muss man schon eine gewisse Summe einberechnen für die gesamte Reise.
Flug: 550€
Unterkunft: ca 12-15€ pro Nacht, für 5 Wochen also ca 500€
Verpflegung: Supermärkte sind ziemlich teuer, Essen gehen ist auch nicht günstig, außer local food gibt es pro Mahlzeit schon für 3-4€. Wasser kostet in 6 Liter Kanistern ca 3€, in 1,5 Liter Flaschen ca. 0,70€. Insgesamt haben die Famulanten ungefähr 400€ ausgegeben.
Fahrten in Taxis von Ort zu Ort: Für 4 Stunden um die 40€, in öffentlichen Bussen dagegen günstiger um die 15€
Eintrittsgelder zu Nationalparks/Sehenswürdigkeiten/ Museen: je um die 15-20€

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Keine Angst vor dem ganzen Aufwand und der Organisation, es lohnt sich und ist die Mühe wert!

Zum Abschluss…
"Es war eine einzigartige Erfahrung für uns und wir können es jedem empfehlen, der gerne reist, fremde Länder kennenlernt und dabei auch noch hilft."


Famulaturbericht vom 14.11.2017 in Jamaika

2017: Jamaika

Von: Ina Lensing (Uni Bonn)
Organisation: Dental International Aid Networking Org.
Zeitraum: 01.09.2017 - 30.09.2017

655 Extraktionen, 310 Füllungen und 412 Cleanings in einer Woche? Die jamaikanische Antwort darauf lautet: „ Ya man, no problem!“. Für uns vier Zahnmedizinstudentinnen aus Bonn, die gerade das 3. klinische Semester abgeschlossen haben, am Anfang unvorstellbar. Aber Great Shape! Inc. , Papa Joe und Utech machten es möglich.

Schon zu Beginn des Studiums hatten wir alle den gleichen Traum, eine Auslandsfamulatur zu machen. Ungefähr 8 Monate vorher haben wir angefangen, verschiedene Organisationen anzuschreiben – darunter auch DIANO (Dental International Aid Network Organisation). Die Organisation koordiniert unter anderem Auslandseinsätze von Zahnmedizinstudenten und anderen Freiwilligen im karibischen. Unser Ansprechpartner Tobias Bauer als Gründer dieser Organisation stellte den Kontakt zur University of Technology, Kingston und zu Great Shape! Inc. her. Nach der langersehnten Zusage Ende Mai konnten wir uns endlich hochmotiviert in die Spendensuche stürzen, Flüge buchen, Impfungen auffrischen und Unterkünfte mieten.

90 E-Mails später machten wir uns 120 Spendenkilo schwerer mit insgesamt acht Koffern Ende August auf die Reise in die Karibik.

In der Hauptstadt Kingston angekommen, wurden unsere Spenden und wir mit offenen Armen vom Direktor der Dental School Dr. Irwing McKenzie empfangen. Diese wurde vor fünf Jahren in Kooperation mit der amerikanischen Hilfsorganisation Great Shape! Inc.  gegründet. Seitdem ist das Studieren der Zahnmedizin auch auf Jamaika möglich.
ZAD - Jamaika 2017

Great Shape hilft in drei verschiedenen Bereichen auf Jamaika und St. Lucia: Augenheilkunde, ein Lese- und Schulprogramm sowie das größte Projekt der Zahnmedizin „1000 Smiles“.

Von Kingston aus ging es dann nach Whitehouse zum Great Shape Project, das dann für zwei Wochen unser neuer Arbeitsplatz war. Es wurden vier verschiedene Kliniken in Gemeinschafszentren und Kirchen errichtet. Gearbeitet wurde an einfachen, mobilen Behandlungseinheiten. Angeboten wurden Extraktionen, Füllungen und Zahnreinigungen.

Unser Tag begann mit einem Frühstücksmeeting um sieben Uhr zur Besprechung des bevorstehenden Tages. Um Punkt acht Uhr ging es dann in Bussen zu den einzelnen Stationen in der Umgebung. Pro Klinik gab es zwei Supervisor-Zahnärzte, die uns Tipps und Tricks gelehrt haben. So konnten wir von Tag zu Tag selbstständiger arbeiten und unser Arbeitstempo steigern.

Da Extraktionen zu jeder Zeit in großer Zahl an der Tagesordnung standen, konnten wir in diesem Bereich die meisten Erfahrungen sammeln.
ZAD - Jamaika 2017

Von Wurzelresten, bis wackelnden Zähnen, Mesiodens und chirurgischen Extraktionen gelangten wir schließlich sogar zu improvisierten Behandlungen auf der Kirchbank.  

 Auch die Mundhygieneschulung für die Kleinsten sollte nicht zu kurz kommen. So besuchten wir an zwei Vormittagen verschiedene Schulen in der Umgebung, ausgestattet mit vielen Zahnbürsten, Zahnpasta und übergroßen Zahnmodellen und Zahnbürsten. Wir gingen durch die vielen Klassen mit Kindern im Alter zwischen vier und zwölf Jahren und veranstalteten ein kleines Quiz zum Thema Mundhygiene und Ernährung. Am Ende gab es für Jeden eine Zahnbürste und diese wurde mit leuchtenden Kinderaugen freudig entgegen genommen und sofort ausgepackt.

Gegen 17 Uhr oder manchmal auch später endete der Arbeitstag und wir konnten den Abend entspannen und uns über den spannenden Tag austauschen.

Nach zwei ereignisreichen Wochen ging es für uns zurück nach Kingston, wo wir dann unser Outreach Program gestartet haben. Hier arbeiteten wir in Kliniken, die vom Staat finanziert werden. Die Umstände dort waren deutlich einfacher, als man es gewöhnt ist. Aber wie der Jamaikaner sagt: „Ya man, no problem!“ – auch daran haben wir uns gewöhnt.
ZAD - Jamaika 2017

Auch Freizeit und Entspannung wurden großzügig von Dr. McKenzie unterstützt, so dass wir Jamaika in allen Facetten kennenlernen durften. Ob Wasserfälle, einsame Inseln, Bootsfahrten durch den Dschungel oder das Bob Marley Museum, wir hatten noch Zeit, um Einiges zu entdecken.

Es war eine einzigartige Erfahrung für uns und wir können es Jedem empfehlen, der gerne reist, fremde Länder kennenlernt und dabei auch noch hilft.

Vielen Dank hierbei auch an alle Firmen und Einrichtungen, die uns großzügig bei unserer Famulatur unterstützt haben:

Universitätsklinikum Bonn ( Ein großes Dankeschön  an die Kons, Prothetik und die Chirurgie!), Heine Optotechnik, HuFriedy, Heraeus Kulzer, Dm Markt, Voco, Meisinger, Komet, Septodont, Phönix Apotheke Bonn, Meditrade, Bausch, Ivoclar Vivadent, DMG Dental, 3M Espe AG, Roeko und den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)

 

Wir wünschen Euch allen viel Spaß und tolle Erfahrungen auf euren Famulaturen. Grüßt Jamaika von uns, falls es euch ebenfalls dorthin zieht!