Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Ghana

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Ghana, (u. a. Damongo, ca. 100 km westlich von Tamale)
Organisation und Kontakt:
Dental Volunteers e.V
Frau Dr. Agnes Wagner
Tel.: +49-8022-24788
E-Mail: info@dental-volunteers.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Famulanten hatten ein knappes halbes Jahr, um Vorbereitungen zu treffen. Nach der Zusage haben sie sich zeitnah um Flug, Versicherung, Impfungen (Gelbfieber, Tollwut, Typhus, Meningokokken, etc.) und das Visum gekümmert.
Um die Organisation vor Ort mussten sie sich keine Gedanken machen, da dies „Dental Volunteers“ übernommen hat.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Das Visum war sehr aufwendig aber die Famulanten konnten es online beantragen (110€) und mussten im Anschluss ihren Reisepass zur ghanaischen Botschaft in Berlin schicken. Nach ca. 2 Wochen war der Pass dann wieder da.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Da die Famulanten jeweils 2 Koffer zur Verfügung hatten (Air Maroc), haben sie auch pro Person 23 kg Spenden mitgenommen. Am Zoll gab es keine Probleme, aber Frau Wagner hatte ihnen für den Notfall ein Schreiben mitgegeben.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Obwohl Englisch in Ghana die Amtssprache ist, gibt es gerade in den abgelegenen Dörfern viele verschiedene Stammessprachen. Deswegen waren die Famulanten froh, dass ihnen ein Übersetzer zur Seite gestellt worden ist.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Am häufigsten haben die Famulanten Extraktionen  durchgeführt, aber auch Füllungen, Abszesse und kleinere PA-Behandlungen gehörten zum Alltag. Die meisten Einwohner waren zuvor noch nie beim Zahnarzt, sodass die Zähne oft in einem sehr schlechten Zustand sind.
Behandelt haben die Famulanten in einer kleinen „Klinik“, in der sie sich mit viel Kreativität einen Behandlungsraum aufgebaut haben.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Insgesamt ist es schwierig zu sagen, wie viel Geld die Famulanten genau ausgegeben haben, da allein die Kosten zuvor in Deutschland recht hoch waren. Die Famulanten haben sich um Moskitonetze, Medikamente, das Visum etc. gekümmert. Der Flug hat knapp 900€ gekostet, die Verpflegung in Ghana 6€ pro Tag. Ein Wochenende wurde im Mole Nationalpark verbracht und am Ende noch an der Küste gereist, wo die Famulanten auf Touristenpreise gestoßen sind.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Da das Projekt in Langbinsi ein neues Projekt von Dental Volunteers ist, gab es kaum Informationen über die Situation vor Ort, sodass wir leider gar nicht wussten, was uns erwarten würde.
Generell würden wir sagen, dass man frühzeitig mit der Planung anfangen sollte, da es immer zu unerwarteten Überraschungen (beispielsweise Visum) kommen kann.

Zum Abschluss…
"Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit in Ghana!
Wir haben eine spannende neue Kultur kennengelernt, konnten in einem Dorf helfen, in dem zuvor noch keine zahnärztliche Hilfe angekommen ist und haben viel vom Land gesehen. Die Ghanaer sind sehr zuvorkommend, hilfsbereit, aber können über die deutsche Pünktlichkeit nur lachen, sodass aus 7 schnell 14 Stunden werden oder nach einer Stunde Warten immer noch keiner auftaucht."


Famulaturbericht vom 14.11.2017 in Ghana

2017: Ghana

Von: Carolin Buchenroth und Mareike Schildwächter (Uni Marburg)
Organisation: Dental Volunteers e.V.
Zeitraum: 01.08.2017- 31.08.2017

Für uns stand schon in der Vorklinik fest, eine Famulatur im Ausland zu machen. Im 7. Semester haben wir dann endlich über den Kontakt zu „Dental Volunteers“ eine Zusage für Ghana erhalten. Mit der Planung allgemein waren wir relativ spät dran, da wir nicht damit gerechnet haben, dass man sich am besten schon ein Jahr vorher nach passenden Projekten umschauen sollte.

Nach der Zusage haben wir uns zeitnah um Flug, Versicherung, Impfungen (Gelbfieber, Tollwut, Typhus, Meningokokken, etc.) und das recht aufwändige Visum gekümmert.

Um die Organisation vor Ort mussten wir uns zum Glück vorher keine Gedanken machen, da dies „Dental Volunteers“ für uns übernommen hat. Das Visum konnten wir online beantragen (110€) und mussten im Anschluss unseren Reisepass zur ghanaischen Botschaft in Berlin schicken. Nach ca. 2 Wochen war der Pass wieder da und es konnte endlich losgehen.

Angekommen in Accra warteten bereits zwei weitere Studentinnen aus Kiel auf uns. Am nächsten Morgen holte der Fahrer des West Ghonja Hospitals uns ab und wir fuhren 14 Stunden nach Damongo (ca 100 km westlich von Tamale), wo wir die kommende Woche verbringen sollten.
ZAD - Ghana 2017

Wir wurden sehr herzlich in Empfang genommen und konnten gleich am nächsten Tag mit den ersten Patientenbehandlungen im West Ghonja Hospital starten. Mary Grace, eine angelernte Krankenschwester, hat sich sichtlich über die Unterstützung aus Deutschland gefreut, da sie sonst alleine für jegliche Art von Zahnbeschwerden zuständig ist. Auch für uns war es ein super Einstieg, da zumindest die Grundausstattung inklusive mobiler Absauge und Ultraschallscaler vorhanden war. Es ging direkt los mit Extraktionen und Füllungen sowie kleineren PA-Behandlungen.

Geschlafen haben wir in einem katholischen Guesthouse circa 10 Minuten von der Klinik entfernt. Essen gab es kostenlos in der Kantine der Klinik, wo wir jeden Tag Reis mit scharfer roter Soße und verschiedene einheimische Gerichte (Banku, Fufu, Kinkey,..) gekocht bekommen haben. Es war wohl auch besser nicht zu wissen, was genau wie verarbeitet wurde.

Wir entschieden uns, das Wochenende im Mole-Nationalpark zu verbringen, der mit Sicherheit eines der Highlights unserer Zeit in Ghana war. Wir konnten ein bisschen entspannen, einige Affen und Elefanten auf Safari beobachten und die ersten Behandlungstage Revue passieren lassen.
ZAD - Ghana 2017

Die Woche in Damongo verging unglaublich schnell und danach ging es auch schon weiter nach Langbinsi, einem kleinen Dorf 1 Stunde südlich von Burkina Faso, in dem wir den größten Teil unserer Hilfsarbeit leisten sollten.

Am Tag der Ankunft wurde uns zunächst das Dorf gezeigt und wir mussten uns bei allen Oberhäuptern des Dorfes sprich beim Stadtältesten, Bürgermeister, der Polizei und beim religiösen Oberhaupt vorstellen. Es gab einige seltsame Rituale und leider haben wir die einheimische Sprache nicht verstanden, sodass wir meistens nur lächeln konnten, wenn wir mit „Naa“ angesprochen wurden.
ZAD - Ghana 2017

Die Verhältnisse dort sind sehr ärmlich, sodass die meisten Einwohner zuvor noch nie beim Zahnarzt waren und die Zähne oft in einem sehr schlechten Zustand sind. Behandelt haben wir in einer kleinen „Klinik“, in der wir uns mit viel Kreativität einen Behandlungsraum aufgebaut haben.

Bis auf einen Geburtsraum gibt es dort nicht viel und so bestand der „Dentalroom“ aus zwei Behandlungsliegen und einem Tisch mit Instrumenten. Außerdem wurde uns ein Übersetzer gestellt, ohne den wir wahrscheinlich ziemlich hilflos gewesen wären, da die meisten Patienten kein Englisch sprechen.

Die meiste Zeit haben wir Zähne gezogen, Abszesse behandelt aber auch Füllungen gehörten zu unserer täglichen Arbeit. Die Ausstattungen haben wir komplett aus Deutschland mitgebracht und mussten dementsprechend sehr einfallsreich sein, um eine möglichst gute Behandlung zu gewährleisten. Unter anderem gab es den berühmten „Spuckeimer“, dem wir nur ungern zu nahe gekommen sind.
ZAD - Ghana 2017

2 Tage haben wir nur für die Schulkinder in Langbinsi eingeplant. An den Tagen konnten wir jeweils über 100 Kinder screenen, Zähne putzen üben und bei Bedarf am Ende des Tages auch behandeln. Besonders gefreut haben sich die Kinder über Zahnpasten und –bürsten, da oftmals das Geld, wenn überhaupt, für eine „Familien-Zahnbürste“ ausreicht.
ZAD - Ghana 2017

Da der Patientenandrang sehr groß war, haben wir von montags bis samstags behandelt und dementsprechend eindrucksvoll war auch die Dankbarkeit der Patienten.

Während der Zeit in Langbinsi wurde uns ein kleines Haus zur Verfügung gestellt, in dem wir kostenlos schlafen und unsere Freizeit verbringen konnten.

Jeden Morgen und Abend kam eine Köchin, die uns Eier gebraten und Reis mit Hühnchen oder Schaf gekocht hat. Für das Essen haben wir pro Person am Tag 6 € zahlen müssen. Alternativ besteht die Möglichkeit selbst zu kochen, was sich aber auf Grund der nicht vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten als schwierig gestaltet.

Wir lernten mit täglichen Stromausfällen umzugehen, bei jeder Gelegenheit Wasser zu sparen und gewöhnten uns an so gut wie jegliche Art von Krabbeltieren. Selbst das kreischende Perlhuhn hat uns nach 2 Wochen nicht mehr vom Schlafen abhalten können.

Die Freizeitgestaltung war leider etwas schwierig, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel in Langbinsi gibt und das Dorf ansich aufgrund der Größe und Abgelegenheit nicht viel zu bieten hat. Einen Tag konnten wir mit einer Gruppe junger Priester nach Paga an die Grenze zu Burkina Faso fahren, wo wir Krokodile sehen und anfassen konnten.

Am Ende unserer Zeit ging es für uns wieder zurück in den Süden an die Küste, um in den letzten Tagen vor unserem Abflug noch ein bisschen vom Land zu sehen. Besonders zu empfehlen sind vor allem Cape Coast Castle und der Kankum National Park mit dem längsten Canopy Walkway Afrikas.

 

Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit in Ghana!

Wir haben eine spannende neue Kultur kennengelernt, konnten in einem Dorf helfen, in dem zuvor noch keine zahnärztliche Hilfe angekommen ist und haben viel vom Land gesehen. Die Ghanaer sind sehr zuvorkommend, hilfsbereit, aber können über die deutsche Pünktlichkeit nur lachen, sodass aus 7 schnell 14 Stunden werden oder nach einer Stunde Warten immer noch keiner auftaucht.

 Bei offenen Fragen bezüglich einer Famulatur in Ghana, könnt ihr uns gerne jederzeit kontaktieren:

carolinbuchenroth@gmx.de

mareike-schildwaechter@gmx.de