Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zur Dominikanische Republik

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Dominikanische Republik, ILAC (Institute of Latin American Concern), Santiago de los Caballeros
Organisation und Kontakt:
Organsation DIANO e.V. (Dental International Aid Networking Organisation)
Ansprechpartner Tobias Bauer
Hauptstrasse 42
78224 Singen
Tel.: 07731-62212
E-Mail: dental.aid.project@googlemail.com


2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Insgesamt 1 Jahr ab Kontaktaufnahme, Klärung wohin es gehen soll, Impfungen (Hepatitis A und B, ggf. Thyphus, Tollwut), Flugbuchung (ca.3 Monate vorher, sobald Reiseziel klar war), Reiseroutenvorbereitung, Mietwagenbuchung, Buchung der Unterkünfte (vorwiegend AirBnB) (ca. 4 Wochen vorher), Spendenorganisation (ging recht schnell)

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Das Visum wird direkt bei Ein-und Ausreise bezahlt: Bei der Einreise zahlt man 10$, bei der Ausreise, dann je nach Länge des Aufenthaltes. Bei uns waren es, da über 30 Tage, knapp 50$.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Spenden am Besten mit ein paar Schuhen/Kleidung im Koffer mischen, dann fällt es nicht so auf. Bei den Famulanten gab es keine Probleme, aber die Spenden wurden auch nicht entdeckt. Wenn doch, kann es sein, dass eine Gebühr verlangt wird.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Spanischgrundkenntnisse sind ein Muss, Englisch konnten nur sehr wenige und das eher schlecht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Behandlungsspektrum: Vorwiegend Extraktionen, Komposit und Amalgam Füllungen, Zahnreinigungen (von Hand)

Ausstattung: Es gibt vor Ort mobile Einheiten, Kompressoren, Winkelstücke, Lichthärtelampen, Zangen, Hebel, Modellierinstrumente und es sind noch die meisten Materialien vorhanden (Komposit und Anästhesie werden jedoch viel gebraucht)

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: 900 € (inklusive Doppelbuchung, wegen Insolvenz von AirBerlin)
Unterkunft an Wochenenden und 2 Wochen Reisen: ca. 800 €
ILAC: Kosten für Unterkunft in Santiago, Bergdörfern und Transport: 510 $

Bier kostet ca. so viel wie bei uns, Cocktails nur ca. 2-3€, Essen gehen ist ca. 2/3 so teuer wie bei uns (je nach Ort und Lokalität)

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Viel Antibrumm mitnehmen und Fenistil-Gel, Ohropax auch nicht vergessen!
Es gibt Waschmaschinen im ILAC, daher haben die Famulanten nicht viel gebraucht und sich immer über ihr schweres Gepäck geärgert.
Die Überlandbusse sind sehr günstig und auch pünktlich, jedoch wird dort auf Minusgrade runtergekühlt, also auch einen warmen Pulli und lange Hosen für den Bus nicht vergessen!

Zum Abschluss…
"Wir möchten diese keinesfalls missen und würden auf jeden Fall jedem dazu raten, sich auch an eine Auslandsfamulatur zu wagen."


Famulaturbericht vom 14.02.2018 in Dominikanische Republik

2017: Dominikanische Republik

Von: Katharina Spies (Uni Ulm)
Organisation: Te Marae Ora Community Health Services
Zeitraum: 26.08.17 – 06.10.17

Im November 2016 trafen wir Herrn Bauer vom Verein DIANO auf dem Deutschen Zahnärztetag. Dieser berichtete über seine Auslandseinsätze in der Karibik, genauer Dominikanische Republik, Haiti, Cuba und Jamaika.

Dies weckte unser Interesse und wir setzten uns daraufhin mit Ihm in Verbindung. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht ganz klar, wohin die Reise gehen soll und es bedurfte noch einiger Organisation. Erst im April 2017 stand fest, dass es in die Dominikanische Republik gehen soll. Der ortsansässige Kooperationspartner ist ILAC (Institut of Latin American Concern), ein Partner der Creighton University. Diese veranstalten Missionen, um die Lebensumstände der bedürftigen Menschen im Land zu verbessern, wobei unter anderem abgelegene Bergdörfer angefahren werden, um direkt vor Ort Hilfe leisten zu können. Da das ILAC Sommerpause hatte und die Projekte immer erst Anfang September starteten, entschieden wir uns für den Zeitraum vom 26. August bis 6. Oktober. Dieser Zeitraum war für uns auch günstig, da wir dann unsere Staatsexamina schon in der Tasche hatten.

Wir beschlossen uns einige Tage Vorlaufzeit zu gönnen, um uns zu akklimatisieren und die Insel zu erkunden. Daher buchten wir den Flug schon ab Mitte August. Leider entschieden wir uns für einen Billigflug mit „AirBerlin“, was uns im Nachhinein teuer zu stehen kam.

Des Weiteren kontaktierten wir einige Dentalfirmen, um Spendenmaterialien zu erbitten. Dafür suchten wir im Internet nach diesen und schickten Anfragen per Mail. Wir waren selbst überrascht, wie großzügig die meisten Firmen uns Verbrauchsmaterialien zusandten.

Außerdem bewarben wir uns für den Baden-Württemberg Fonds. Dies bedurfte zwar einigen organisatorischem Aufwand, hat sich aber durch die großzügige finanzielle Unterstützung doppelt ausgezahlt.

Über das Tropeninstitut informierten wir uns außerdem über empfehlenswerte Impfungen.

Wegen den großzügigen Spenden benötigten wir dann letztendlich ein zusätzliches Gepäckstück, welches wir glücklicherweise ohne Probleme durch den Zoll brachten. Ein Arbeitsvisum war nicht von Nöten. Wir reisten daher mit einem Touristenvisum, welches bei der Ein- und Ausreise direkt bezahlt werden musste.

In der DomRep angekommen, nahmen wir uns einen Mietwagen und reisten von Punta Cana über Santo Domingo, der Halbinsel Samana, Cabarete und Puerto Plata bis an unseren Zielort Santiago de los Caballeros.

In Santiago befindet sich die Basisstation des ILACs, wo wir die ca. eine halbe Tonne Materialien, die DIANO zur Verfügung gestellt hatte, sortierten, um sie auf unsere beiden Einsatzorte zu verteilen. Da wir vier frisch approbierte Zahnärzte sind, wurde uns zugetraut, dass wir jeweils zu zweit in einem Bergdorf selbstständig arbeiten können.
ZAD-Famulatur-Domrep-2017

Am Montag wir dann vom ILAC aus alle Materialien, u.a. je zwei Stühle, je 2 mobile Einheiten und Verbrauchsmaterialien, in die zwei für uns vorgesehenen Dörfer „Bambu“ und „El Peurto“. Dort angekommen, bauten wir alles in der Dorfkirche auf.
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Wir wurden herzlichst von den Dorfbewohnern aufgenommen und mit drei Mahlzeiten am Tag sehr gut versorgt. Während wir unter der Woche im Bergdorf arbeiteten, schliefen wir bei den einheimischen Familien, die für uns netter Weise je 2 Zimmer zur Verfügung stellten.

Die Menschen leben dort unter einfachsten Bedingungen. Trotz fehlendem fließend Wasser und Stromausfall an jedem zweiten Tag, kamen wir erstaunlich gut zurecht und wir merkten, dass man auch ohne den gewohnten Luxus gut leben kann.

Jeden Morgen erwarteten uns dann die Patienten schon sehnlichst vor der Kirche und es gab auch reichlich zu tun. So gut wie jeder bedurfte zunächst einer gründlichen Zahnreinigung. Außerdem waren sehr häufig Extraktionen und Füllungen jedweder Art von Nöten. Viele hätten auch gerne eine prothetische Versorgung gehabt, jedoch überstieg dies unsere Möglichkeiten vor Ort. Auch ohne dies kamen wir meist nicht vor 18-19 Uhr zu unserem verdienten Feierabend.

Die Wochenenden standen uns immer zur freien Verfügung und wir fuhren dann meist an die Nordküste und entspannten in Cabarete, Sosua oder Puerto Plata am Strand.

Ein weiterer Kooperationspartner von DIANO ist die Dentalklinik „Monkey Jungle“ in der Nähe von Sosua. Diese finanziert sich durch eine Zipline und durch Touren durch das Affengehege. Dort behandelten wir auch ein paar Mal Einheimische und Mädchen aus der nahe gelegenen „Mariposa Schule“, welche wir dort vorher gescreent hatten. Dies stellte eine nette Abwechslung zu der Arbeit in den Bergdörfern dar, da die Klinik, im Gegensatz zum Dorf, sehr gut ausgestattet ist und einem engagierte Helferinnen zur Verfügung stehen. Zur Belohnung durften wir nach getaner Arbeit dann auch noch Totenkopfäffchen füttern gehen, was auch eine super Erfahrung war.
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Leider wurden unsere Einsätze immer wieder unterbrochen, da Hurrikan Irma und zwei Wochen später noch Maria sich die Ehre gaben. Zu unserer Sicherheit sind wir dann lieber nach Santiago ins ILAC zurückgefahren. Bis auf sehr starken Regen und Wind und einigen umknickenden Bäumen, sind wir in der Dominikanischen Republik jedoch vergleichsweise sehr glimpflich davongekommen. Erfreulicherweise ist in den Bergdörfern auch kaum etwas zerstört und niemand verletzt worden und wir konnten danach unsere Arbeit wie gewohnt wiederaufnehmen.

Gut zu wissen ist noch, dass abseits der Touristenregionen nur noch Spanisch gesprochen wird. Aber mit Händen und Füßen bekommt man auch immer eine Verständigung hin.

Unser Rückflug wurde dann leider durch die Insolvenz von „AirBerlin“ storniert und wir mussten uns auf eigene Kosten einen neuen buchen.

Trotz einiger unvorhergesehenen Ereignisse, hat sich die Famulatur sehr gelohnt und uns um viele Erfahrungen reicher gemacht.

Wir möchten diese keinesfalls missen und würden auf jeden Fall jedem dazu raten, sich auch an eine Auslandsfamulatur zu wagen.

Viel Spass!
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