Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu USA

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: USA, Pittsburgh
Organisation und Kontakt: University of Pittsburgh, School of Dental Medicine, USA

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Bewerbung wurde erst ca. 7 Monate vor Praktikumsbeginn verschickt (Zusage ca. 6 Monate vor Beginn, die Zeit braucht man aber vor allem für das Visum). Informiert hat sich die Famulantin aber schon seit ca. 2 Jahren.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja es wird ein J1-Visum benötigt. Kostenpunkt ca. 450 €.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
"Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
In diesem Fall wurden keine Spenden mitgenommen, da es sich um kein Entwicklungsland handelt.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen."

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Sowohl für die Vorlesungen als auch die Patientenbehandlung ist Englisch ein Muss. Übersetzer gab es nicht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Das amerikanische Gesetz und die Visums Auflagen verbieten direkten Patientenkontakt, daher wurde nicht behandelt und auch nicht assistiert, sondern nur zugeschaut und an Hands-On inkl. Modellen teilgenommen.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Visum: ca. 450 €
Flug: ca. 1.100 €
Unterkunft: ca. 2.000 €
Verpflegung: ca  5 - 20 €/Tag
Transfer (Bustickets): $ 90

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Nicht aufgeben, jede Sekunde war alle Mühe wert!

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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: USA, Minneapolis
Organisation und Kontakt:
Office of Academic Affairs
School of Dentistry
Moos Health Science Tower
15-234
515 Delaware Street SE, Minneopolis, MN 55455
Office: 612-625-9251

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?

  • ca. 6 Monate (parallel zum Studium)
  • I-20 Dokument beantragen
  • Visa beantragen (inklusive Termin bei Botschaft)
  • Impfungen nachweisen
  • Krankenversicherung abschließen
  • für Wohnung im Studentenwohnheim bewerben
  • diverse Online Tests absolvieren
  • Klinikklamotten bestellen
  • Uni-ID + eMail machen & mit Uniplattform vertraut machen
  • Flüge buchen

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?

  • Ja
  • Kosten ca. 260€ (gegliedert in I-20 Dokument – 50€; SEVIS-Fee – 175€; Visa-Gebühren – 135€)

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.

  • Der Austausch ist Teil eines offiziellen Austauschprogrammes zwischen der Universität Heidelberg und der University of Minnesota
  • Man behandelt also in der Universitätsklinik von Minneapolis, weshalb Spendenartikel gar nicht notwendig sind

In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?

  • Englisch (war aber unproblematisch, mit Patienten dauert es etwas, man kommt aber schnell rein)

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

  • Behandlung in Universitätsklinik in Minneapolis, Minnesota (Moos Tower)
  • Prothetik (Totalprothetik, festsitzend)
  • KONS (Füllungen, Befunde, Zahnreinigungen)
  • Chirurgie (Extraktionen)


7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

  • Aufenthaltsdauer: 4 Monate
  • Flüge: 900€
  • Wohnung: 2000€
  • Verpflegung: ca. 200€ pro Monat
  • Visagebühren: 350€
  • Krankenversicherung: 600€
  • Prepaid-Karten: 100€
  • Generell eher teuer, da USA (und natürlich auch davon abhängig, wie viel man noch nebenher reist & ob man noch Klamotten einkauft)

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Nicht aufgeben, jede Sekunde war alle Mühe wert!

  • Sekretärin an amerikanischer Universität ist speziell für Austauschstudenten zuständig
  • Man bekommt sehr viel Hilfe von ihr
  • Keine großen Tipps notwendig (außer dicke Kleider anzuziehen

Famulaturbericht vom 25.05.2018 in USA

2018: USA

Von: Niklas Wurzrainer (Uni Heidelberg)
Organisation: University of Minnesota
Zeitraum: 01.01.2018 - 07.04.2018

Bewerbung

Schon zu Studienbeginn war bei mir der Wunsch, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren, sehr groß. Da man später als praktizierender Zahnarzt mit hoher Wahrscheinlichkeit an einen Ort gebunden ist, denke ich, dass so eine Erfahrung für die persönliche Entwicklung sehr wertvoll ist. Der Studiengang Zahnmedizin bietet im Vergleich zu anderen Studiengängen jedoch nicht die Vielfalt an Austauschmöglichkeiten. Somit war der besagte USA-Austausch an der Universität Heidelberg die letzte Möglichkeit, eine Auslandserfahrung zu machen. Der Austausch erstreckte sich von Anfang Januar 2018 (Ende Fachsemester 9) bis Mitte April 2018 (Ende vorlesungsfreie Zeit zwischen Fachsemester 9 und 10). Die Bewerbungsphase hierfür begann Mitte Mai 2017. Notwendig waren ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf (beides idealerweise auf Englisch), sowie alle Zertifikate von Preisen, Ausbildungen, Praktika, .... Diese Unterlagen musste man innerhalb von zwei Wochen der für den Austausch zuständigen Professorin, Frau Professor Kim, einreichen. Nach der ersten Auswahlrunde wurden dann zwei Bewerber ausgesucht, welche zu einem persönlichen Interview eingeladen wurden. Dies fand Anfang August statt. Nach ungefähr zwei Wochen wurde dann letztendlich ein Student (in diesem Fall erfreulicherweise ich) ausgewählt. Die Bewerbungsphase kollidiert daher mit einer sehr stressigen Kurs-Zeit (Endphase vom ersten klinischen Kurs). Der Aufwand hat sich jedoch wirklich gelohnt.

Vorbereitung

Mit dem Moment der Zusage begannen schon die Vorbereitungen. Man kontaktiert die Sekretärin der University of Minnesota, welche speziell für die Austauschstudenten zuständig ist. Diese schickt einem dann ein Dokument zu, auf welchem alle wichtigen Informationen draufstehen. Dieses Dokument arbeitet man dann in chronologischer Reihenfolge ab, was eigentlich nicht schwer ist, jedoch mit einem enormen Zeitaufwand einhergeht. Während des "Abarbeitens" steht man im regelmäßigen Austausch mit der Sekretärin. Diese ist wirklich super hilfsbereit und beantwortet einem sehr zügig jede aufkommende Frage. Das war wirklich hilfreich, weil man doch mit der ganzen Informationsflut etwas überfordert war und auch an einige Dinge denken musste. Steckt man jedoch genügend Zeitaufwand und Konzentration in die Vorbereitungsphase, kann man diese auch gut neben universitären Aufgaben bewältigen. Die Vorbereitungen gliedern sich ungefähr in Uni-Applikation, Flüge buchen, Beantragung des Visums (inklusive Termin bei der Botschaft), Impfnachweis besorgen, Krankenversicherung abschließen, für eine Wohnung im Studentenwohnheim bewerben, diverse Online-Tests machen, Klinikklamotten bestellen, Uni-ID und eMail erstellen und mit der Plattform der Universität vertraut machen sowie ein paar weiteren Kleinigkeiten. Wie bereits erwähnt... Alles keine großen Herausforderungen, da es eigentlich sehr ersichtlich war, wie man was zu erledigen hatte. Es war halt einfach nur zeitaufwendig. Insgesamt hat die ganze Vorbereitungsphase von Mitte August (kurz nach Zusage) bis kurz vor Weihnachten (kurz vor Anreise in USA) gedauert, weil man doch immer wieder was Neues zu tun hatte.

Aufenthalt

Nach all den Vorbereitungen war es dann am 1. Januar 2018 soweit. Mit der Ankunft in Minneapolis begannen direkt die Vorbereitungswochen an der University of Minnesota, School of Dentistry. Diese dauerten insgesamt zwei Wochen. Man hatte zahlreiche Veranstaltungen mit Mitarbeitern der Fakultät (IT, Zahnärzte, Techniker, …), die einem den Einstieg in das alltägliche Leben eines Zahnmedizinstudierenden etwas erleichtern sollten. Zusätzlich nahm man noch weitere Termine wahr, wie zum Beispiel das Beantragen und Abholen einer Universitäts- und Krankenversicherungskarte, die Teilnahme am Immigration Check-In und ein Basic-Life-Support Training (= Erste-Hilfe-Kurs). Dieses war besonders wichtig, da man ohne diesen Kurs (sowie einige Online-Trainings, die man im Laufe der Vorbereitung aber auch in den Einführungswochen absolvierte) nicht offiziell in die Behandlungsräume der Klinik durfte. Wichtig ist auch, dass man sich in diesen beiden Wochen bereits Patienten besorgt, da ab Woche 3 die Behandlungen offiziell losgehen und der Terminkalender natürlich leer ist. Dies tut man, indem man entweder Kommilitonen nach Patienten fragt oder die Damen am Front Desk höflich darum bittet, dass doch Patienten für einen gebucht werden. Es ist also einem selbst überlassen, wie voll man seinen Kalender machen will. Man kann immer vormittags und nachmittags behandeln, von montags bis freitags, also maximal 10 Behandlungssitzungen pro Woche. Ich persönlich kann aus eigener Erfahrung nur empfehlen, so schnell wie möglich Patienten zu besorgen (idealerweise auch gleich Prothetik-Patienten), damit man zum Ende des Aufenthalts hin nicht so viel Stress hat, die Behandlungen zu beenden. Sollte man mal keinen Patienten haben, macht man einfach den Aufnahmedienst von einem D4-Studenten (D4 = letzter Jahrgang). Diese haben meistens nämlich schon die Mindestanforderung für Neuaufnahmen erfüllt und sind glücklich darüber, wenn sie diese dann nicht mehr machen müssen. Dort findet man meistens dann auch immer irgendetwas für weitere Behandlungen (mit etwas Glück sogar einen Prothetik-Patienten). Am Anfang wirkt das alles sehr stressig, aber wenn man einmal eine gewisse Anzahl an Patienten gesammelt hat, dann füllt sich der Terminkalender ziemlich schnell. Natürlich muss man immer drauf achten, dass die Patienten einem dann nicht ausgehen, damit man keinen Leerlauf hat. Empfehlenswert ist vielleicht auch, die Patienten am Tag vorher anzurufen (sofern man diese erreicht), da die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei einigen doch sehr zu wünschen übriglässt. Ich hatte zum Beispiel nach sechs Behandlungswochen (ergo 60 möglichen Behandlungen) 10 Ausfälle. Das ist einfach ärgerlich, wenn man alles richtet und dann rumsitzt, nur um dann nach einer Stunde wieder alles abzubauen und nach Hause zu gehen. Sobald man erstmal regelmäßig behandelt, läuft dann alles quasi von alleine. Man wird sogar etwas schneller und gefühlt etwas routinierter in den Dingen, die man häufiger tut wie zum Beispiel Füllungen. Ebenfalls sehr interessant war, dass man auch Behandlungen absolviert, welche man in Heidelberg im Studentenkurs nicht macht wie zum Beispiel Amalgam-Füllungen. Mittwoch abends hat man die Möglichkeit, in einem Krankenhaus in St. Paul Extraktionen zu machen. Dafür muss man sich donnerstags zuvor in eine Liste eintragen (sollte man recht schnell erledigen, da diese Listen nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen haben und diese sehr schnell belegt sind). Leider habe ich von dieser Veranstaltung erst recht spät erfahren (offiziell ist das nämlich was Außeruniversitäres). Erfreulicherweise hatte ich dennoch zwei Mal die Gelegenheit, mit ein paar Kommilitonen daran teilzunehmen. Das war ebenfalls sehr interessant, da man hier sogar auch (in Abhängigkeit vom anwesenden, aufsehenden Arzt) chirurgische Extraktionen mit Bohrern machen durfte. Ich hatte die Gelegenheit, einen impaktierten Weisheitszahn im Unterkiefer zu extrahieren (sowas macht man in Heidelberg als Student definitiv nicht). Alles in allem kann man sagen, dass die Behandlungen sehr vielfältig sind, sehr viel Spaß machen und dass das Ganztags-Behandeln einem schon mal im Ansatz das Gefühl gibt, wie es später im Berufsleben sein wird. Ich habe es wirklich als eine sehr positive Universitätszeit empfunden (mit dem ganz normalen Auf und Abs).

ZAD - Famulatur USA 2018 (aufgebauter_Behandlungsstuhl)

Nach der Uni beziehungsweise am Wochenende hatte man natürlich auch genug Zeit, sein Privatleben zu genießen. Ich habe dort viele nette Leute kennengelernt und dementsprechend viele großartige Dinge gemacht. Egal ob Feiern, Kino, entspannt miteinander Zeit verbringen oder einfach nur was Essen gehen… man hat von allem ziemlich viel, sobald man mit den Leuten in Kontakt kommt. Generell ist zu sagen, dass die Studenten dort sehr offene Menschen sind. Sie sind hilfsbereit und wirken sehr interessiert (ob es tatsächlich der Fall ist, muss man natürlich selber herausfinden). Genauso verhält es sich auch mit den Zahnärzten an der Universität. Man hat das Gefühl, auf einer Ebene zu sein und quasi Hinweise von erfahreneren „Kollegen“ zu bekommen, was ich persönlich als sehr angenehm empfunden habe. Aufgrund der gemachten Erfahrungen möchte ich noch zwei weitere interessante Informationen erwähnen. Zum Einem hat man als Student die Möglichkeit, im universitären Fitnessstudio (Recreation & Wellness Center) kostenlos zu trainieren. Das war wirklich das größte Fitnessstudio, in dem ich je gewesen bin (über 4 Stockwerke mit eigener 400m Bahn im Gebäude, mehreren Basketball-Plätzen, Schwimmbad, ...). Da hier jedoch alle Studenten (ca. 80.000) und Mitarbeiter der University of Minnesota ebenfalls trainieren, ist es zu Jahresbeginn (in USA gleichzeitig Semesterbeginn) immer extrem voll. Zum anderen hat man das Glück (natürlich nur bei vorhandenem Interesse), dass Minnesota in jedem großen Sport (Basketball, Eishockey, Baseball, Football und Fußball) eine Mannschaft in der jeweiligen größten Liga des Landes stellt. Ich war bei einem Eishockey- und zwei Basketballspielen, was wirklich sehr aufregende Erlebnisse waren. Baseball und Football sind im Winter leider außerhalb der Saison (gegen Ende des Aufenthalts hat man aber beim Baseball vielleicht noch etwas Glück). Das Freizeitangebot ist wirklich riesig und mit der Uni und all den Leuten, die man im Laufe des Aufenthalts kennenlernt, wird einem auf keinen Fall langweilig.

Nachsorge

Mit dem Ende des Austausches starte im fließenden Übergang das 10. Fachsemester. In der ersten Woche habe ich mich darum gekümmert, dass alle Behandlungen (KONS & Prothetik), die ich in den USA gemacht habe, an der Universität Heidelberg anerkannt werden und in das hier vorhandene Punktesystem umgerechnet werden. Nach einer Woche hatte ich von der jeweiligen Fakultät die Bestätigung für die Punkteanrechnung. Zusätzlich musste ich mich noch darum kümmern, dass ein Geldbetrag auf mein Konto zurück überwiesen wurde. Man zahlt die Wohnung nämlich für ein ganzes Semester und beantragt direkt im Anschluss an den Bezahlprozess (ca. Ende Januar) einen früheren Auszug (welcher natürlich aufgrund des Austauschstudentenstatus' direkt genehmigt wird). 4 Wochen, nachdem ich aus der Wohnung ausgezogen bin, hatte ich dann das Geld wieder auf dem Konto. Mit dem Schreiben dieses Erfahrungsberichtes beende ich quasi meine komplette Nachsorge für den Austausch. Auch hier sieht man, dass mit etwas Einsatz die Nachsorge schnell erledigt ist.

Fazit

Alles in allem kann ich sagen, dass ich die Zeit in Minnesota wirklich sehr genossen habe. Sowohl die universitären, praktischen Erfahrungen als auch die außeruniversitären Erlebnisse haben mir sehr gefallen. Ich denke, dass dieser Austausch für meine fachliche und persönliche Entwicklung sehr gut war und kann nur jedem Studenten in Heidelberg empfehlen, sich dafür zu bewerben. Ich werde die vielen Menschen, die ich kennengelernt habe und das ganze Leben dort sehr vermissen und hoffe, dass ich in Zukunft in irgendeiner Art und Weise mit dem Ort Minneapolis und meinen amerikanischen Freunden immer verbunden sein werde.