Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Peru

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Peru, Urubamba (Nahe Cusco)
Organisation und Kontakt:
Zahnärzte helfen e.V.
1. Vorsitzender Dr. Norbert Reiß
Konrad-Adenauer-Str. 2
64807 Dieburg
Tel.: 06071 25552
Fax: 06071 21938
E-Mail: za-helfen@arcor.de
www.za-helfen.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Einige Famulanten starteten ihre Vorbereitungen bereits sechs Monate vorher, andere sogar nur drei Wochen. Zur Vorbereitung gehört u. a. das Sammeln von Spenden, Sprachkenntnisse erlernen und Fahrtkostenzuschüsse beantragen. Impfung: Tollwut, Hepatitis A/B, Typhus, Meningokokken-Meningitis ACWY, Gelbfieber. Nach der Approbation ist zusätzlich eine Berufshaftpflichtversicherung notwendig. Reisekrankenversicherung wird vorausgesetzt.
Die Flüge kann man entweder über einen europäischen Flughafen direkt nach Lima/Südamerika wählen oder über die USA als Zwischenstopp, was jedoch ein gültiges ESTA Visum voraussetzt.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Einige Famulanten berichten, dass es keine Probleme gab. Bei anderen wurden z. B. Spiegel und Sonden kontrolliert. In diesem Fall dem Zoll einfach sagen, dass es sich um Geschenke für einen Zahnarzt handelt.
Desinfektionsmittel sind nicht erlaubt. Weitere Famulanten mussten in Lima die Koffer wegen spitzen Gegenständen (Sonden, Pinzetten) öffnen, konnten dann aber damit weiterreisen. Die Fluggesellschaft LAN fliegt direkt von Madrid nach Lima (sehr angenehm, da Nachtflug). Unbedingt von Lima nach Cusco weiterfliegen.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Es ist von Vorteil fließend Spanisch zu sprechen, auch wenn vor Ort auf Spanisch sprechende Freiwillige des Hilfsprojektes zurückgegriffen werden konnte, die auf Deutsch oder Englisch übersetzen. Bei Angeboten für Touristen versteht fast jeder Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Ein Baustein des Gesundheitsprojektes ist die zahnmedizinische Prophylaxe an den Schulen. Ein andere Teil des Projektes umfasst die Behandlung der Kinder aus den kooperierenden Schulen. Hierfür werden zwei Postas betrieben. Eine befindet sich im Chicon Tal und die andere im Huilloc Tal, beides Seitentäler des Heiligen Tals an dessen Anfang Urubamba liegt.
Die Behandlungsstühle waren zwar schon älteren Baujahrs aber voll funktionsfähig. Auch bei den notwendigen Materialien fehlte es an nichts. In diese recht gut ausgestatteten Behandlungsstationen kommen in der Regel Kinder aus den benachbarten Schulen und werden hier zahnmedizinisch versorgt. Die Estacion movil hat weniger Verbrauchsmaterial, in den Bergen in Chaullaccocha und Chupani muss alles mitgebracht werden
Überwiegend werden Fissuren versiegelt, Füllungen gelegt und hin und wieder mal auch ein Zahn extrahiert.
Es wird von Montags bis Freitags behandelt.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: ca. 1.000 €
Unterkunft Hotel: 20 $/Nacht
Unterkunft bei einer Familie: 80 €/Monat (bzw. 350 SOL/Monat)
Mittagessen: ca. 1,50 - 6 €
Abendessen: ca. 5 - 10 €
Wasser: 3L = 4 SOL (Wechselkurs: 1 € = ca. 3,30 SOL)
Ausflüge (Machu Picchu, etc.): je nach Budget von 150 € - 500 €
Anderen Famulanten hat die ganze Famulatur ca. 2.000 € gekostet.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Frühzeitige Bewerbung bei der Organisation.
Es handelt sich bei dem Projekt um ein Kinderhilfsprojekt, sodass die Behandlungszeiten weitesgehend während der Schulzeiten der Kinder stattfinden, daher sollte ein Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden sein.
Eine Stirnlampe kann nie schaden. Ob bei der Behandlung, in Hostels oder beim Wandern.
Ein ISIC (internationaler Studentenausweis) lohnt sich, wenn man z. B. den Machu Picchu besucht.Lernt ein bisschen Spanisch, dann tut ihr euch viel leichter mit allem!
Gerne hätten die Famulanten vorab gewusst, welche Spenden wirklich benötigt werden.
Größere Trips bzw. Touren sind vor Ort bis zu 70% günstiger als bei vorab Buchungen in Deutschland oder online und aufgrund der zahlreichen Anbieter täglich buchbar.
Das Wichtigste ist ein relativ sicheres Spanisch. Wenn man gut spanisch spricht kann ich Jedem eine Famulatur in Camaná, Peru wärmstens empfehlen.

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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ansprechpartner: Mons. Percy Fernando Saavedra Ramirez
Adresse: Apartado Postal 55 – Jirón Piérola 322 – Camaná, Peru
E-Mail: obischuquibamba@gmail.com
Tel.: +54 571272

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen haben knapp 4 Monate gedauert. Impfungen müssen rechtzeitig getätigt werden, Versicherungen lassen sich auch kurzfristig organisieren, Flüge sollten alleine aus Kostengründen zeitig gebucht werden, Unterkunft und Transfer wurden zum Glück von der Organisation gestellt, aber auch dies musste natürlich zeitig besprochen werden. Sonst sind Materialienspenden und die Kontaktaufnahme mit Dentalfirmen etwas was Zeit in Anspruch nimmt und natürlich die Organisation des Ablaufs der Famulatur mit den Menschen vor Ort sollte schon mehrere Monate vorher besprochen werden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten keine Probleme mit den Spenden bei der Einreise, wurden aber auch nicht vom Zoll kontrolliert. Bei der Fluggesellschaft hatten sich die Famulanten vorher erkundigt und es wurde versichert das der Transport der Materialien im Gepäck kein Problem darstellen würde, auch wenn es auf Bildern und Plakaten im Flughafen teilweise eindeutig anders deklariert war.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Fließendes Spanisch ist ein absolutes Muss! Als die Famulanten vor Ort waren, war ein anderer deutscher Volontär vor Ort der ihnen für den Monat der Famulatur begleitet hat, aber das wird nicht immer der Fall sein. Zwar werden andere Volontäre da sein, diese werden allerdings für andere Projekt eingeteilt sein und die Bevölkerung spricht kein Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Behandlung (hauptsächlich Füllungen, Prophylaxe und Extraktionen) in einer Zahnarztpraxis mit Ausstattung ähnlich deutscher Verhältnisse aber auch Behandlung in den Bergen ohne Strom und Licht in einem Gartenstuhl. Die Patienten sind alle sehr herzlich und dankbar, haben aber sehr viel Behandlungsbedarf, besonders in den abgelegenen Bergdörfern. Viele der Patienten sind Kinder, die allerdings auch schon sehr kariöse Zähne haben.


7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Flug: 1000€
Unterkunft: gestellt, Verpflegung: Frühstück und Mittagessen durch die Woche i. d. R. auch gestellt.
Preise generell wesentlich günstiger als in DE, ca. ½ - ¼ des deutschen Preises.

Gesamtkosten dementsprechend bei ca. 1700€, durch Förderung des DAAD/ZAD allerdings niedriger.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Frühzeitige Bewerbung bei der Organisation.
Es handelt sich bei dem Projekt um ein Kinderhilfsprojekt, sodass die Behandlungszeiten weitesgehend während der Schulzeiten der Kinder stattfinden, daher sollte ein Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden sein.
Eine Stirnlampe kann nie schaden. Ob bei der Behandlung, in Hostels oder beim Wandern.
Ein ISIC (internationaler Studentenausweis) lohnt sich, wenn man z. B. den Machu Picchu besucht.Lernt ein bisschen Spanisch, dann tut ihr euch viel leichter mit allem!
Gerne hätten die Famulanten vorab gewusst, welche Spenden wirklich benötigt werden.
Größere Trips bzw. Touren sind vor Ort bis zu 70% günstiger als bei vorab Buchungen in Deutschland oder online und aufgrund der zahlreichen Anbieter täglich buchbar.
Das Wichtigste ist ein relativ sicheres Spanisch. Wenn man gut spanisch spricht kann ich Jedem eine Famulatur in Camaná, Peru wärmstens empfehlen.

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Dritte Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Organisation: Peru-Aktion e.V
Homepage: www.peru-aktion.de
Ansprechpartner: Christoph Beckmann
E-Mail: christoph.beckmann87@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Famulanten haben sich ungefähr 3 Monate richtig vorbereitet. Sie haben sich gegen Gelbfieber impfen lassen und eine Reiseschutzversicherung über die Apobank abgeschlossen. Flüge,Transfer und Unterkünfte bekommt man relativ kurzfristig. Die meiste Vorbereitungszeit brauchten sie für das Sammeln der Spenden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der offizielle Weg die Spenden anzumelden vorher funktioniert leider nicht. Die Famulanten hatten für alle Fälle ein Bestätigungsschreiben der Organisation auf Spanisch dabei, mussten aber nicht durch den Zoll.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Spanisch! Die deutschen Freiwilligendienstler konnten aber auch sehr gut aushelfen.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Es gibt eine Einheit, die relativ gut funktioniert. Da es keine Möglichkeit zum Röntgen gibt hat man Hauptsächlich die Wahl zwischen Füllungen und Extraktionen

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Etwas über 2000 Euro mit einem Monat Reisen noch dazu. Im Projekt selbst wohnt man kostenlos und bekommt 3 Mahlzeiten.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Welche Materialien vor Ort wirklich gebraucht werden.


Zum Abschluss…
"Peru und seine unfassbar warmherzigen Menschen sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir sind aus dem Land der Alpakas, des Pisco und der Berge mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge zurück nach Deutschland gekehrt."

"Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt und Peru an sich ist auf jeden Fall eine Reise wert und jetzt drei Monate nach unserer Rückkehr fallen uns mindestens fünfzig Gründe mehr ein, nach Peru zu reisen und dort eine Famulatur zu machen."

"Die Famulatur hat sehr viele neue Erfahrungen, Eindrücke und Einblicke gegeben und ich denke immer wieder gerne daran zurück!"


Famulaturbericht vom 12.06.2018 in Peru

2018: Peru

Von: Tino Robin Rickert (Universität Köln)
Organisation: Bischofssitz Camana in Kooperation mit der Clinica Odontologica Iberico/Caritas
Zeitraum: 05.03.2018 – 06.04.2018

Den Wunsch eine Auslandsfamulatur zu absolvieren gab es für uns beide schon seit Beginn des Studiums. Basierend auf Erzählungen und Erfahrungsberichten von Kommilitonen die in den verschiedensten Ländern der Welt unterschiedliche Projekte unterstützt haben, haben auch wir nach einem passenden Zeitpunkt gesucht um ins Ausland zu fahren.

Als ein ehemaliger Mitschüler während eines freiwilligen sozialen Jahres in Peru berichtete, dass Unterstützung für ein dentales Hilfsprojekt gesucht wurde, ergriffen wir die Gelegenheit beim Schopf und begannen mit der Planung. Dank der fleißigen Mithilfe unseres deutschen Ansprechpartners vor Ort war schnell der Kontakt zur Caritas und einer Zahnarztpraxis in Camaná hergestellt, einer Kleinstadt an der Küste Perus.

So stand schnell der genaue Plan für unsere Famulatur im März 2018: Zu Beginn würden wir 2 ½ Wochen in der Praxis des Zahnarztes in der Stadt behandeln und danach gemeinsam mit einem Zahnarzt und der Caritas für 1 ½ Wochen in Dörfer der Anden fahren um dort Leuten Hilfe zu leisten die kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Für Unterkunft und Verpflegung sorgte der örtliche Bischofssitz unter dessen Schirmherrschaft die Caritas als kirchlicher Organisation steht. Die Planung für die Zeit in Peru war also soweit abgeschlossen, jetzt mussten wir nur noch alles Weitere in Deutschland organisieren. Impfen, Materialspenden von Dentalfirmen organisieren, sowie Kontakt mit der Fluggesellschaft und dem peruanischen Zoll aufnehmen um den Transport der Spendenmaterialien zu organisieren, waren die verbleibenden Punkte die vor der Famulatur noch zu erledigen waren.

All dies ging mehr oder weniger problemlos und so standen wir Anfang März mit 2 großen Koffern voller Materialien und unserem eigenem Gepäck am Flughafen, in freudiger Erwartung auf den kommenden Monat in Peru.

Nach einer 24-stündigen Reise landeten wir an dem kleinen Flughafen in Arequipa, Peru wo wir von einer sehr freundlichen Mitarbeiterin des Bischofssitzes auf Spanisch empfangen wurden. Leider war unser Schulspanisch sehr eingerostet und auch der mehrwöchige Auffrischungskurs den wir online belegten hat uns nicht für die schnelle Ausspreche der Peruaner vor Ort gewappnet. Da in Peru generell nur sehr wenige Leute Englisch sprechen, außerhalb der Großstädte nahezu niemand, fiel die Kommunikation anfangs sehr schwer. Mit Händen und Füßen sowie einem Wörterbuch konnten wir uns dann aber doch einigermaßen verständigen und machten uns gemeinsam auf den Weg nach Camaná wo wir den ersten Teil unserer Famulatur verbringen würden, um dort soziale schwache Menschen zu behandeln.

 Nach einer 4 stündigen Autofahrt wurden wir von Nils, dem deutschen freiwilligen Helfer in Empfang genommen und mit seiner Hilfe als Übersetzter stellten wir uns noch am selben Tag in der Zahnarztpraxis vor. Die Familie des Zahnarztes empfing uns sehr herzlich und war begeistert, dass deutsche Studenten sich für ein solches Projekt engagierten. Ohne Umstände wurden uns 2 Behandlungsstühle in der Praxis zur Verfügung gestellt und neugierig wurde beobachtet welche Materialien wir mitgebracht hatten während wir uns einrichteten. Als wir dann am Ende des Tages unsere Zimmer bezogen waren wir sehr guter Dinge für die Behandlungen die am nächsten Tag beginnen sollten.

Nach dem Frühstück im Bischofssitz gemeinsam mit den sehr entspannten Priestern und anderen freiwilligen Helfern am nächsten Morgen, erwartete uns bereits eine Zahnärztin in der Praxis als wir ankamen. Sie war selbst Feuer und Flamme für unser Projekt und hatte mit 2 Schulen in sozial schwachen Gegenden der Stadt Termine vereinbart. Also verbrachten wir den ersten Tag damit Kindern zu zeigen wie sie die Zähne richtig putzen sollten, verteilten Zahnbürsten und Zahnpasta und stellten den Behandlungsbedarf fest, damit wir sie in den nächsten Wochen behandeln konnten. Im Laufe der Famulatur besuchten wir noch weitere Schulen um Prophylaxemaßnahmen bei Kindern, Lehrern und Eltern durchzuführen. Die Offenheit und Dankbarkeit die uns von allen Seiten entgegenschlug, sollte uns auch für den Rest der Famulatur begleiten.
ZAD - Famulatur Peru 2018 (3)

 

Dank der Verknüpfungen der Kirche und Mundpropaganda sprach sich schnell herum dass sich die ärmere Bevölkerung kostenlos von uns behandeln lassen konnte und so gab es für uns an den meisten Tagen sehr viel zu tun. Viele Füllungen und Extraktionen standen auf der Tagesordnung und Dank der Mithilfe von Nils beim Übersetzten aber auch beim Behandeln stellte sich schnell eine gewisse Routine ein, die es uns ermöglichte viel und auch sehr eigenständig zu behandeln. Hatten wir doch einmal Fragen oder waren unsicher, hatte der Zahnarzt jederzeit ein offenes Ohr und half uns wo er konnte. Durch diese Möglichkeiten wurden wir wesentlich souveräner im Patientenumgang und konnten viele wichtige fachliche Erfahrungen sammeln, von denen wir auch in Deutschland profitieren werde.
ZAD - Famulatur Peru 2018 (1)

Mit der Zeit wurde dann auch die Kommunikation immer besser, was nicht zuletzt daran lag, dass die Familie des Zahnarztes uns regelmäßig zum Mittagessen einlud und jeden Abend etwas mit uns unternahm. So wurden wir zum Grillen am Strand eingeladen, zu diversen Essen von Spezialitäten in den unterschiedlichsten Restaurants, zu einem Geburtstag und zwischen den Behandlungen wurden uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt nahegebracht. Am Wochenende war es dann endlich Zeit sich von der anstrengenden Woche ein wenig zu entspannen. Ein Ausflug an den Strand, Fußball spielen mit anderen freiwilligen Helfern gegen ein Team der Einheimischen sowie eine Einladung des Bischofs zum Ceviche (Landesspezialität) essen halfen dabei.

Die ersten 2 ½ Wochen unserer Famulatur gingen sehr ereignisreich aber leider auch schnell vorüber und unsere Reise in die Anden kam näher. Wir trafen uns mehrmals mit dem Guide der Caritas, Viktor der uns begleiten würde um unsere Reise zu organisieren und er besorgte alle benötigten Materialien für die Behandlungen in den Bergen.

Nachdem wir uns mit einem typischen deutschen Abendessen bei der Zahnarztfamilie verabschiedet hatten und mit den Priestern und Mitarbeitern des Bischofssitzes einen letzten Pisco sour bei einem Spiel der peruanischen Nationalmannschaft getrunken hatten, wurden wir am nächsten morgen um halb 6 von Viktor in einem Pick-Up der Caritas abgeholt. Unser Plan sah eine Reise in ein Dorf auf knapp 5000m Höhe vor mit mehreren Stopps zum Behandeln in Dörfern auf dem Weg, um sich an die Höhe zu gewöhnen. An der Küste wurden wir bereits von allen Seiten gewarnt dass die Höhe sehr anstrengend sei und wir es nicht leicht haben würden. Wir waren also gespannt was uns erwarten würde.

Unsere erste Etappe führte uns auf eine 8- stündige Fahrt über teils sehr schlechte „Straßen“ und Bergpässe bis in ein 500 Seelen Dorf auf 3050m ü.Nn. Nachdem wir unsere Sachen in unserer Unterkunft, einer Art Jugendherberge, abgestellt hatten, gingen wir in ein Gesundheitszentrum in dem auch ein Behandlungsstuhl stand um uns für die nächsten Tage einzurichten.

Am nächsten Morgen wurden wir nach dem Frühstück im Zuge einer kleinen Zeremonie auf dem Marktplatz begrüßt, der Bürgermeister des Dorfes drückte uns seine Dankbarkeit aus und übergab uns Gastgeschenke in Form selbstgestrickter Alpakaschals. Zusätzlich motiviert durch diese sehr nette Geste begannen wir mit der Behandlung. Innerhalb der 3 Tage die wir im Dorf waren behandelten wir ca. 100 Menschen und trotzdem hatten sich noch viele Weitere für eine Behandlung registriert, da der Behandlungsbedarf bei Allen aber sehr hoch war, schafften wir es leider nicht Jeden zu behandeln.

Dieses Bild setzte sich auch in den weiteren Dörfern in den Bergen fort. Die Zähne der Bewohner hatten sehr viel Behandlungsbedarf und auch Prophylaxemaßnahmen waren dringend vonnöten. Außerdem haben wir viele Zahnbürsten und Zahnpasta verschenkt, die immer freudig entgegengenommen wurden.
ZAD - Famulatur Peru 2018 (2)

Je höher wir kamen, desto schlechter war die Zahngesundheit und auch die Behandlungsbedingungen wurden immer schwieriger. Zuerst gab es kein Strom und Telefonnetz mehr und wir mussten mit einem generatorbetriebenen Behandlungsstuhl arbeiteten, als wir im letzten Dorf auf 4800m über Nn. angekommen waren, haben wir dann ohne Behandlungsstuhl und Licht in einem Gemeindezentrum behandelt. Hinzu kamen die Höhe, welche es für uns sehr anstrengend gemacht hat zu behandeln, da man konstant leichte Kopfschmerzen hatte und schnell erschöpft war. Auch die Temperaturen bis zu unter 0° Celsius machten den Aufenthalt in den Bergen nicht weniger anstrengend. So waren wir auch froh als wir uns nach 10 Tagen mit unserem Pick-Up wieder auf den Weg nach Arequipa machten von wo aus wir wieder zurückgeflogen sind.

Auf der anderen Seite haben wir sehr viel mitgenommen von der Reise in die Berge und den Aufenthalt in der Stadt, sowohl persönlich als auch fachlich. Und die Bevölkerung in Peru war sehr dankbar und außerordentlich herzlich auch wenn wir bei Weitem nicht allen Leuten helfen konnten die es nötig gehabt hätten. Diese Dankbarkeit hat für alle Unwegsamkeit entschädigt und die Freundlichkeit aller Menschen dort wird uns auf jeden Fall immer im Gedächtnis bleiben.

 

Vielen Dank für die großzügige Unterstützung von Dentsply DeTrey GmbH und Anton Gerl GmbH.