Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Peru

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Peru, Urubamba (Nahe Cusco)
Organisation und Kontakt:
Zahnärzte helfen e.V.
1. Vorsitzender Dr. Norbert Reiß
Konrad-Adenauer-Str. 2
64807 Dieburg
Tel.: 06071 25552
Fax: 06071 21938
E-Mail: za-helfen@arcor.de
www.za-helfen.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Einige Famulanten starteten ihre Vorbereitungen bereits sechs Monate vorher, andere sogar nur drei Wochen. Zur Vorbereitung gehört u. a. das Sammeln von Spenden, Sprachkenntnisse erlernen und Fahrtkostenzuschüsse beantragen. Impfung: Tollwut, Hepatitis A/B, Typhus, Meningokokken-Meningitis ACWY, Gelbfieber. Nach der Approbation ist zusätzlich eine Berufshaftpflichtversicherung notwendig. Reisekrankenversicherung wird vorausgesetzt.
Die Flüge kann man entweder über einen europäischen Flughafen direkt nach Lima/Südamerika wählen oder über die USA als Zwischenstopp, was jedoch ein gültiges ESTA Visum voraussetzt.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Einige Famulanten berichten, dass es keine Probleme gab. Bei anderen wurden z. B. Spiegel und Sonden kontrolliert. In diesem Fall dem Zoll einfach sagen, dass es sich um Geschenke für einen Zahnarzt handelt.
Desinfektionsmittel sind nicht erlaubt. Weitere Famulanten mussten in Lima die Koffer wegen spitzen Gegenständen (Sonden, Pinzetten) öffnen, konnten dann aber damit weiterreisen. Die Fluggesellschaft LAN fliegt direkt von Madrid nach Lima (sehr angenehm, da Nachtflug). Unbedingt von Lima nach Cusco weiterfliegen.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Es ist von Vorteil fließend Spanisch zu sprechen, auch wenn vor Ort auf Spanisch sprechende Freiwillige des Hilfsprojektes zurückgegriffen werden konnte, die auf Deutsch oder Englisch übersetzen. Bei Angeboten für Touristen versteht fast jeder Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Ein Baustein des Gesundheitsprojektes ist die zahnmedizinische Prophylaxe an den Schulen. Ein andere Teil des Projektes umfasst die Behandlung der Kinder aus den kooperierenden Schulen. Hierfür werden zwei Postas betrieben. Eine befindet sich im Chicon Tal und die andere im Huilloc Tal, beides Seitentäler des Heiligen Tals an dessen Anfang Urubamba liegt.
Die Behandlungsstühle waren zwar schon älteren Baujahrs aber voll funktionsfähig. Auch bei den notwendigen Materialien fehlte es an nichts. In diese recht gut ausgestatteten Behandlungsstationen kommen in der Regel Kinder aus den benachbarten Schulen und werden hier zahnmedizinisch versorgt. Die Estacion movil hat weniger Verbrauchsmaterial, in den Bergen in Chaullaccocha und Chupani muss alles mitgebracht werden
Überwiegend werden Fissuren versiegelt, Füllungen gelegt und hin und wieder mal auch ein Zahn extrahiert.
Es wird von Montags bis Freitags behandelt.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: ca. 1.000 €
Unterkunft Hotel: 20 $/Nacht
Unterkunft bei einer Familie: 80 €/Monat (bzw. 350 SOL/Monat)
Mittagessen: ca. 1,50 - 6 €
Abendessen: ca. 5 - 10 €
Wasser: 3L = 4 SOL (Wechselkurs: 1 € = ca. 3,30 SOL)
Ausflüge (Machu Picchu, etc.): je nach Budget von 150 € - 500 €
Anderen Famulanten hat die ganze Famulatur ca. 2.000 € gekostet.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Frühzeitige Bewerbung bei der Organisation.
Es handelt sich bei dem Projekt um ein Kinderhilfsprojekt, sodass die Behandlungszeiten weitesgehend während der Schulzeiten der Kinder stattfinden, daher sollte ein Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden sein.
Eine Stirnlampe kann nie schaden. Ob bei der Behandlung, in Hostels oder beim Wandern.
Ein ISIC (internationaler Studentenausweis) lohnt sich, wenn man z. B. den Machu Picchu besucht.Lernt ein bisschen Spanisch, dann tut ihr euch viel leichter mit allem!
Gerne hätten die Famulanten vorab gewusst, welche Spenden wirklich benötigt werden.
Größere Trips bzw. Touren sind vor Ort bis zu 70% günstiger als bei vorab Buchungen in Deutschland oder online und aufgrund der zahlreichen Anbieter täglich buchbar.
Das Wichtigste ist ein relativ sicheres Spanisch. Wenn man gut spanisch spricht kann ich Jedem eine Famulatur in Camaná, Peru wärmstens empfehlen.

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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ansprechpartner: Mons. Percy Fernando Saavedra Ramirez
Adresse: Apartado Postal 55 – Jirón Piérola 322 – Camaná, Peru
E-Mail: obischuquibamba@gmail.com
Tel.: +54 571272

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen haben knapp 4 Monate gedauert. Impfungen müssen rechtzeitig getätigt werden, Versicherungen lassen sich auch kurzfristig organisieren, Flüge sollten alleine aus Kostengründen zeitig gebucht werden, Unterkunft und Transfer wurden zum Glück von der Organisation gestellt, aber auch dies musste natürlich zeitig besprochen werden. Sonst sind Materialienspenden und die Kontaktaufnahme mit Dentalfirmen etwas was Zeit in Anspruch nimmt und natürlich die Organisation des Ablaufs der Famulatur mit den Menschen vor Ort sollte schon mehrere Monate vorher besprochen werden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten keine Probleme mit den Spenden bei der Einreise, wurden aber auch nicht vom Zoll kontrolliert. Bei der Fluggesellschaft hatten sich die Famulanten vorher erkundigt und es wurde versichert das der Transport der Materialien im Gepäck kein Problem darstellen würde, auch wenn es auf Bildern und Plakaten im Flughafen teilweise eindeutig anders deklariert war.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Fließendes Spanisch ist ein absolutes Muss! Als die Famulanten vor Ort waren, war ein anderer deutscher Volontär vor Ort der ihnen für den Monat der Famulatur begleitet hat, aber das wird nicht immer der Fall sein. Zwar werden andere Volontäre da sein, diese werden allerdings für andere Projekt eingeteilt sein und die Bevölkerung spricht kein Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Behandlung (hauptsächlich Füllungen, Prophylaxe und Extraktionen) in einer Zahnarztpraxis mit Ausstattung ähnlich deutscher Verhältnisse aber auch Behandlung in den Bergen ohne Strom und Licht in einem Gartenstuhl. Die Patienten sind alle sehr herzlich und dankbar, haben aber sehr viel Behandlungsbedarf, besonders in den abgelegenen Bergdörfern. Viele der Patienten sind Kinder, die allerdings auch schon sehr kariöse Zähne haben.


7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Flug: 1000€
Unterkunft: gestellt, Verpflegung: Frühstück und Mittagessen durch die Woche i. d. R. auch gestellt.
Preise generell wesentlich günstiger als in DE, ca. ½ - ¼ des deutschen Preises.

Gesamtkosten dementsprechend bei ca. 1700€, durch Förderung des DAAD/ZAD allerdings niedriger.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Frühzeitige Bewerbung bei der Organisation.
Es handelt sich bei dem Projekt um ein Kinderhilfsprojekt, sodass die Behandlungszeiten weitesgehend während der Schulzeiten der Kinder stattfinden, daher sollte ein Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden sein.
Eine Stirnlampe kann nie schaden. Ob bei der Behandlung, in Hostels oder beim Wandern.
Ein ISIC (internationaler Studentenausweis) lohnt sich, wenn man z. B. den Machu Picchu besucht.Lernt ein bisschen Spanisch, dann tut ihr euch viel leichter mit allem!
Gerne hätten die Famulanten vorab gewusst, welche Spenden wirklich benötigt werden.
Größere Trips bzw. Touren sind vor Ort bis zu 70% günstiger als bei vorab Buchungen in Deutschland oder online und aufgrund der zahlreichen Anbieter täglich buchbar.
Das Wichtigste ist ein relativ sicheres Spanisch. Wenn man gut spanisch spricht kann ich Jedem eine Famulatur in Camaná, Peru wärmstens empfehlen.

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Dritte Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Organisation: Peru-Aktion e.V
Homepage: www.peru-aktion.de
Ansprechpartner: Christoph Beckmann
E-Mail: christoph.beckmann87@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Famulanten haben sich ungefähr 3 Monate richtig vorbereitet. Sie haben sich gegen Gelbfieber impfen lassen und eine Reiseschutzversicherung über die Apobank abgeschlossen. Flüge,Transfer und Unterkünfte bekommt man relativ kurzfristig. Die meiste Vorbereitungszeit brauchten sie für das Sammeln der Spenden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der offizielle Weg die Spenden anzumelden vorher funktioniert leider nicht. Die Famulanten hatten für alle Fälle ein Bestätigungsschreiben der Organisation auf Spanisch dabei, mussten aber nicht durch den Zoll.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Spanisch! Die deutschen Freiwilligendienstler konnten aber auch sehr gut aushelfen.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Es gibt eine Einheit, die relativ gut funktioniert. Da es keine Möglichkeit zum Röntgen gibt hat man Hauptsächlich die Wahl zwischen Füllungen und Extraktionen

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Etwas über 2000 Euro mit einem Monat Reisen noch dazu. Im Projekt selbst wohnt man kostenlos und bekommt 3 Mahlzeiten.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Welche Materialien vor Ort wirklich gebraucht werden.


Zum Abschluss…
"Peru und seine unfassbar warmherzigen Menschen sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir sind aus dem Land der Alpakas, des Pisco und der Berge mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge zurück nach Deutschland gekehrt."

"Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt und Peru an sich ist auf jeden Fall eine Reise wert und jetzt drei Monate nach unserer Rückkehr fallen uns mindestens fünfzig Gründe mehr ein, nach Peru zu reisen und dort eine Famulatur zu machen."

"Die Famulatur hat sehr viele neue Erfahrungen, Eindrücke und Einblicke gegeben und ich denke immer wieder gerne daran zurück!"


Famulaturbericht vom 16.08.2018 in Peru

2018: Peru

Von: Gökcen Canbaz und Tessa Riedel (Uni Hannover)
Organisation: Peru-Aktion e.V. Centro Yanachaga
Zeitraum: 26.02.18 - 27.03.18

Im Sommer 2016 absolvierten zwei unserer Kommilitonen eine Famulatur in Kambodscha. Durch die vielen Erzählungen über ihre aufregende Zeit dort, hatten sie unser Interesse, das auch auszuprobieren schnell geweckt. Letztes Jahr im Examen viel dann der Entschluss: Zahnmedizin durfte doch nicht nur so frustrierend sein wie in den letzten Kurswochen und der kaum enden wollenden Prüfungszeit. Die Motivation sollte wieder her, bevor es mit dem Berufsalltag losgeht, und die Möglichkeit dieses Fach noch einmal ganz anders zu erleben schien die perfekte Möglichkeit dazu. Schnell waren wir uns einig, dass wir beide schon länger von einer Reise nach Südamerika träumten.

Als diese groben Ziele gesteckt waren ging es los mit der Projektsuche. Über den ZAD haben wir uns über die verschiedenen Hilfsprojekte informiert. Das Projekt Prosoya in Peru entsprach ganz unseren Vorstellungen. Hier dürfen Jugendliche aus der Umgebung, die Probleme zu Hause haben oder keine Möglichkeiten haben in ihren Dörfern weiterführende Schulen zu besuchen, kostenlos wohnen und zur Schule gehen. Nachmittags helfen sie das Projekt instand zu halten und können in den verschiedenen Werkstätten auf dem Gelände Einblicke in diese Berufe bekommen. Besonders, dass wir dort direkt mit den Jugendlichen zusammenwohnen und so den direkten Kontakt zu den Menschen und der Kultur haben würden machte das Projekt schnell zu unserem Favoriten.

Wir bekamen sehr schnell eine Rückmeldung und Sobald wir dann die Zusage vom Projekt Prosoya empfangen hatten, fingen wir mit dem Planen an. Wir setzten uns zunächst mit unserem Ansprechpartner, Christoph Beckmann, in Verbindung der uns einen Leitfaden für die Vorbereitungen gab. Ab jetzt hieß es Dentalfirmen für Spenden anschreiben, uns Stipendien zu organisieren und natürlich ein Spanisch-Kurs, denn ohne kommt man außerhalb der Touristenzentren nicht weit. Ganz wichtig ist es, sich früh genug über die Richtlinien und Anmeldefristen der ZAD und DAAD zu informieren, weil diese sich immer mal ein wenig ändern. Die Bewerbung für einen Förderbeitrag seitens der DAAD ist zu unserer Zeit frühestens zwei Monate vor Famulaturbeginn möglich gewesen. Ratsam ist, die Papiere und alle angeforderten Dateien hierfür schon vorzubereiten, damit diese bereit zum Abschicken sind. Somit erspart man sich zusätzlichen Stress während des Examens. Wenn man sich bei irgendwas unsicher ist kann man aber auch immer bei der sehr netten Frau Bungartz vom ZAD anrufen und nachfragen.

ZAD_Famulatur_Peru2018

Im Februar 2018 war es dann soweit. Mit 13 Kilo Spenden, zwei Reiserucksäcken und ordentlich Reisefieber starteten wir mit dem Flieger nach Lima.
Nach einem 14 stündigen Flug kamen wir in Lima an. Da wir beide Anfang April mit unserer Assistenzzeit beginnen wollten, entschieden wir uns für eine 3 wöchige Backpacker Reise vor der Famulatur.
In Lima beginnend führten wir unsere Reise in den Süden Perus fort. Unsere ersten Geheimtipps für Lima bezogen sich ausschließlich auf Essen, denn Peru ist ohne Frage das Land mit dem besten Essen Südamerikas.

Unsere weitere Route war folgende:
Den zweiten Stopp legten wir in Paracas ein. Hier waren eine Quad Tour durch den Nationalpark und die Tour zu den Islas Ballestas unsere Highlights. Nicht zu unterschätzen ist die Sonne! Leider haben wir uns auch direkt einen Sonnenbrand geholt.

Also hieß es für uns: lange Klamotten für die nächsten Tage bei 30grad!
Weiter ging es nach Ica/Huancachina. Eine künstlich erhaltene Oase mitten in der Wüste. Das Sandboarding, welches in den meisten Hostels mit inbegriffen war, ist ein muss. Auch wenn Anfangs die Höhe der Dünen einem zu schaffen machen, merkt man schnell, dass der Spaßfaktor die Angst schnell überwindet. 

Unser nächster Halt war in Arequipa.
„Die weiße Stadt“ beeindruckt jeden Besucher mit ihren drei Vulkanen Misti, Chachani und Picchu Picchu und den unzähligen Gebäuden aus weißem Vulkanstein. Atemberaubend war die Größe des Klosters: eine kleine Stadt in der Stadt! Und das Museo Santuarios Andinos, in dem wir die Mumie Juanita besichtigen konnten und viel über die Traditionen der Inka gelernt haben. In der Nähe Arequipas liegt auch der Colca Cañon. Er ist Teil der Anden und ist der zweittiefste der Welt. 

Passend zur Karnevalszeit kamen wir in Puno an. Trotz des Regens genossen wir den Karnevalszug mit den prachtvollen Verkleidungen und schöner Musik. Am nächsten Morgen fuhren wir aus die Uros Inseln des Titicacasees. Jede schwimmende Insel, die aus getrocknetem Totora Schilf besteht, ist von einer Großfamilie bewohnt. Sehr interessant ist, dass alle sechs Monate die Schilfrohrbündel ausgebessert werden müssen, damit die Inseln nicht versinken.
Der Tourismus ist die hauptsächliche Einnahmequelle der Familien.
Weitere wunderschöne Insel sind Amantaní und Taquile.
Auf Amantaní haben wir bei einheimischen Familien gespeist und übernachtet. Am Abend veranstalteten die Familien einen traditionellen Tanzabend für uns, an dem wir alle in traditioneller Tracht Hand in Hand zu peruanischer Volksmusik getanzt haben. 

Unser letztes Ziel vor der Famulatur war Cusco: Die Hauptstadt der Inka!
Hier gibt es sehr viele Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wie in den vorherigen Städten auch, nahmen wir zunächst an der „Free walking Tour“ teil. Dadurch bekommt man schnell eine grobe Übersicht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und kann sich entscheiden, welche man nochmals eigenständig besichtigen möchte. Als Tagesausflüge buchten wir uns einen Trek zu den Rainbow Mountains. Sie haben eine Höhe von 5200 m, welche einigen Personen Probleme mit der Atmung bereitet hat. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Anstrengung, da die Farben genauso kräftig und vielseitig sind wie auf den Fotos. 

Ein weiterer Trek war der Inka Jungle Trail, bei dem wir nach vier Wandertagen und 2000 hohen Inkastufen die berühmte Ruinenstadt Machu Picchu erreichten.
Dieser Trek war sehr abwechslungsreich. Die Highlights waren das Mountainbike fahren durch Flüsse und teilweise im Regen, das Ziplining, die Wanderung durch den Dschungel mit den Papageien, das Rafting und der Besuch der heißen Quellen in Santa Teresa.
Zurück in Cusco verbrachten wir den nächsten Tag im Sacred Valley. 

Nach dieser wunderbaren Reise waren wir ehrlich gesagt etwas ängstlich, dass uns jetzt im Projekt langweilig werden würde. Was sollte man auch schon von einem Ort erwarten der Oxapampa heißt. Es ging also los von Lima und der Übernachtbus brachte uns nach 10 Stunden in eine Stadt, die ein bisschen aussah wie in Tirol gelandet, nur eben mit Wellblechdächern. Denn Oxapampa war urprünglich eine preußisch-tirolerische Kolonie. Weiter ging es dann mit dem Taxi nach Huancabamba in das Projekt direkt am Bergurwald.

Die wichtigste Lektion lernten wir schnell: in der Regenzeit wird deine Kleidung mindestens einmal wieder nass auf der Wäscheleine und es wäre schlau gewesen Gummistiefel mitzubringen, zumindest wenn man vor hat die Umgebung zu erkunden.

Den Tagesablauf hatten wir ansonsten schnell drauf. morgens, mittags und abends kündigte der Gong die Malzeiten an, die uns ab und zu zwar mit ausgefallenen Variationen wie Lunge, Stierhoden und Kuhmagen -mutig probiert und dann doch lieber zur Seite geschoben- an dem besten Essen Südamerikas zweifeln ließen, aber insgesamt gut waren. Nur die Zuckermengen in den Getränken ließen das Zahni-Herz regelmäßig erschauern.

Dazwischen hieß es warten auf Patienten in unserer kleinen Praxis, mal mehr, mal weniger und bei Regen generell gar keine. Bei weniger wurde dann Wäsche gewaschen. Per Hand natürlich.

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Ohne Röntgengerät waren die Vielfalt der hiesigen Zahnmedizin eher etwas eingeschränkt: geht noch eine Füllung oder Ex? Dazwischen konnten wir uns austoben und die modernste zahnärztliche Einheit der Umgebung ist, nach ein paar Anlaufschwierigkeiten aufgrund der seltenen Benutzung, mit ihren kleinen Macken unser wichtigster Begleiter im Kampf gegen die Karies geworden. Was man hier an Erfahrung sammeln kann auf der einen Seite, bereitet einem auf der anderen echte Kopfschmerzen, wenn man einem 15 jährigen 3 Zähne ziehen muss, weil man sie nicht mehr anders behandeln kann.

Ein schöner Ausblick ist es daher zu sehen, dass die Arbeit der letzten freiwilligen Zahnärzte hier Früchte trägt und die Zähne der Jungs, die schon länger im Projekt leben mit ihren prophylaktischen Fissurenversiegelungen und zum Teil schon versorgten Zähnen im Vergleich sehr gut aussehen!

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Am Wochenende lockte dann regelmäßig die Vater Otto Bar in Oxapampa mit den anderen Freiwilligen. Allerdings musste man sich darauf einstellen, dass man nach 7 kein Taxi mehr zurückbekommen hat. Pampa halt.

In der zweiten Woche gab es eine gemeinsame Projektwoche mit dem 20km entfernten Mädchenprojekt, die natürlich auch wir nutzen wollten um unser geballtes Examenswissen weiterzugeben:Wie putzt man richtig Zähne? Wie oft, mit welcher Zahnpasta und was sollte man vorm schlafen gehen beachten? Was wir aus Zahnarzt Schulbesuchen und Prophylaxe Stunden bei Zahnarztbesuchen in Deutschland kennen wollten wir natürlich auch hier mit den Kindern üben. Schließlich wollen wir hier nicht nur kranke Zähne behandeln, sondern den Kindern vermitteln, wie sie langfristig ihre Zähne gesund halten können. Motivation, ein übergroßes Zahnmodell und eine Box Anfärbetabletten boten die perfekte Grundlage. Die Übersetzung von Zahndeutsch in Spanisch sorgte dann doch eher für Lacher als Begeisterung für Zähne, aber mit viel Hilfe der anderen Freiwilligen konnten wir die wichtigsten Grundlagen hoffentlich erfolgreich übermitteln!

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Mit Pizza backen, Lagerfeuer, Stockbrot und co. fühlte man sich wieder wie auf Klassenfahrt in dieser Woche.

Von Oxapampa aus waren außerdem viele Tagesausflüge möglich, zum Beispiel zu wunderschönen Wasserfällen in der Nähe und in der nächsten Stadt La Merced oder nach Pozuzo, der ersten preußisch-tirolerischen Kolonie. Hier gibt es inzwischen sogar wieder Deutschunterricht an der Schule und die lokalen Restaurants bieten Schnitzel und Spätzle an.

Die letzte Woche brach an und damit auch die Panik der Dorfbewohner bei uns keinen Termin zu bekommen. Wenn es bisher schleppend lief, war die Praxis jetzt jeden Tag brechend voll. Essen gab es nur noch im Turbogang, Siesta gar nicht mehr.

Als wir dann wieder im Bus zurück nach Lima saßen musste wir feststellen, dass entgegen unserer Erwatungen die Famulatur zum schönsten Teil unserer Reise geworden war.

Wir Danken besonders für die Unterstützung und die zahlreichen Spenden: Pflegedienst Hope, Zahnarztpraxis Leinemund, Komet, Pluradent, Ivoclar Vivadent, Dentsply Sirona, Voco,