Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Tonga

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Tonga, Nuku'alofa
Organisation und Kontakt:
Ministry of Health| Vaiola Hospital| Kingdom of Tonga
Telephone: (676) 23200 ext 1356 | Mobile: (676) 77-55739
Ansprechpartner vor Ort:
Dr. 'Amanaki Huufifalelotu Fakakovikaetau
(Chief Dental Officer)
E-Mail: afakakovikaetau@health.gov.to und latu.amanaki@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Insgesamt 1 Jahr. Es ist sicher sinnvoll, sich frühzeitig um eine Zusage aus seinem Wunschland zu kümmern (inkl. Flug), die eigentliche Planung der Reise (Spenden etc.) jedoch erfolgt 2-3 Monate vor Famulaturbeginn. Imfpungen (Hep A/B, Typhus). Wir haben insgesamt über 60 Firmen angeschrieben und haben von den wenigsten eine Rückmeldung oder Zusage erhalten. Plant also ausreichend Zeit für die Spendensuche ein.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Deutsche Touristen benötigen für einen Aufenthalt bis zu 31 Tagen kein Visum. Für einen längeren Aufenthalt kann man sich kostengünstig und unbürokratisch im 'Immigration Office' auf Tongatapu ein Visum für 90 Tage besorgen.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der Großteil der Spenden wurde sechs Wochen vor Famulaturbeginn per DHL nach Tonga geschickt – ohne Probleme! Einen Teil (hauptsächlich Hygieneartikel) wurde im Koffer transportiert.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

Wir haben alle Spenden in unserem normalen Gepäck mitgenommen und hatten keinerlei Probleme mit dem Zoll oder der Fluggesellschaft. Auf Tonga solltet ihr vor der Taschenkontrolle direkt sagen, dass ihr für Dr. Amanaki arbeiten werdet. Das hat uns aufwendige Kontrollen erspart. Ein zusätzliches Freigepäckstück hat uns Singapore Airlines leider nicht gestattet.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch. Bei täglich auftretenden Verständigungsproblemen mancher Patienten übersetzten Zahnarzthelferinnen in die Landessprache.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Der Tätigkeitsschwerpunkt lag im wesentlichen im Bereich der Notfallversorgung. Tief kariöse, frakturierte oder PA-geschädigte Zähne liegen an der Tagesordnung, sodass meist nur noch die Extraktion bleibt. Die Famulanten extrahierten zu 80% Zähne, die restlichen 20% bestanden aus Füllungen, welche westlichem Anspruch allerdings nicht mal im Ansatz gerecht werden und es einem als Behandler schwer fällt, die Patienten so zu entlassen. Es lag auf der Hand, dass die Füllungstherapie auf Tonga die Extraktion nur um einen mehr oder weniger langen Zeitraum raus schiebt und die Patienten darunter zum Teil zu leiden haben. Auch die Behandlung von Kindern spielt auf Tonga eine wesentliche Rolle. Die Famulanten begleiteten das Team des Mali-Mali-Programms zu Schulen (Zähneputzen+Fluoridierung) und hatten auch auf dem Behandlungsstuhl täglich Kinder und Jugendliche.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
1. Gruppe: Flug hin/rück (Frankfurt-Singapur-Aukland-Tongatapu): 1.600 €
1. Gruppe: Weitere Flüge (drei Innlandsflüge): ca. 260 €

2. Gruppe: Flug Emirates: Frankfurt – Dubai – Sydney à 1200€ Hin und Rückflug
2. Gruppe: Flug Fiji Airways: Sydney – Nadi (Fidschi) – Nukua’lofa (Tonga) à 400€ Hin und Rückflug
2. Gruppe: Flug Real Tonga: Nukua’lofa – Vava‘u à 300€ Hin und Rückflug

Unterkunft: Backpackers Townhouse Tongatapu = 54 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer (10% Rabatt auf die 60TOP die es eigentlich kostet)
Unterkunft: Port of Refugees Vava’u = 54 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer
Unterkunft: Ofu Backpackers = 90 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer (inklusive Transfer)
Unterkunft: Evalonis Guesthouse Ha’apai = 60 TOP pro Nacht für eigenen Bungalow
Unterkunft: Matafonua Lodge Ha’apai = 200 TOP pro Nacht für ein Doppelzimmer
Unterkunft: AirBnB ca. 30€ pro Nacht

Verpflegung: Einkaufsmöglichkeiten: primär Chinashops (Tante-Emma-Läden). Preise im Supermarkt sind für viele Sachen teurer als in Deutschland da fast alles importiert werden muss
Essen gehen: Meist günstiger im Vergleich zu Deutschland
Ausgaben während der Reise: 1.400 €

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Es lässt sich erahnen, dass die gesamte Flugreise recht anstrengend ist und man sich gerne zwei Tage zur Erholung und Eingewöhnung in Tonga gönnen sollte. Auch ausreichend bewegen.
Großen Rucksack mitnehmen, da man auf Innlandsflügen nur 15kg Reisegepäck mit sich führen darf.
Autan/No Bite und genug 50er Sonnencreme mit hohem LSF einpacken, vor allem letzteres.
Außerdem Mosquitonetze für das Bett und schnell trocknende Mikrofaserhandtücher. Zu empfehlende Reiseführer sind z. B. Lonely Planet und DuMont. Da auf Tonga fast alles importiert werden muss, ist alles etwas teurer. Auch das wohnen in der Südsee ist kein Schnapper. Daher plant das Budget lieber etwas großzügiger ein.

Nicht alle Spenden in der Hauptklinik in Tongatapu abgeben! Theoretisch soll es von dort auf die umliegenden Inseln verteilt werden, was aber nur bedingt der Fall ist. Am besten etwas zurückhalten und persönlich bei der Ankunft in den kleineren Kliniken überreichen.
Bei der Art der Spende gilt: Je einfacher desto besser! Zahnbürsten, Füllungsmaterialien (am besten Cetac) und Desinfektionsmittel, Lokalanästhetika, Bonding/Komposit und Endofeilen ist das was am meisten benötigt wird. Abzuraten ist von Spenden wie beispielsweise Spritzenaufsätze, da in Tonga welche aus dem amerikanischen System verwendet werden, und europäische Spitzen nur als Staubfänger helfen.

Unbedingt Sonnencreme und Mückenspray mitnehmen, vor allem in der Sommerzeit.
Tonga ist ein sehr religiöses Land und hat einen Monarchen beides ist Tongaern heilig. Sonntags steht das Leben still auf Tonga und der gesamte Tag ist dem Gebet und das feiern der Messe vorbehalten, dementsprechend hat nichts geöffnet und man trifft auch kaum jemanden auf der Straße.

Gerade auf Ha’apai ist es sehr schwer frische Nahrungsmittel zu kaufen. Es gibt kaum Alternativen zu Keksen und Süßigkeiten. Das Ha’apai Beach Resort bietet jedoch ein sehr gutes Menü an und ist quasi die einzige Alternative zur Selbstversorgung (20-30 TOP). Die anderen Inseln sind besser mit Lebensmitteln ausgestattet. Probiert unbedingt Fisch auf Vava’u. Der ist direkt am Hafen für kleines Geld erhältlich und super frisch. Die Lebensmittel sind zum Teil deutlich teurer als in Deutschland. Plant also ein ausreichend großes Budget für eure Versorgung mit ein.

Sonntage sind auf Tonga heilig. Hier steht die Zeit vollkommen still. Es fahren keine Taxis und alle Restaurants haben geschlossen. Ein guter Tipp sind Fahrten zu den kleinen Inseln Fafa Island, Atata oder Pangaimotu. Die werden auch sonntags angeboten und sind dann die einzige Möglichkeit etwas zu unternehmen.

Wir haben uns eine ausländische Sim Karte im lokalen Digicel (Vodafone) Shop geholt. Die ist kostenlos und kann je nach Wunsch mit einem Guthaben aufgeladen werden. 6 GB Datenvolumen kosten 20 Top. Selbst auf den kleinen Inseln hat man fast überall LTE oder 3G.

Zum Abschluss…
"Ein Land in dem Sachen irreparabel und für immer kaputt zu sein scheinen. Ein Land in dem es keine Fahrpläne gibt und die Zeit einfach langsamer zu vergehen scheint. Ein Land sonnengeküsst mitten im Pazifik."

"Abschließend möchten wir jedem empfehlen eine Auslandsfamulatur zu machen! Wir hatten unvergessliche Wochen auf Tonga und konnten zahnmedizinisch und persönlich einiges dazu lernen."

"Ihr wünscht euch eine Reise in die Südsee, türkisblaues Wasser, weiße Strände, Palmen und Kokosnüsse… Dann ist eine Famulatur im Königreich Tonga genau das Richtige für euch."


Famulaturbericht vom 24.09.2019 in Tonga

2019: Tonga

Von: Anton Domuncu, Stephanie Häse und Lisa Meyer (Uni Jena)
Organisation: Ministry of Health Nuku Alofa Tonga
Zeitraum: 24.02.19 - 29.03.19

ZAD-FAMULATUR-TONGA-2019Ihr wünscht euch eine Reise in die Südsee, türkisblaues Wasser, weiße Strände, Palmen und Kokosnüsse… Dann ist eine Famulatur im Königreich Tonga genau das Richtige für euch.

Wir – Toni, Stephanie, Lisa - haben vor gut eineinhalb Jahren beschlossen, eine Famulatur im Königreich Tonga zu organisieren. Unser Ansprechpartner auf Tonga war - wie auch in den Vorjahren - Dr. ‘Amanaki, der Chef-Zahnarzt im Vaiola Hospital auf der Hauptinsel Tongatapu. Dr. Amaniki bestätigte uns bereits wenige Tage nach unserer ersten E-Mail die Famulatur für das Frühjahr 2019. Aus diesem Grund konnten wir uns bereits sehr früh auf die Suche nach Spendenpartner begeben. Obwohl die Zahnklinik auf Tongatapu überraschend gut ausgestattet war, fehlt es dennoch an essentiellen Gütern. Noch stärker als das Vaiola Hospital sind jedoch die kleineren Kliniken auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Nach endlosen Mails und oft sehr frustrierenden Rückmeldungen konnten wir letzten Endes fast 30 kg an Spendenmaterial organisieren. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich an folgenden Unternehmen bedanken, die uns zeitnah und mit großzügigen Spenden unterstützt und den Behandlern und Patientin dadurch vor Ort geholfen haben:

Komet, Ivoclar Vivadent, Septodont, Curaprox, Dentalkosmetik GmbH, Clinic&Jobdress GmbH, HuFriedy, Verein für Zahngesundheit e.V., Voco, Elmex, Alpro Medical, Transcodent und die Firma Hahnenkratt.

Nachdem die Spenden Schritt für Schritt bei uns ankamen, haben wir uns im Sommer 2018 um unsere Unterkunft und die Flüge gekümmert. Über AirBnB buchten wir die Dayspring Lodge und über das Reisebüro die Flüge. Unsere Reise ging von Frankfurt über Singapur und Auckland nach Tongatapu. Insgesamt hat jeder für den Flug ca. 1500€ gezahlt. Gesetzt dem Fall, dass ihr mehr als fünf Stunden Aufenthalt in Singapur haben solltet, empfehlen wir euch an der kostenfreien Singapur Tour teilzunehmen. Diese kann direkt am Flughafen gebucht werden.

Um nicht alle Spenden im Koffer transportieren zu müssen, haben wir vorab einen Großteil per DHL versendet. Zwei Tage vor unserem Abflug kam unser Paket allerdings aus unbekannten Gründen zurück. Uns blieb daher nichts anderes übrig, als die Spenden im Koffer nach Tonga zu transportieren. Auf vielen Langstreckenflügen bekommt man als Gast 30 kg Freigepäck. Dieses nutzten wir dann gezwungenermaßen voll aus, um die Spenden zwischen unseren privaten Kleidungsstücken zu verteilen. Um eventuellen Problemen mit dem Zoll zu entgehen, legten wir ein kurzes Anschreiben inklusive des Bestätigungsschreibens der Famulatur mit in unser Gepäck. Mit vollgepackten Koffern und Rucksäcken startete unsere Reise am 24.02.2019 in Frankfurt.

Um möglichst keine Probleme mit Jetlag zu bekommen, sollet ihr euch bereits während der Flüge ein wenig nach der tonganischen Zeit orientieren. Nach über 40 Stunden landeten wir erschöpft aber überglücklich am 26.02.2019 auf dem Fua’amotu Airport auf Tongatapu. Der erste Eindruck war die unglaubliche Luftfeuchtigkeit und Wärme, die uns sofort eingenommen hat, als wir aus dem Flugzeug gestiegen sind. Auf Tonga solltet ihr vor der Taschenkontrolle am besten direkt sagen, dass ihr für Dr. Amanaki arbeiten werdet. Das hat uns aufwendige Kontrollen und einen Besuch beim Zoll erspart. Ein Visum benötigt ihr für euren Aufenthalt NICHT. Mit dem Stempel in eurem Reisepass dürft ihr 90 Tage in Tonga verbleiben.

Die Dayspring Lodge organisierte uns für 50 Top eine Abholung direkt vom Airport. Pro Nacht haben wir ca. 15€ inklusive Frühstück bezahlt. Rückblickend können wir die Unterkunft wirklich empfehlen! Sie ist nur 7 Minuten Fußweg vom Vaiola Hospital und 10 Minuten mit dem Taxi von der Stadt entfernt. Dazu kommt, dass sie sicher, sehr sauber und gut ausgestattet ist. Isi – der Betreuer vor Ort – ist wirklich super nett und macht ein grandioses Frühstück mit vielen frischen Früchten wie Maracujas, Ananas und Papayas. Im Hostel waren auch viele Medizinstudenten aus aller Welt untergebracht. Man kommt also schnell in Kontakt mit anderen Leuten und kann gemeinsam die Insel entdecken.

Unsere Zeit auf Tongatapu:

ZAD-FAMULATUR-TONGA-2019Die ersten eineinhalb Wochen verbrachten wir auf Tongatapu, der Hauptinsel Tongas. Zwei Tage nach unserer Ankunft hatten wir unseren ersten Arbeitstag. Dr. Amanaki hat uns vor Ort persönlich in Empfang genommen und gefragt auf welchem Gebiet wir gerne zahnmedizinisch arbeiten würden. Danach ging es direkt los. Die Vaiola Klinik hat insgesamt 10 Behandlungsstühle von denen jeder anderweitig genutzt wird. Es gibt spezielle Arbeitsplätze für Extraktionen, Füllung, Endo, Paro, Chirurgie und sogar für Kieferorthopädie.

Jeder Behandler hat seinen/ihren eigenen Behandlungsstuhl. Deswegen solltet ihr früh genug erfragen, welcher Platz durch euch genutzt werden kann. Je nachdem wie viele Famulaten vor Ort sind, müsst ihr euch die Plätze auch mit anderen Studierenden teilen. Daher geben wir euch den Rat, noch vor eurer Ankunft mit Dr. Amanaki über die Situation vor Ort zu sprechen. Um Überschneidungen zu vermeiden, könnt ihr euch im Vorfeld bereits absprechen, wer zu welcher Zeit welche Inselgruppe besuchen wird.

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Wir entschieden uns ganz klar dafür den Hauptschwerpunkt unserer zahnärztlichen Tätigkeit auf Extraktionen zu legen. Nebenbei durften wir aber auch die ein oder andere Füllung legen. Endodontische Behandlungen mussten wir auf der Hauptinsel immer an die tonganischen Ärzte überweisen. Aus diesem Grund bestand unser Tagesablauf darin, neue Patienten aufzunehmen, die 01 Untersuchung durchzuführen, grundlegende Diagnostik zu betreiben und letztendlich die Weiterbehandlung zu planen. Viele der Patienten entschieden sich direkt zur Extraktion und lehnten Füllungen oder Wurzelkanalbehandlungen strikt ab. Auch Extraktionen von Frontzähnen standen auf der Tagesordnung und stellten für die Patienten kein Problem dar. Man lernt auf Tonga schnell, dass die ästhetischen Standards nicht denen aus Deutschland entsprechen. Für die Patienten ist in erster Linie eine schnelle und zuverlässige Ausschaltung ihrer Schmerzen wichtig. Füllungen oder langwierige Wurzelkanalbehandlungen sind daher für viele Patienten zu zeitaufwendig. Während unserer Zeit auf Tongatapu lernten wir daher relativ schnell die richtige Technik um Zähne zu ziehen. Zu unseren interessantesten Fällen gehörten impaktierte Weisheitszähne, ankylosierte Zähne, Pulpapolypen, überraschend große Fisteln und ein sehr ausgedehnter palatinaler Abszess. Außerdem erlernt ihr auf Tonga auch die Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Wir mussten leider schmerzlich viele Milchzähne und bleibende Molaren ziehen. Trotz des gut ausgebauten Prophylaxeprogramms ist die Mundgesundheit bei Kindern geradezu desolat.

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Beachtet auch immer, dass in Tonga die Uhren langsamer laufen. Die Behandlung läuft entspannt ab, keiner eilt hier und es fällt auch gerne mal der Strom aus. Lasst euch durch so etwas nicht aus der Ruhe bringen und genießt die Zeit im Paradies.

Neben der zahnärztlichen Tätigkeit in der Klinik, besuchten wir mit dem MaliMali Programm die Schulen und Kindergärten der Inseln. Gemeinsam mit Luisa übt man dort mit den Kindern die richtige Zahnputztechnik, fluoridiert Zähne und absolviert ein schweißtreibendes Sportprogramm unter der glühenden Mittagssonne. Das MaliMali Programm gibt es nicht nur auf Tongatapu, sondern auch auf den kleineren Inseln Tongas.

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Freizeit auf Tongatapu:

Wenn ihr so schnell wie möglich an einen Strand wollt, dann können wir euch auf jeden Fall den Keleti Beach (Eintritt 2 TOP / Taxifahrt 15 TOP) empfehlen. Meiner Meinung nach ein Muss, wenn man dort ist. Der Strand ist wirklich traumhaft schön. Nehmt euch auf jeden Fall Badeschuhe mit und erforscht auch die Nachbarstrände, welche hinter Korallenriffen und Vulkangestein versteckt sind. Menschenleere Buchten und türkisblaues Wasser! Was will man me(e)hr?!

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Falls ihr aber mehr Sight-Seeing machen wollt, dann könnt ihr Luisa fragen, ob sie mit euch eine Inseltour machen würde. Für 50 TOP hat sie sich den ganzen Nachmittag über Zeit genommen und uns die wichtigsten ‚Attraktionen‘ der Insel gezeigt. Dazu zählen unter anderen der Tsunami-Rock, die 3-Köpfige Kokosnusspalme, die Flying Foxes, die Blowholes, die Landungsstelle von Captain Cook und Abel Tasman und die Fishing Pigs. Eines der Highlights war aber die Anahulu Cave. Man kann die Tropfsteinhöhle zu Fuß erkunden und anschließend in einem unterirdischen See baden. Ein fantastisches Erlebnis.

Die Innenstadt von Nuku’alofa ist klein und beschaulich. Hier gibt es allerdings einen schönen Lebensmittelmarkt zu entdecken. Im zweiten Geschoss findet ihr auch lokale Kunstgegenstände und echte Südseeperlen zum absoluten Schnäppchenpreis (Tipp: Reibt die Perlen aneinander, um zu sehen, ob sie echt sind.). Unweit vom Markt entfernt findet ihr das Friends-Cafe. Dort könnt ihr kleine Gerichte bestellen oder einen leckeren Kaffee genießen. Weiterhin können wir die Billfish-Bar, Marco’s Pizza - hier gibt es die beste Pizza der Insel original aus dem Steinofen, das Tropical Tast und das Precious Stone (direkt an der Klinik) empfehlen.

Ihr habt auf Tongatapu (anders als auf Ha’apai) die Möglichkeit eine recht große Auswahl an Obst und Gemüse zu kaufen. Plant auf jeden Fall im Voraus, was ihr wann essen wollt, denn sonntags haben alle Geschäfte und Restaurants geschlossen. Wasser solltet ihr immer abgefüllt in Flaschen kaufen. Das Leitungswasser ist gechlort. Nach dem Abkochen könnt ihr aber Tee zubereiten und es zum Kochen verwenden.

Was man sonntags machen sollte:

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Der Sonntag ist für alle Tonganer absolut heilig. Hier haben alle Geschäfte und Restaurants geschlossen und es fahren auch keine Taxis. Die meisten Menschen besuchen vormittags die Kirche. Ein Erlebnis, das auch ihr nicht missen solltet! Alternativ kann man die freie Zeit natürlich auch zum Baden und Entspannen nutzen.

Die Inseln Pangaimotu, Fafa Island und Atata liegen direkt vor Tongatapu. Von der Faua Wharf kommt ihr jeweils für 50, 90 bzw. 70 TOP auf die kleinen Inseln. Lunch ist inklusive und somit eine Lösung, wenn man Sonntag was erleben will und etwas zu Essen braucht. Jede Insel hat ihren eigenen Charme. Pangaimotu ist super zum Entspannen und Atata bietet sich an, wenn man Schnorcheln möchte. Fafa ist genau das, was man sich unter abgeschiedenen Luxusinsel im Pazifik vorstellt.

Nach 1,5 Wochen auf Tongatapu war es nun Zeit, die anderen großen Inseln des Königreichs zu entdecken. Unsere Reise führte uns weiter auf Vava’u und von dort aus nach Ha’apai. Alle Flüge buchten wir direkt vor Ort im Reisebüro von Real Tonga. Die Reisebüros findet ihr auf allen drei Inseln. Eine Buchung über das Internet ist allerdings auch möglich. Achtet auf jeden Fall darauf, ausreichend früh Plätze zu reservieren. Die kleinen Maschinen sind schnell ausgebucht. Das Freigepäck liegt hier bei 15 kg pro Person.

Vor eurer Reise nach Vava’u solltet ihr telefonisch mit der Zahnklinik Rücksprache halten und eure Flugdaten durchgeben. Wenn die Mitarbeiter vor Ort wissen wann ihr ankommt, dann organisieren sie nämlich einen Transport direkt in die Klinik. Im Krankenhaus angekommen haben wir die Zahnärztin Dr. Aleva und zwei weitere Famulanten aus Hamburg - Patricia und Phillipp - kennengelernt. Auf Empfehlung der beiden buchten wir vor Ort unsere Unterkunft im Port Wine Guesthouse (50 TOP pro Nacht p.P.). Die Unterkunft inklusive eigener Veranda und großzügigem Zimmer war absolut fantastisch und die mit Abstand schönste unserer Reise.

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Unsere Zeit auf Vava‘u:

ZAD-FAMULATUR-TONGA-2019Nach 1,5 Wochen auf Tongatapu war es nun Zeit die anderen großen Inseln des Königreichs zu entdecken. Unsere Reise führte uns weiter auf Vava’u und von dort aus nach Ha’apai. Alle Flüge buchten wir direkt vor Ort im Reisebüro von Realtonga. Die Reisebüros findet ihr auf allen drei Inseln. Eine Buchung über das Internet ist allerdings auch möglich. Achtet auf jeden Fall darauf ausreichend früh Plätze zu reservieren. Die kleinen Maschinen sind schnell ausgebucht. Das Freigepäck liegt hier bei 15 kg pro Person.

Vor eurer Reise nach Vava’u solltet ihr telefonisch mit der Zahnklinik Rücksprache halten und eure Flugdaten durchgeben. Wenn die Mitarbeiter vor Ort wissen wann ihr ankommt, dann organisieren sie nämlich einen Transport direkt in die Klinik. Im Krankenhaus angekommen haben wir die Zahnärztin Dr. Aleva und zwei weitere Famulanten aus Hamburg - Patricia und Phillipp - kennengelernt. Auf Empfehlung der beiden buchten wir vor Ort unsere Unterkunft im Portwinde Guesthouse (50 TOP pro Nacht p.P.). Die Unterkunft inklusive eigener Veranda und großzügigem Zimmer war absolut fantastisch und die mit Abstand schönste unserer Reise. 

Unsere Zeit auf Vava‘u:

Auf Vava’u gibt es vier Behandlungseinheiten. Zwei davon sind jedoch defekt, eine wird ausschließlich für Extraktionen genutzt. Wenn mehrere Famulaten vor Ort sind, dann solltet ihr euch zwischen Behandlung und MaliMali Programm aufteilen. Ansonsten sind zu viele Personen für die Anzahl an Patienten vor Ort. Generell lässt sich sagen, dass auf Vava’u deutlich weniger Material zur Verfügung steht als auf der Hauptinsel. Legt also auf jeden Fall einen Teil der Spenden zurück und gebt nicht alles auf der Hauptinsel ab. Leider kommt hier nur ein verschwindend geringer Anteil der vielen Spendenmaterialien vom Vaiola Hospital an.

Auf Vava’u konnte man absolut selbstständig arbeiten. Von der Diagnosestellung bis zur Therapie haben wir unsere Patienten mit Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen oder Extraktionen behandelt. Bei Fragen stand Dr. Aleva aber jederzeit zur Verfügung.

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Freizeit auf Vava’u

ZAD-FAMULATUR-TONGA-2019Auf Vava’u hatten wir leider aufgrund des Wetters nicht viele Gelegenheiten die Inselgruppen zu besichtigen. Es werden aber Bootstouren (ca. 100 € p.P.) angeboten, man kann auf den Mount Talau wandern, eine Höhle besichtigen und natürlich schnorcheln gehen. Die Tourist Information berät euch sehr gern.

Als Restaurants können wir euch das Bellavista und das Tropicana Cafe empfehlen. Da wir in der Nebensaison auf der Insel waren, hatten leider viele Restaurants und Bars geschlossen. Wer sich selbst verpflegen möchte, der kann auf dem Markt frische Lebensmittel einkaufen. Hier gibt es auch jeden Morgen frischen Fisch, den ihr unbedingt probieren solltet.

Unsere Zeit auf Ha´apai:

Die Klinik auf Ha´apai ist mit Abstand die kleinste und am schlechtesten ausgestattete der bisherigen drei Kliniken. Dr. Amanaki erzählte uns allerdings später, dass die gesamte Klinik bis zum Ende des Jahres in ein neues Gebäude umziehen soll. Die zahnärztliche Abteilung bestand nur aus einem im Vergleich zu den anderen Kliniken kleinen Raum mit zwei Behandlungseinheiten und einem kleinen Sterilisationsraum, der auch zur Ablage unserer Sachen diente. Auch hier mangelte es, genau wie auf Vava´u, an essenziellen Gütern wie Lokalanästhetika, Handschuhe und Mundschutz. Auf Ha´apai arbeitet nur ein Zahnarzt/eine Zahnärztin und ein Zahnarzthelfer/in. Diese müssen die ganze zahnärztliche Bandbreite abdecken und auch die Menschen der umliegenden Inseln versorgen. Deshalb war ein Arbeitstag auf Ha´apai komplett anders als auf den restlichen Inseln aufgebaut: Jeden Tag stand neben dem Behandeln von Patienten auch das MaliMali Programm auf dem Plan. Allerdings werden hier pro Tag nur zwei bis drei Kindergärten oder Schulen auf den Hauptinseln besucht, sodass noch genügend Zeit für die Patienten in der Klinik blieb. Auf Ha´apai leben deutlich weniger Menschen als auf den anderen beiden großen Inselgruppen, sodass wir jeden Tag nur drei bis vier Patienten behandelten. Es gab aber auch Tage, an denen deutlich mehr Patienten kamen. Zu unserem Behandlungsspektrum zählten auch hier wieder Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen und Extraktionen. Für uns war es sehr einprägsam, dass die Patienten von den kleineren umliegenden Inseln es sich nicht leisten können für mehrere Behandlungen auf die Hauptinseln zu kommen und sich somit lieber einen Zahn extrahieren lassen, als mehrere Male wegen einer Wurzelkanalbehandlung in die Klinik zu kommen. 

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Ab etwa 12 Uhr gab es eine anderthalbstündige Mittagspause. Es gestaltete sich allerdings als schwierig sich etwas anderes als Kekse oder Toast mit Erdnussbutter zum Mittag zu organisieren. Wir fanden nach längerem Suchen zwar einen Markt in Pangai (größte Stadt der Inselgruppe), allerdings gab es zu dieser Zeit kein Obst und Gemüse zu kaufen und die anderen Einkaufsmöglichkeiten hatten nur ein Sortiment von Keksen, Süßigkeiten über Nudeln, Reis, Kartoffeln, Konserven und Brot. Es gab auch kein Restaurant und erst an unserem letzten Tag fanden wir einen kleinen Imbiss.

Wir waren froh, dass wir zumindest für das Frühstück und für das Abendbrot im Ha´apai Beach Resort, unserer Unterkunft auf Ha´apai versorgt wurden. Diese liegt etwas außerhalb von Pangai. Allerdings konnten wir uns im Resort kostenfrei Fahrräder ausleihen, mit denen wir die 3km bis zur Klinik problemlos auch in der größten Hitze zurücklegen konnten. Das Ha´apai Beach Resort war unsere teuerste Unterkunft mit 370 TOP für drei Personen für eine Nacht in einer kleinen Holzhütte und wegen mangelnder Möglichkeit zu Selbstversorgung entschieden wir uns dort auch immer Abendbrot zu essen, was täglich noch einmal 30 TOP mehr für uns bedeutete.

Freizeit auf Ha´apai:

Auf Ha´apai können wir euch die vielen schönen Strände zum Baden empfehlen. Sie sind wirklich traumhaft schön. Besonders empfehlenswert ist der Strand an der Spitze der Insel Foa. In der Nähe befindet sich auch die Matafonua Lodge und das Sandy Beach Resort. Wir sind an einem Sonntag vormittags mit dem Fahrrad zu diesem Strand gefahren und haben einen wunderschönen Tag am Meer verbracht und genossen ein leckeres Mittagessen im Sandy Beach Resort. Des Weiteren hatten wir im Ha´apai Beach Resort den Strand direkt vor unserer Haustür, sodass wir jeden Tag nach der Arbeit noch einmal im Meer baden konnten.

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Zurück auf Tongatapu:

Als wir dann zurück in Tongatapu für unseren letzten anderthalb Wochen waren, fühlte es sich fast wie zu Hause an in der Dayspring B&B Lodge zu wohnen. In unserer letzten Arbeitswoche behandelten wir mit Janine, einer weiteren Zahnmedizinstudentin aus Greifswald, zusammen im Vaiola Hospital. Die Woche begann etwas holprig, da wir einfach zu viele Studenten waren und nicht genügend Platz für uns zum Behandeln zur Verfügung stand. Diese Situation verbesserte sich aber unter der Woche, sodass wir ab Mittwoch zwei Einheiten zur Verfügung hatten und wir uns in Zweier-Teams aufteilen konnten.

An unserem letzten verbleibenden Wochenende besuchten wir einen Gottesdienst in einer Wesleyanischen Kirche in Nuku´alofa. Für die Tonganer ist die Kirche ein sehr wichtiger Bestandteil in ihrem Leben. Der Sonntag ist heilig und für die Kirche und für die Familie da. Es fahren keine Taxis, alle Geschäfte haben geschlossen und jeder besucht einen Gottesdienst. So war es für uns eine besondere Erfahrung diesen wichtigen Bestandteil der tonganischen Kultur erleben zu dürfen.

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Wir können euch eine Famulatur im Königreich Tonga auf jeden Fall empfehlen. Es sind unschätzbare Erfahrungen, die ihr dort nicht nur im zahnmedizinischen Bereich, sondern auch für euer Leben sammelt.

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