Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Sumba

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Sumba (Indonesien, eine Flugstunde von Bali entfernt)
Congregatio Sanctissimi Redemptoris (C.Ss.R) Kongregasi Sang Penebus Mahakudus
Organisation und Kontakt:
Propinsi Redemptoris Indonesia
Rumah Retret Santo Alfonsus, Jalan Katedral
Weetebula 87254, Sumba Barat Daya, NTT
Telefon: 0387 24054, FAX: 0387 24154
E-Mail: cssr4900indonesia@gmail.com
Ansprechpartner in Bonn:
Pater Dr. Jürgen Langer
Tel.: 0228 / 555 85 - 82
E-Mail: juergen.langer (at) redemptoristen.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Famulanten haben ca. 4 Monate für die Vorbereitung gebraucht (allerdings je mehr Zeit zur Vorbereitung desto besser).
Impfungen: Einige! Daher früh genug damit anfangen (z. B. japanische Enzephalitis, Typhus, Tollwut, Meningokokken, Cholera). Darüber hinaus sollte man während man auf Sumba ist eine Malariaprophylaxe einnehmen.
Versicherungsschutz: Haftpflichtversicherung, in der eine Famulatur mitversichert ist.
Flüge: Von Deutschland nach Bali und separat einen Flug von Bali nach Sumba. (Der Flug wurde über STA Travel gebucht, da es dort spezielle Tarife für Studierende die eine ISIC Card haben gibt, bei denen der Ticketpreis oft vergünstigt und meist auch ein höheres Gepäckkontingent inkludiert ist.)
Transfer: Alles war super organisiert, sodass wir vom Flughafen abgeholt wurden.
Unterkunft: Die Famulanten durften mit im Kloster wohnen.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Für Indonesien wird bei Einreise und Aufenthalt von bis zu 30 Tagen kein Visum benötigt. Wenn man länger als 30 Tage dort ist, braucht man ein Visum welches bei der Botschaft beantragt werden muss. Kosten hierfür sind €50 und die Bearbeitung geht recht zügig (ca. 1 Woche Bearbeitungszeit).

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Es war sehr schwierig die Spenden dort hin zu transportieren (101 kg Spendenmaterial). Sowohl der deutsche, als auch der indonesische Zoll waren sehr problematisch, weshalb die Famulanten dringend davon abraten würden! Die Fluggesellschaft Singapore Airlines wollte die Spenden nur gegen exorbitant hohe Summen transportieren. Die Famulanten haben später gehört, dass kleinere Fluggesellschaften da kulanter sind.
Tipp: kleinere Fluggesellschaft wählen, vorher mit der Fluggesellschaft absprechen und nur so viel Spendenmaterial akquirieren, dass es mit dem Gepäck transportiert werden kann.
Bei anderen gab es keine Probleme. Da diese Gruppe sehr viel Gepäck dabei hatte, wurde sie kontrolliert. Die Spenden müssen vorher angemeldet werden. Indonesien hat sehr strenge Einfuhrbestimmungen. Daher immer bei der Botschaft informieren. Für das Anästhetikum, welches die Gruppe gespendet bekommen hat, wurde vorab bei der Botschaft eine schriftliche Genehmigung eingeholt.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Die meisten Menschen sprechen nur indonesisch. Die Famulanten haben erst vor Ort die Wörter gelernt, die sie zum Behandeln gebraucht haben und es hat auch ausgereicht. Aber natürlich je mehr indonesisch man vorher lernt, desto leichter hat man es dort. Dr. Denny, der Zahnarzt spricht sehr gut englisch, sowie die meisten Ärzte des Krankenhauses, weshalb sie auch bei Patienten gut übersetzen können. Pater Dominikus, der Schulleiter der Schule, an der wir zuerst unterrichtet haben, hat 8 Jahre in Deutschland studiert. Er spricht fließend deutsch und kann auch den Unterricht übersetzen. Wir haben in der Zeit zwei deutsche Pater kennen gelernt, wovon der eine auch in Weetebula im Kloster lebt. Darüber hinaus sprechen die meisten Patres hervorragend englisch.
Ein sehr gutes Buch ist "Indonesian - Phrasebook&Dictionary" vom Lonely Planet Verlag (ISBN: 978-1-78657-069-7).
Die Nonnen, bei denen wir im Kloster gewohnt haben, sprechen auch überwiegend englisch und es gibt sogar eine deutsche Nonne. Darüber hinaus findet ein Mal pro Woche ein englischer Gottesdienst im Kloster statt.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Die Famulanten haben zuerst an einer Schule in Waingapu unterrichtet und Kinder untersucht. Danach haben sie in der Zahnklinik eines Krankenhauses in Weetebula behandelt. Sie durften alle Behandlungen selbstständig durchführen. Das Behandlungsspektrum umfasste meist Füllungen und Extraktionen aber auch ein paar Zahnreinigungen. Es kamen Patienten jeden Alters in das Krankenhaus. Der Gebisszustand war bei vielen Patienten sehr behandlungsbedürftig. Behandelt haben die Famulanten immer in Räumlichkeiten der verschiedenen Klöster oder Krankenhäuser, wobei man sagen muss, dass sie nie eine zahnärztliche Einheit oder Behandlungsstuhl hatten. Sie haben entweder auf Tischen mit Matratzen oder Krankenhausbetten behandelt.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: ca. 1100 € Deutschland - Bali, plus 140€ Bali - Sumba (das ist sehr viel!! normal wären ca. 800 € für beide Flüge zusammen!).
Verpflegung: Die Famulanten durften im Kloster mitessen und wurden auch einige Male zum Essen eingeladen, d.h. im Prinzip muss man dafür nichts ausgeben.
Unterkunft: Die Famulanten konnten bei den Nonnen im Kloster wohnen und haben später dem Kloster etwas Geld gespendet, worüber die Nonnen sehr dankbar waren, aber es nicht erwartet hatten.
Impfungen: Die Impfungen haben ca. 300 € gekostet wobei einige Krankenkassen die Impfkosten übernehmen. Daher vorher nachfragen.

Eine große Flasche Wasser 1,5 L kostet 5.000 IDR (entspricht ca. 0,30 €).

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Man braucht sich wirklich keine Sorgen um die Unterkunft zu machen. Alle Menschen dort waren sehr nett und darauf bedacht unseren Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten. Es ist möglich eine indonesische Handykarte zu kaufen, mit der man überall Internetempfang hat und somit den Kontakt nach Deutschland aufrecht erhalten kann. Manche Krankenkassen übernehmen die kompletten Impfkosten und Malariatabletten, es macht sogar manchmal Sinn deshalb vorher die Krankenkasse zu wechseln.

Zum Abschluss…
"Abschließend kann ich für mich sagen, dass die Famulatur auf Sumba für mich sowohl fachlich als auch menschlich eine wahnsinnige Bereicherung gewesen ist und ich jedem nur empfehlen kann ein Mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen."


Famulaturbericht vom 18.12.2018 in Sumba

2018: Sumba

Von: Julia Buch und Christoph Bock (Uni Berlin)
Organisation: Propinsi Redemptorist Indonesia Konventu Weetebula,Jl Katedral, Weetebula 87254,Sumba Barat Daya
Zeitraum: 29.08.2018 - 06.10.2018

Vorbereitungen und Organisation

Noch während unseres Studiums wuchs in uns der Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt, sodass wir während des letzten Semesters die Initiative ergriffen und zunächst mit der Internetrecherche begonnen haben. Da wir (Julia, Teresa und Christoph) große Südostasienfans sind, sind wir bald bei dem Bericht von Isabel auf der Seite des ZAD hängen geblieben. Isabel und ihre Kommilitonin sind auf eigene Faust auf die indonesische Insel Sumba gereist, um dort zahnmedizinische Hilfe zu leisten. (Hier der Link zu dem Bericht: https://www.zad-online.com/famulaturbericht-5502.html?id=6942)

Sofort haben wir uns in die wunderschöne Insel verliebt und daraufhin Isabel kontaktiert. Isabel hat sich gefreut über unser Interesse und wir konnten in mehreren Skype-Gesprächen viel über ihren Aufenthalt erfahren. Mit den gesammelten Informationen und dem Kontakt zur Insel haben wir nun voll motiviert die Organisation der Reise angepackt. Isabel hatte uns den Kontakt zu Pater Jack vom Redemptoristen-Orden vermittelt.

Noch während unseres Staatsexamens haben wir damit begonnen, Spenden zu sammeln. Wir haben sämtliche Dentalfirmen angeschrieben und waren überwältigt von der Bereitschaft der Firmen, uns zu unterstützen. Innerhalb weniger Wochen waren unsere Wohnungen voll gepackt mit Kartons voll Spenden. Auch die finanzielle Unterstützung von Familie und Freunden, die wir über eine Internetseite gesammelt haben, hat uns natürlich sehr geholfen.

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Anreise und Region

Da sich das Versenden der Materialien auf Grund des Zolls als schwierig herausgestellt hat, haben wir beschlossen alle Materialien selbst im Gepäck zu transportieren. Das war eine kleine logistische Herausforderung für uns. Unsere Reise ging zunächst von Berlin nach Bali und anschließend weiter auf die Insel Sumba, die ca. eine Flugstunde von Bali entfernt liegt. Wir haben unsere Flüge anfangs mit 30 kg Gepäck pro Person gebucht. Dabei haben wir im Voraus versucht zu planen, welche Materialien wir aus Deutschland importieren müssen und was wir vor Ort in Indonesien auf unserem Zwischenstopp besorgen können, um uns die Anreise etwas zu erleichtern. Letztlich sind wir nun zu dritt mit insgesamt fast 130 kg Gepäck von Bali nach Sumba gereist. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass Indonesien strenge Einfuhrregeln für z.B.: Medikamente und Anästhetikum hat. Wir haben uns deshalb vorab bei der indonesischen Botschaft informiert und nötige Einfuhrgenehmigungen eingeholt.

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Auf Sumba angekommen wurden wir sehr herzlich von Schwester Mathilde begrüßt. Sie ist eine deutsche Nonne und lebt beim Schwesternorden „Susteran Amal Kasih Darah Mulia“ seit mehreren Jahren auf Sumba. Sie hat uns vom Flughafen abgeholt und ist mit uns zum Krankenhaus in Weetebula gefahren, wo unsere erste Station sein sollte.

Stationen auf Sumba

Weetebula

In Weetebula wurden wir herzlich von den Schwestern und Aspirantinnen aufgenommen. Wir wohnten auf dem Gelände des Schwesternordens, welches direkt an das Krankenhaus angrenzt. Unser Behandlungszimmer schlugen wir dann im Unterrichts-/Essensraum der Aspirantinnen auf. Zwei Tische wurden kurzerhand mit Matratzen bestückt und wenig später nahmen schon die ersten Patienten Platz. Behandelt haben wir im Stehen, was auf Dauer schon sehr anstrengend war, aber man gewöhnt sich daran. Es kamen sehr viele Leute von Klein bis Groß und größtenteils legten wir Füllungen, extrahierten Zähne und erklärten den Menschen, warum das Zähneputzen so wichtig ist.

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Waingapu

Nach einer sehr schönen Zeit in Weetebula machten wir uns dann mit unseren Sachen auf die Reise ins das fünf Stunden entfernte Waingapu, welches im Osten von Sumba liegt und gleichzeitig auch die Hauptstadt der Insel ist. Die Fahrt war sehr aufregend da die Straßen auf Sumba doch sehr schlecht sind. Wir wohnten dort in einem Jungen-Asrama in Padadita, welches ein Stadtteil von Waingapu, ist auf einem Hügel mit Aussicht aufs Meer. Nach unserer Ankunft gab es am Abend gleich Zahnputzunterricht für die Jungs. Zähne wurden angefärbt und anschließend saubergeputzt. Dabei machten wir uns ein Bild, was bei welchen Kindern zu machen war. In den nächsten Tagen behandelten wir in der Aula vor allem Kinder aus der angrenzenden Grundschule und dem Asrama. Ganz besonders schön war es für uns in der Grundschule, Zahnputzunterricht zu geben. Im Vorfeld hatten wir eine Art Unterrichtsstunde auf Indonesisch übersetzt und vorbereitet. Ausgestattet mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Anfärbemittel ging es dann durch alle Klassen, wo wir zusammen mit den Kindern und Lehrern eine aufregende und schöne Zeit hatten. Am Ende unserer Zeit in Waingapu reiste Leni an, eine Freundin von uns. Sie spricht sehr gut Indonesisch und so übersetzte sie oft und half uns als super Assistenz, wo es nur ging.

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Elopada

Anschließend ging es dann wieder zurück in den Westen der Insel, nach Elopada. Elopada liegt viel höher als Weetebula und Waingapu. Dementsprechend war das Klima auch kühler und feuchter. Viele Patienten kamen aus abgelegenen Dörfern, die zum Teil bis zu zwei Stunden Anreise hatten, um von uns im Dorfkrankenhaus behandelt zu werden. Es gab auch hier wieder viel zu tun und wir arbeiteten jeden Tag bis spät am Abend und wurden von den Schwestern, bei denen wir wohnen durften, mit leckerer Kost versorgt. Nach drei vollen Tagen ging es zu unserer nächsten Station.

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Homba Karipit

Sehr weit im Westen gelegen kamen wir dann in Homba Karipit an. Auch hier waren wir wieder in einem Jungen-Asrama untergebracht und konnten unser Behandlungszimmer in einem der Räume des Dorfkrankenhauses aufschlagen. Viele Patienten aus der Region und Schulkinder der Dorfgrundschule und des Gymnasiums kamen zur Behandlung vorbei.

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Weetebula

Abschließend kehrten wir noch einmal nach Weetebula zurück, welches unsere Basis die ganze Zeit über war, und hatten einen schönen Abschiedstag zusammen mit den Schwestern und Aspirantinnen, die uns sehr ans Herz gewachsen sind. Sie sind uns immer eine große Hilfe gewesen und haben wichtige Kontakte und Verbindungen hergestellt, für die wir ihnen sehr dankbar sind.

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Fazit

Der Aufenthalt auf Sumba war für uns eine neue und sehr prägende Erfahrung. Der Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung ist sehr groß und unser Hilfsprojekt kam bei den Menschen sehr gut an. Dadurch motiviert, wollen wir nun einen Verein gründen, um das Projekt zu etablieren und in Zukunft regelmäßig vor Ort Hilfe leisten zu können. Dabei wollen wir unsere Schwerpunkte vor allem auf die Schulen und Dörfer legen. Mit Aufklärung über den Aufbau der Zähne und Kariesentstehung sowie Putzunterricht mit den Kindern, wollen wir ein Bewusstsein für Mundhygiene und Prophylaxe schaffen. Außerdem wollen wir mit mobilen Geräten in die Dörfer reisen, um dort den Menschen, die abgelegen von sämtlichen Krankenhäusern leben, zahnmedizinische Versorgung anzubieten. Dabei können wir natürlich Hilfe von allen gebrauchen, die im zahnmedizinischen oder zahntechnischen Bereich tätig sind. Bei Interesse oder Fragen könnt ihr uns gerne anschreiben unter: zahnmedizinisches.hilfsprojekt@gmail.com oder auf Facebook:  https://www.facebook.com/zahnarztlicheshilfsprojekt.sumba.5

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Spenden

Wir möchten uns bei allen, die uns bei unserem Projekt unterstützt haben, egal in welcher Art, bedanken! Wir bedanken uns auch für die ganzen tollen Materialspenden bei:

 

3M Deutschland GmbH

ALPRO MEDICAL GmbH

Busch & CO. GmbH & Co. KG

Colténe/Whaledent GmbH & Co. KG SERAG-WIESNER GmbH & Co. KG

Deutscher Zahnmedizinerbund e. V.

Deutsche Ärztefinanz Rico Uhlig

DÜRR DENTAL SE

frasaco GmbH

Henry Schein Dental Deutschland GmbH dent.talents. - student.shop. Berlin Charité

Ivoclar Vivadent GmbH

Johannes Weithas GmbH & Co. KG

Komet Dental Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG

Lege artis Pharma GmbH & Co. KG

SEPTODONT GmbH

VOCO GmbH

Zahnarztpraxis Brunner & Banaczak

Zahnarztpraxis Kciuk

Zahnarztpraxis Dr. Runkel

ZSH GmbH Jörg Schröder