Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Philippinen

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Philippinen, Insel Siquijor
Organisation und Kontakt:
"German Dental Care Siquijor"
Herr Wulf Feinhals
W.feinhals@web.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Für die Vorbereitungen wurden ca. 10 Monate benötigt. Eine frühe Flugbuchung ist in der Regel für die Kosten von Vorteil. Zudem müssen Impfungen beachtet werden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ja, ein Visum ist auf den Philippinen notwendig, wenn man länger als 30 Tage bleiben möchte. 59 TageTouristenvisum für 27€ + 3,95€ Porto zur Rücksendung.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten leider relativ wenig Spenden und diese in den eigenen Koffer transportiert. Es gab keine Probleme bei der Einfuhr.In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Auf den Philippinen kommt man mit Englisch bereits sehr weit. Die Famulanten haben vornehmlich Jugendliche behandelt, die ihr Schulenglisch genutzt haben, um sich zu verstehen zu geben. Es gibt auf den Philippinen sehr viele unterschiedliche Sprachen, sodass Englisch eine der Amtssprachen ist. Werden kleinere Kinder behandelt, so gibt es in der Regel eine Helferin, die die Sprache der Kinder spricht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Die Famulanten haben in dem Projekt geholfen Zahnpasta und Zahnbürsten in vielen kleinen Bergschulen zu verteilen. Weiter haben sie Schulklassen untersucht und diese dann in der kleinen Zahnklinik behandelt. Es handelte sich um Füllungs- und Extraktionstherapien bei Schülern.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Internationale Flüge (Frankfurt-Hongkong-Cebu): ca. 860€
Inlandsflüge (Cebu-Dumaguete): ca. 85€
Flughafengebühren bei Rückflug: ca. 18€
Reiserücktrittsversicherung: ca. 37€
Fähre (Dumaguete-Siquijor): ca. 10€
Reisepass: ca. 60€
Visum: ca. 30€
Impfungen (je nach Versicherung): ca. 420€
ZAD-Kosten: 10€ (plus 50€ Pfand)
Mückenschutz (Netz und Antibrumm): ca. 40€
SIM-Karte-Philippinen: ca. 20€ für 4 Wochen
Unterkunft: ein kleiner Raum mit Bad wird in der Klinik gestellt; möchte man komfortabler wohnen sind die Preise natürlich sehr unterschiedlich ab 10€/Nacht
Verpflegung: sehr unterschiedlich; in der Schulkantine ist das Essen für sehr kleines Geld zu bekommen; in Touristenresorts ungefähr 10€ pro Mahlzeit
Fahrtkosten vor Ort: die Unterkunft der Famulanten lag ca. 7 KM von der Klinik entfernt, und man kann, wenn man nicht anspruchsvoll ist und Wartezeiten einplant, für 1-2€ am Tag hin- und herkommen.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Generell ist eine frühzeitige Planung ratsam, sodass man einen günstigen Flug bekommt und Zeit für die notwendigen Impfungen hat.
An der Verpflegung sollte nicht gespart werden. Das Essen in den Resorts ist den Famulanten gut bekommen und auch abgekochtes Leitungswasser war in Ordnung. Aber Achtung, dieses ist sehr kalkhaltig.
Man muss sich dem Land anpassen: Anfangs hatten die Famulanten relativ schlechtes Wetter, sodass es zu Schulausfällen und damit auch zu Behandlungsausfällen kam – das ist natürlich schade, wenn man viel mehr machen möchte, als möglich ist.

Zum Abschluss…
"Insgesamt möchten wir jedem eine Famulatur ans Herz legen, der Fernweh und Lust auf einen Kulturschock hat. Für uns wird es sicherlich nicht der letzte Auslandseinsatz gewesen sein…"
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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Philippinen, Bugko Northern Samar
Organisation und Kontakt:
Mabuhay -St.Francis of Assisi Primary Health Care Program,
Ansprechpartnerin:
Sr. Sabine Korth (Sabine-korth@web.de) oder Dr. Linder (doclindner@yahoo.de)
www.mabuhay-stfrancis-healthcare.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Ein Jahr bevor die Famulanten eine Auslandsfamulatur machen wollten, hatten sie angefangen sich zu informieren und etwa ein halbes Jahr vor Beginn den Platz in Bugko bekommen. Dies war ausreichend Zeit Spenden zu organisieren, Flüge zu buchen etc. Die Unterkunft wurde von der Mabuhay Klinik zur Verfügung gestellt.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
30 Tage kann man mit einem deutschen Reisepass ohne Visum auf die Philippinen reisen. Da dies für die Famulatur zu kurz war, haben die Famulanten ein Visum für 59 Tage im Voraus beantragt. Das Visum kostet in zwischen 30€ - 60€.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der Verein Mabuhay – Hilfe zum Leben e.V. mit Sitz in Bonn bietet die Möglichkeit die gesammelten Spenden per Container auf die Philippinen zu verschiffen. Man muss seine Spenden lediglich an die Adresse in Bonn schicken. Die Famulanten hatten allerdings auch viele Materialien mit dem eigenen Gepäck mitgebracht.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Englisch ist ein Muss um sich mit den Mitarbeitern zu verständigen. Die beiden Helferinnen der Zahnstation übersetzen im Umgang mit den Patienten dann gerne auf Wharay-Wharay was eine Kommunikation auch mit Patienten, die kein Englisch sprechen möglich macht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Die Zahnstation der Klinik verfügt über zwei Behandlungseinheiten in denen die Famulanten sehr selbstständig Patienten behandeln konnten. Sehr gut betreut wurden sie dabei von Dr. Georg Lindner, einem sehr erfahrenen Zahnarzt, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand. Das Behandlungspektrum bewegte sich vor allem in der konservierenden und chirurgischen Zahnmedizin.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Flüge: 800€
Unterkunft und Verpflegung: 10€ am Tag (insgesamt 300€)

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?

Das abgeschlossene 8. Semester ist Voraussetzung für die Famulatur in der Mabuhay Klinik. Eine gewisse Eigeninitiative und Selbständigkeit wird auch gerne gesehen und man sollte bereit sein auch bei anderen nicht medizinischen Projekten der Klinik zu helfen.
Die Organisation durch Sr. Sabine und Sr. Veronica ist außergewöhnlich gut und bei der Verpflegung und Unterbringung wird man toll versorgt. Insgesamt herrscht eine super Stimmung und ich habe sehr viel lernen können. Ich kann eine Famulatur in der Mabuhay St. Francis of Assisi Klinik nur empfehlen.

Zum Abschluss…
"Insgesamt möchten wir jedem eine Famulatur ans Herz legen, der Fernweh und Lust auf einen Kulturschock hat. Für uns wird es sicherlich nicht der letzte Auslandseinsatz gewesen sein…"
"Ich kann eine Famulatur in der Mabuhay Klinik nur von ganzem Herzen empfehlen und hoffe sehr nach meinem Staatsexamen selbst nochmal dort zu behandeln."


Famulaturbericht vom 14.04.2020 in Philippinen

2020: Philippinen

 

Von: Yvonne Plückebaum, Amy Seidel (Universität Hannover)
Organisation: Mabuhay-St. Francis of Assisi Primary Health Care
Zeitraum: 11.01.-09.02.20

Famulatur auf den Philippinen -mit den geduldigsten und freundlichsten Patienten, die man sich vorstellen kann.

Unsere Vorbereitungen begannen ein Jahr im Voraus. Wir hatten die Mabuhay Saint Francis of Assisi Clinic in Bugko in den begeisterten ZAD Berichten entdeckt und setzten uns sofort mit Dr. Lindner in Verbindung. Kurz darauf erhielten wir die Zusage von Schwester Sabine. Sie hatte 2007 zusammen mit der philippinischen Schwester Veronica die Klinik gegründet und lebt seitdem in Bugko, einem kleinen Dorf in Mondragon auf der Insel Samar auf den Philippinen. Das restliche Jahr über verbrachten wir mit Impfungen (Tollwut und Hepatitis A) und lernen für unser Examen. Wir hatten uns entschieden, die Famulatur im Januar zu machen. Erst gegen Ende der Prüfungen im Oktober ging es richtig los mit den Reiseplänen: Flüge buchen, Firmen für Spenden anschreiben, Visum besorgen und Reiseroute planen. Dr. Lindner versorgte uns hierfür mit perfekten Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Informationen.

ZAD-FAMULATUR-PHILIPPINENWir hatten uns entschieden, zunächst zwei Tage in Manila zu bleiben und dann nach Clark zu fahren. Von dort gehen die Flüge nach Catarman, wo Schwester Sabine uns abholte. Schwester Veronica hatte in der Zeit ein leckeres Frühstück vorbereitet und nahm uns herzlich in Empfang. An diesem ersten Wochenende hatten wir Zeit uns einzuleben. Die Schwestern integrierten uns in ihren Alltag, zeigten uns das 3 Hektar große Klinikgelände (zu welchem die Klinik, eine Kräuterstation, ein eigenes Laboratorium, ein Innen- und Außenspielplatz für die Kinder, Basketballplatz für die Jugendlichen, Versammlungshalle für die Senioren, Pool für Schwimmunterricht, Schweine, Hühner und viele Pflanzen sowie Häuser für Gäste und Arbeiter und natürlich die Zahnstation gehören). Sonntags hatten wir die Möglichkeit an der Heiligen Messe in der Kirche in Bugko teilzunehmen. Da die Filipinos sehr gläubig sind, trifft sich hier jede Woche das ganze Dorf. Am Abend wurden wir direkt zu einem 70. Geburtstag eingeladen, bei dem es natürlich auch Karaoke gab - die darf hier bei keiner Feier fehlen! Untergebracht waren wir in einer tiptop ausgestatteten Wohnung (Klimaanlage, Wasserspender, Sofa, Bad) mit Balkon und Blick in die Palmen. Der Handyempfang mit dem Anbieter Globe war eher dürftig, aber Smart funktioniert wohl besser. Sim-Karten kann man in jeder größeren Stadt in einer Mall kaufen.

Die Dental Clinic hat zwei Behandlungsräume und ist ebenfalls bestens ausgerüstet. Montags war es dann endlich soweit. Unsere ersten Patienten hatten die Schwestern bereits eingeladen. Maria und Begit, zwei freiwillige Assistentinnen, standen uns zur Seite und halfen bei der Übersetzung und Reinigung der Instrumente. Sie entpuppten sich auch als gute Waray-Waray Lehrer (Dialekt auf Samar), sodass wir uns immer besser mit den Patienten verständigen konnten. Eine typische Unterhaltung sah ungefähr so aus: „Guten Morgen! Setzen Sie sich. Schmerzen? Keine? Erst einmal Check-up. Zahn muss gezogen werden. Wir machen eine Anästhesie. Mund ausspülen. Ist es schon taub? Gut gemacht!“ Ein großes Problem auf den Philippinen ist der Zucker. Er ist quasi in allen Lebensmitteln vorhanden, wird sogar bereits süßen Fruchtsäften zugesetzt. Dazu kommt, dass quasi kein Prophylaxesystem vorhanden ist (die Schwestern etablieren allerdings für die Schulkinder gerade ein Fluoridprogramm). Die Patienten kommen somit leider oft erst, wenn es bereits zu spät ist. So mussten wir schwerenherzens Jugendlichen und Kindern schon die 6er ziehen. Konnte man noch Füllungen legen, waren diese zumeist in der Front oder auch okklusal. Endodontische Behandlung sind nicht möglich, da derzeit kein zahnärztliches Röntgengerät vorhanden ist. Das soll sich aber in nächster Zeit ändern. Unser jüngster Patient war 18 Monate, unsere ältesten Patienten um die 80 Jahre alt. Alle, egal welchen Alters, waren unglaublich lieb, geduldig und sehr dankbar. Behandelt wird an 4 Tagen in der Woche: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 Uhr bis der letzte Patient fertig ist (bei uns war das meistens zwischen 15 und 17 Uhr).

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Nach Feierabend lässt sich gut der Strand bei Bugko erreichen oder man kann im klinikeigenen Pool entspannen. Dieser wurde durch Spenden finanziert, um den Kindern das Schwimmen beizubringen. Sonntags nahmen wir an der Heiligen Messe teil. Ein ganz besonderes Erlebnis für uns war das Santo Niño Fest, dass immer am 3. Sonntag im Januar gefeiert wird. Die Filipinos feiern mit Prozession und Tanz die Christanisierung der Philippinen. Es ist ein Meer aus roter T-Shirts und roten Luftballons der Kinder. An den freien Tagen unternahmen wir eigenständig Tagesausflüge in die Umgebung: Catarman, White Beach der Universität in Catarman, Onay Beach auf Laoang. Egal wo wir hinkamen, wurden wir immer herzlich von den Filipinos zum Essen eingeladen und es wurden natürlich viele Fotos mit uns gemacht. Auf Laoang pflückte uns ein Filipino sogar eine frische Kokosnuss direkt vom Baum. Auch in der Klinik wird man sehr gut verpflegt. Morgens gab es ein annähernd deutsches Frühstück mit Toast, Kaffee und Obst. Schnell hatten die Schwestern gemerkt, wie sehr wir die philippinischen Mangos lieben und hatten sie immer auf Vorrat für uns. Mittags und abends gab es Gemüse, wenn man wollte Fleisch oder Ei und natürlich Reis sowie eigentlich ohne Ausnahme einen Nachtisch. Kost und Logie sind für approbierte Zahnärzte umsonst. Auch die Wäsche wird von den Freiwilligen gewaschen. Insgesamt taucht man tief ein in das philippinische Leben und bekommt einen Einblick in ihren Alltag.

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Wir danken ganz herzlich unseren Sponsoren der Praxis Dr. Kielmann, Dr. Klaus & Partner, Septodont, Voco, Komet und Henry Schein. Es war so eine schöne Zeit in Bugko. Wir hätten uns keinen besseren Start ins Berufsleben vorstellen können!

Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns gerne an: y.ami@web.de

Wir können diese Famulatur jedem herzlich empfehlen.

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