Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zur Dominikanische Republik

Erste Zusammenfassung (Jahr 2017)

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Dominikanische Republik, ILAC (Institute of Latin American Concern), Santiago de los Caballeros
Organisation und Kontakt:
Organsation DIANO e.V. (Dental International Aid Networking Organisation)
Ansprechpartner Tobias Bauer
Hauptstrasse 42
78224 Singen
Tel.: 07731-62212
E-Mail: dental.aid.project@googlemail.com


2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Insgesamt 1 Jahr ab Kontaktaufnahme, Klärung wohin es gehen soll, Impfungen (Hepatitis A und B, ggf. Thyphus, Tollwut), Flugbuchung (ca.3 Monate vorher, sobald Reiseziel klar war), Reiseroutenvorbereitung, Mietwagenbuchung, Buchung der Unterkünfte (vorwiegend AirBnB) (ca. 4 Wochen vorher), Spendenorganisation (ging recht schnell)

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Das Visum wird direkt bei Ein-und Ausreise bezahlt: Bei der Einreise zahlt man 10$, bei der Ausreise, dann je nach Länge des Aufenthaltes. Bei uns waren es, da über 30 Tage, knapp 50$.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Spenden am Besten mit ein paar Schuhen/Kleidung im Koffer mischen, dann fällt es nicht so auf. Bei den Famulanten gab es keine Probleme, aber die Spenden wurden auch nicht entdeckt. Wenn doch, kann es sein, dass eine Gebühr verlangt wird.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Spanischgrundkenntnisse sind ein Muss, Englisch konnten nur sehr wenige und das eher schlecht.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Behandlungsspektrum: Vorwiegend Extraktionen, Komposit und Amalgam Füllungen, Zahnreinigungen (von Hand)

Ausstattung: Es gibt vor Ort mobile Einheiten, Kompressoren, Winkelstücke, Lichthärtelampen, Zangen, Hebel, Modellierinstrumente und es sind noch die meisten Materialien vorhanden (Komposit und Anästhesie werden jedoch viel gebraucht)

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: 900 € (inklusive Doppelbuchung, wegen Insolvenz von AirBerlin)
Unterkunft an Wochenenden und 2 Wochen Reisen: ca. 800 €
ILAC: Kosten für Unterkunft in Santiago, Bergdörfern und Transport: 510 $

Bier kostet ca. so viel wie bei uns, Cocktails nur ca. 2-3€, Essen gehen ist ca. 2/3 so teuer wie bei uns (je nach Ort und Lokalität)

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Viel Antibrumm mitnehmen und Fenistil-Gel, Ohropax auch nicht vergessen!
Es gibt Waschmaschinen im ILAC, daher haben die Famulanten nicht viel gebraucht und sich immer über ihr schweres Gepäck geärgert.
Die Überlandbusse sind sehr günstig und auch pünktlich, jedoch wird dort auf Minusgrade runtergekühlt, also auch einen warmen Pulli und lange Hosen für den Bus nicht vergessen!

Zum Abschluss…
"Wir möchten diese keinesfalls missen und würden auf jeden Fall jedem dazu raten, sich auch an eine Auslandsfamulatur zu wagen."

Zweite Zusammenfassung (Jahr 2020)

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Dominikanische Republik, ILAC (Institute of Latin American Concern), Santiago de los Caballeros
Organisation und Kontakt:
Organsation DIANO e.V. (Dental International Aid Networking Organisation)
Ansprechpartner Tobias Bauer
Hauptstrasse 42
78224 Singen
Tel.: 07731-62212
E-Mail: dental.aid.project@googlemail.com

2. Wie lange haben deine Vorbereitungen in Anspruch genommen? Was musstest du vorher alles organisieren?

Vorab brauchten wir einige Reiseschutzimpfungen, wie zB Hep A oder Tollwut, die angeraten wurden.
Eie Auslandsversicherung war außerdem notwendig. diese haben wir uns in Englisch und Spanisch ausstellen lassen und mitgenommen um diese vor Ort vorzeigen zu können.
Flüge haben wir vorab über die Organisation gebucht.
Abgesehen von der ersten Unterkunft haben wir alle Unterkünfte vor Ort gebucht.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?

Nein

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?

Wir hatten pro Person etwa 25 kg Spendengepäck dabei. Diese umfassten Abdruckmaterial, Bohrer, Handschuhe, Munschutz, OP-Hauben, Kasacks, Füllungsmaterial und ähnliches. Condor hat uns das Übergepäck dabei erlassen und unsere Arbeit so unterstützt. Die Organisation hat sich darum gekümmert, als sie die Flüge für uns buchten. Am Zoll hatten wir eigentlich keine Probleme, allerdings hätten wie die Anästhesie eigentlich nicht einführen dürfen, da die Leute dort ausdrücklich betont haben, dass keine Medikamente eingeführt werden dürfen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?

Spanisch ist ein absolutes MUSS. Englisch hat dort leider kaum jemand verstanden.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt? Welche Behandlungsstationen hast du durchlaufen?

Die Behandlungen umfassten fast ausschließlich Füllungen und Extraktionen. Da es KEIN RÖNTGEN gab, waren keine Endos möglich.

7. Wie viel Geld hast du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Die Flüge haben hin und zurück insgesamt etwa 800 Euro gekostet. Unterkünfte haben im Durchschnitt etwa 15-20 Euro pro Nacht gekostet.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber? Was hättest du vor Deiner Reise besser gewusst?

Wichtig wäre zu wissen, dass man vor Ort auf sich allein gestellt ist. Es gab KEINEN ANSPRECHPARTNER  oder erfahrenen Arzt vor Ort. Dies wäre wirklich wichtig gewesen zu wissen.


Famulaturbericht vom 26.03.2020 in Dominikanische Republik

2020: Dominikanische Republik

Von: Gulia Weniger, Alexandra Zorn (Universität Hannover)
Organisation: DIANO e.V.
Zeitraum: 04.02.20 - 11.03.20

Wir sind Alex und Giulia und haben vor zwei Monaten unser Zahnmedizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover beendet. Bevor wir den Arbeitsalltag beginnen, entschieden wir uns während des Examens zuvor eine Famulatur im Ausland zu machen. Dabei sind wir auf die Organisation DIANO in der Dominikanischen Republik gestoßen.

ZAD-FAMULATUR-DOMINIKANISCHE REPUBLIKUnsere Famulatur begann Anfang Februar (schwer bepackt mit 50kg Spendengepäck aus Deutschland) mit der Ankunft in Punta Cana, wo wir von Linet und Claudia, zwei ehrenamtliche Helfer vor Ort, herzlich empfangen wurden. Später stellte sich heraus, dass diese beiden alles ihnen Mögliche taten, um uns das Leben dort zu erleichtern und uns unter die Arme zu greifen. Wir unternahmen aber auch außerhalb der Arbeit etwas zusammen und lernten so Land und Leute besser kennen.

Uns war nicht bewusst, dass der Flughafen in Santo Domingo näher gewesen wäre, sodass es einige Zeit dauerte, bis wir in den frühen Morgenstunden unsere Unterkunft in Juan Dolio erreichten.Juan Dolio ist ein kleiner Ort nahe San Pedro, der direkt am Strand gelegen ist und uns bei der Suche nach einer Unterkunft nahegelegt wurde. Der erste Standort der Organisation war Consuelo, eine sehr ländliche Region in der Nähe von San Pedro. San Pedro ist eine recht laute Stadt ohne viel Tourismus, die genau deshalb aufregend und eindrucksvoll ist und ein gutes Gefühl von dem Leben der Menschen vor Ort vermittelt.

Jeden Morgen sind wir etwa eine Dreiviertelstunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Consuelo gefahren. Es handelt sich hierbei um sogenannte Guaguas (ein völlig überfüllter Kleinbus, der ohne jeglichen Zeitplan fährt und den man einfach per Handzeichen am Straßenrand anhält). Obwohl die Menschen im Bus und auf den Straßen sehr hilfsbereit und freundlich waren und uns so gut sie konnten halfen an unserem Ziel anzukommen, war es jeden Morgen aufs neue eine große Herausforderung und wir waren uns nie sicher, ob wir unser Ziel wohl erreichen würden. Dies lag vor allem daran, dass wir kein Spanisch sprechen und dort kaum jemand englisch spricht (was uns gegenüber leider während der Planung nicht erwähnt wurde). Dies stellte dementsprechend auch während der Behandlungen ein großes Problem dar, sodass wir immer auf Hilfe angewiesen waren, da eine Verständigung ohne Übersetzer nicht möglich war.

Vor Ort erwartete uns ein Sammelsurium an Spendenkoffern mit den unterschiedlichsten Materialien. Da es vor Ort niemanden gab, der wusste wo sich was befindet und was überhaupt vorhanden ist und was nicht, verstrich erst einmal sehr viel Zeit ehe wir alles sortierten und einen groben Überblick über alle Materialien und Voraussetzungen erlangen konnten. In der ersten Woche funktionierte leider keine der mobilen Einheiten vollständig, sodass oft ohne Wasserkühlung und Absaugung selbst eine Füllung zu einer großen Herausforderung werden konnte. Dadurch, dass es vor Ort kein Röntgen oder Materialien für Wurzelkanalbehandlungen gab, beschränkte sich die Behandlung weitgehend auf Füllungen und Extraktionen. Wir hätten uns gewünscht im Voraus darüber informiert zu werden, dass kein erfahrener Zahnarzt bzw. fachkundiges Personal vor Ort ist, was vorab anders angekündigt und besprochen war. Wir waren zwar insgesamt vier kürzlich approbierte Zahnärzte (zwei davon kamen aus Würzburg), hatten aber keinen erfahreneren Ansprechpartner vor Ort und waren dadurch komplett auf uns alleine gestellt. Dies sollte einem vorher bewusst sein und durchaus in die Entscheidungsfindung einer Organisation mit einbezogen werden. Aber wie sagt man so schön: „Man wächst mit seinen Aufgaben“. Wir haben uns dennoch gut zu Recht gefunden, sodass wir den Patienten helfen und darüber hinaus viele Erfahrungen sammeln konnten.

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Die freie Zeit nach der Arbeit haben wir recht vielfältig genutzt. Wir waren abends noch etwas am Strand, haben mit Einheimischen einen Tanzkurs in San Pedro besucht oder haben sonntags auch mal einen Tagesausflug wie zum Beispiel zur Isla Saona gemacht. Als Frau waren die Abendveranstaltungen allerdings manchmal recht begrenzt, da uns wiederholt geraten wurde möglichst vor Einbruch der Dunkelheit ein Guagua nach Hause zu nehmen und vorsichtig zu sein. Vor allem wenn man die Sprache weder spricht noch versteht sind nächtliche Zurufe dann nicht ganz vertrauenserweckend.

Da die Behandlungen in Consuelo ohne spanisch bereits sehr schwierig waren und wir so gut wie immer auf einen Übersetzer angewiesen waren, kam für uns das weitaus ländlichere Bergdorf Comedero als nächster Behandlungsstandort nicht mehr in Frage. Wir haben uns daher dazu entschieden als nächstes im Monkey Jungle (etwa 30min von Sosua) zu arbeiten.

ZAD-FAMULATUR-DOMINIKANISCHE REPUBLIK Im Laufe unseres Aufenthaltes haben wir heraus gefunden, dass die Zahnklinik (zugleich auch ein Ort, an welchem Zip-Lining-Touren für Touristen angeboten werden) dort ausschließlich samstags geöffnet hat. Uns war bis kurz vor unserer Anreise nicht klar, welchen Aufgaben wir an den anderen Tagen nachgehen werden. Rob, der Manager des Monkey Jungles, hat dann an den übrigen Wochentagen Besuche in unterschiedlichen Schulen organisiert. Dort haben wir (wieder mithilfe eines einheimischen Übersetzers) Prophylaxeinstruktionen gegeben, zusammen mit den Schülern das Zähneputzen und den Gebrauch von Zahnseide etc. an einer Affenpuppe geübt und zuletzt den Zahnstatus aller Schüler gecheckt. Während wir in Schulen gearbeitet haben, die in der Nähe von Sosua lagen, haben wir erst in Puerto Plata und danach in Cabarete gewohnt. In Cabarete (unserer Meinung nach deutlich schöner, abwechslungsreicher und mehr auf junge Leute ausgerichtet) haben wir aus Anraten in Ali’s Surfcamp gewohnt, was sehr zu empfehlen ist. Als wir in einer Schule in Las Terrenas (Halbinsel Samana) arbeiteten, hat der Direktor der Schule uns sowohl den Transfer (etwa 4h ab Sosua) als auch die Unterkunft (bei Lehrern der Schule) organisiert.

Durch all die vielen Eindrücke und Erlebnisse verging die Zeit wie im Flug und wir waren rasch am Ende dieser Reise. Unsere Famulatur hat uns viele tolle Erfahrungen bereitet und wir sind froh so viele Eindrücke von Land und Leuten gesammelt zu haben. Darüberhinaus hat es uns auch fachlich voran gebracht und wir hatten viel Spaß beim Behandeln. Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, mit welch für uns als „selbstverständlich“ geltenden Dingen, man den Menschen hier teilweise helfen konnte. Man muss sich aber darüber bewusst sein, dass man zu Beginn nicht zu viel an Organisation erwarten darf. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass hier alles eher spontan „organisiert“ wird und man die Sachen meist selbst in die Hand nimmt. So kam es auch, dass wir dann vor Ort selbst entschieden haben aufgrund der Sprache an einen anderen Ort weiterzuziehen.

Wir würden jederzeit wieder im Ausland arbeiten und möchten die Erfahrungen, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten sammeln konnten nicht missen.

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