Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Jamaika

Erste Zusammenfassung (Jahr 2020)

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Jamaika, Kingston
Tobias Bauer, DIANO e.V.
dental.aid.net@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?

3 Monate
Impfungen
Flug
Spendenvorbereitung
Auslandskrankenversicherung
Haftplichtversicherung

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?

Nein

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?

Nein

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?

Englisch

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Klinikaufenthalt, am Wochenende finden Health Fair Events statt

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

750 € Flug, Unterkunft Airbnb, Verpflegung ist sehr teuer

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?

Die Lebensmittel in Jamaika sind teurer als man denkt. Es lohnt sich Essen mitzunehmen.
Die Jamaikanischen Uhren ticken "laaaaangsamer"!

 

Zweite Zusammenfassung (Jahr 2017)

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ort: Jamaika, Kingston und Whitehouse
Organisation und Kontakt:
Dental International Network Organisation
Tobias Bauer
E-Mail: dental.aid.net@gmail.com
Ansprechpartner vor Ort:
University of Technology Jamaika
Dr. Irwing McKenzie
Weitere Ansprechpartner:
Great Shape! Inc.
Joseph Wright
E-Mail: josephgreatshape@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen haben ungefähr ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Die Famulanten haben viele Organisationen angeschrieben und dann eine Zusage knapp 4 Monate vorher bekommen. Danach haben sie direkt Flüge gebucht, Fahrtkostenzuschüsse beim DAAD beantragt und Spenden gesammelt.  Mit der Auffrischung der Impfungen haben sie ca 6 Wochen vor ihrem Flug angefangen und innerhalb von 4 Wochen abgeschlossen. Um eine Unterkunft kümmerten die Famulanten sich erst 1 Woche vor dem Abflug, dies war auch vollkommen ausreichend.
Insgesamt geht die Planung eigentlich relativ schnell, die Spendensuche war dabei die größte und langwierigste Aufgabe.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Nein, man braucht kein Visum! Man füllt nur ein Einreiseformular im Flugzeug aus.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Glücklicherweise erhielten die Famulanten insgesamt 120 kg Freigepäck von Condor, so dass sie insgesamt 8 Koffer mitnehmen konnten. Es gab keine Probleme, die Spenden durch den Zoll zu bekommen. Sie hatten zur Sicherheit eine Spendenbestätigung vom ZAD dabei, allerdings gab es keine Kontrolle bei der Einreise.
Den Famulanten wurde vorher empfohlen, die Spenden so unauffällig wie möglich zu transportieren. Deswegen haben sie alle Materialien in zusätzlichen Koffern mitgenommen, die sie dann in Jamaika gelassen haben.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Die Amtssprache ist Englisch und dies ist auch völlig ausreichend, um sich vor Ort zu verständigen. Nicht alle Jamaikaner sprechen gut Englisch, da es ebenfalls noch die Jamaikanisch-Kreolische Sprache ‘‘Patois‘‘ gibt. Allerdings hat die Kommunikation trotzdem irgendwie funktioniert. Übersetzer waren dabei nicht notwendig.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Bei der Organisation Great Shape durften die Famulanten alle Behandlungen durchführen, die angeboten wurden. Extraktionen, chirurgische Extraktionen, Füllungen, Zahnreinigungen und Patientenaufnahmen standen auf dem Programm.
Die Ausstattung war sehr gut. Es gab mobile Einheiten, viele Instrumente und alle Materialien für Füllungen, Zahnreinigungen, Hygiene- und Verbrauchsmaterialien.
In den staatlichen Kliniken dagegen waren die Einheiten sehr viel einfacher und teilweise defekt, so dass sie häufig improvisieren mussten.
Die Famulanten behandelten Patienten in allen möglichen Altersklassen, mit vielen verschiedenen Krankheiten aber alle waren sehr nett und dankbar für die Hilfe!

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Jamaika ist teuer, deswegen muss man schon eine gewisse Summe einberechnen für die gesamte Reise.
Flug: 550€
Unterkunft: ca 12-15€ pro Nacht, für 5 Wochen also ca 500€
Verpflegung: Supermärkte sind ziemlich teuer, Essen gehen ist auch nicht günstig, außer local food gibt es pro Mahlzeit schon für 3-4€. Wasser kostet in 6 Liter Kanistern ca 3€, in 1,5 Liter Flaschen ca. 0,70€. Insgesamt haben die Famulanten ungefähr 400€ ausgegeben.
Fahrten in Taxis von Ort zu Ort: Für 4 Stunden um die 40€, in öffentlichen Bussen dagegen günstiger um die 15€
Eintrittsgelder zu Nationalparks/Sehenswürdigkeiten/ Museen: je um die 15-20€

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Keine Angst vor dem ganzen Aufwand und der Organisation, es lohnt sich und ist die Mühe wert!

Zum Abschluss…
"Es war eine einzigartige Erfahrung für uns und wir können es jedem empfehlen, der gerne reist, fremde Länder kennenlernt und dabei auch noch hilft."


Famulaturbericht vom 15.07.2020 in Jamaika

2020: Jamaika

Von: Lisa Franziska Gohmann, Jacky Vanessa Dilly (Uni Münster)
Organisation: Tobias Bauer, DIANO e.V.
Zeitraum: 06.02.20 - 06.03.20

Nach unserer Zusage von DIANO e.V wussten wir nun endlich, dass es für uns nach Jamaika gehen würde. Die Flüge wurden gebucht und im Vorfeld kümmerten wir uns fleißig um Sachspenden. Nach unserer Vorbereitungsphase war es Anfang Februar soweit. Mit hundert Kilogramm Spendengepäck in unseren Koffern machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt um von dort aus gemeinsam mit den anderen Famulanten nach Montego Bay zu fliegen.

Direkt am nächsten Morgen wurden wir herzlich im Ministry of Health in Kingston von Dr. Irving McKenzie, dem obersten „Dental Chief Officer“, empfangen, wo wir uns bei einem jamaikanischen Lunch kennengelernt haben. Hier erfuhren wir, welche Hilfseinsätze für uns vorgesehen sind und wie der Ablauf der Famulatur angedacht war. Wir wurden auf verschiedene öffentliche Kliniken aufgeteilt, in denen wir an der Seite der zuständigen Zahnärzte mitarbeiten durften. Wir haben sehr von dem Erfahrungsschatz der ortsständigen Zahnärzte, vor allem im chirurgischen Bereich (Extraktionen), profitiert. Auch wurden wir angeleitet und man merkte schnell, dass man immer sicherer wurde. In dieser Zeit haben wir sehr viele Erfahrungen sammeln können und eine strukturierte Arbeitsweise miterlebt. Allerdings gab es in manchen Kliniken einen Platzmangel, sodass teilweise nur wenige Patienten einbestellt werden konnten.

Der zweite Teil bestand aus Health-Fair-Einsätzen, bei denen wir in öffentliche Einrichtungen wie z.B. Kirchen, Schulen oder Fußballvereinen gefahren sind, um dort eine Art „Camp“ mit mobilen Stühlen aufzubauen. Die Menschen in Jamaika haben nur einen sehr begrenzten Zugang zu öffentlichen medizinischen Einrichtungen. Es gibt nur wenige öffentliche Kliniken. Diese sind sehr klein und oft auch nicht in Betrieb. Hier ist ein großer Handlungsbedarf, allerdings fehlt oft die nötige Struktur und Organisation. Bei diesem Health-Fair-Events haben die Jamaikaner die Möglichkeit eine kostenlose Behandlung wie Cleanings oder Extraktionen zu bekommen. Dort war man mehr auf sich allein gestellt, es war jedoch immer ein Arzt anwesend.

ZAD-FAMULATUR-JAMAIKA

Der dritte Teil bestand aus Screenings in Schulen, bei denen wir den Zahnstatus der Kinder aufgenommen und den Behandlungsbedarf beurteilt haben. Zusammengefasst bestand der Großteil aller Behandlungen aus Cleanings und Screenings, dazu Extraktionen und ein paar Füllungen. Die jamaikanische Mentalität ist sehr offen und freundlich und besonders die Kinder begrüßten uns, im wahrsten Sinne des Wortes, mit offenen Armen. Woran man sich jedoch wirklich gewöhnen muss, ist die jamaikanische Uhrzeit, denn es gibt quasi keine festen Uhrzeiten. Zehn Minuten bedeuten hier gut und gerne eineinhalb Stunden, weshalb man keine feste Organisation erwarten sollte.

ZAD-FAMULATUR-JAMAIKA   ZAD-FAMULATUR-JAMAIKA

Insgesamt haben wir wirklich viel gewartet, ein Morgen konnte auch mal wartend beginnen. Das sollte man aufjedenfall wissen. Nach einiger Zeit versteht man einfach, dass die Menschen wahnsinnig entspannt und gelassen sind, ganz nach dem Motto: "Ya man, no problem in Jamaica". Wir haben uns immer sehr sicher in Kingston gefühlt und haben meist das Gefühl gehabt, freundlich, offen und respektvoll behandelt zu werden. Die Menschen fragen oft einfach ohne irgendeine Absicht: „Waaag Whaaan?“ bedeutet so viel wie „wie gehts? Alles okay?“ Oder wünschen einen guten Tag mit „enjoy yourself“. Es waren viele kleine Gesten, die uns das Gefühl gegeben haben, dass die Menschen wirklich freundlich sind. Einmal haben wir sogar frische Mangos aus dem Garten bekommen, als kleines Dankeschön für eine Zahnextraktion.

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Die ersten vier Wochen haben wir in Kingston verbracht und an den freien Tagen Ausflüge unternommen. Besonders empfehlen können wir die Lime Cay, eine wunderschöne, sehr kleine vorgelagerte Insel vor Kingston. Kingston selbst ist zwar schon eine gefährlichere Stadt, wenn man sich aber an ein paar Grundregeln hält, dann bekommt man davon nicht viel mit. Nach der Zeit in Kingston sind wir weiter nach Portland gereist, was sich als schönster, ruhigster und naturbelassener Teil der Insel herausstellt hat und zum Glück kaum touristisch ist. Hier findet man genug Zeit, vom Unialltag abzuschalten und auch einmal die Seele baumeln zu lassen.

Einen besonderen Dank möchten wir unseren Familien, Freunden und Freunden der Familie aussprechen, die uns bei unserem Vorhaben unterstützt haben. Dank Euch war dieses Projekt in dieser Form erst möglich - Dankschön! Auch möchten wir uns bei den folgenden Firmen für die großzügigen Spenden bedanken, ohne die unser Einsatz nicht möglich gewesen wäre und die dazu beitragen, eine zahnmedizinische Versorgung in Kingston aufzubauen:

Acurata GmbH und Co.KG, Alpro Medical GmbH, Anton Gerl GmbH, Bausch GmbH, Clinic&Jobdress GmbH, Dentsply Sirona Deutschland GmbH, dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, DMG Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH, Dürr Dental SE, 7days Marc Staperfeld GmbH, E.Hahnenkratt GmbH, Gebr. Brasseler GmbH und Co.KG, Hager & Meisinger GmbH, Henry Schein Dental Deutschland GmbH, Horico Dental, HuFriedy Mfg. Co., LLC., Ivoclar Vivadent GmbH, Kerr GmbH, Kulzer GmbH, Ledlenser GmbH & Co. KG, lege artis Pharma GmbH + Co. KG, MaiMed GmbH, 3M Deutschland GmbH, Meditrade GmbH, Petzl Gruppe, Polydentia SA, Oral B, Profimed Dentalvertriebs- und Prophylaxe- Gesellschaft mbH, Remesco Handelsges.m.b.H., Riemser Pharma GmbH, Schülke & Mayr GmbH, Septodont GmbH, Oco Präparate, Tokuyama Groups CSR, UVEX Winter Holding GmbH & Co. KG, VOCO GmbH, VDW GmbH, Verein für Zahngesundheit e.V.

Vielen Dank!

Bei Fragen oder Interesse bezüglich Jamaika kontaktiert uns gerne vorab.

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