Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu den Seychellen

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Seychellen, Dr. Jost von Schoenebeck, jostvon.schoenebeck@health.gov.sc

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen? Was musstest du vorher alles organisieren?

Halbes Jahr: Versicherungsschutz über ApoBank (kostenlos für Studenten), Flüge gebucht und Übergepäck wegen der Spenden erfragt, Unterkünfte vor Ort (AirBnB).

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?

Kein Visum, jedoch das Arbeiten dort kostet einmalig 350€

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?

Wir hatten kein Problem mit Spenden oder dem Zoll.
Unser Tipp: Wir haben Condor per Email gefragt, ob sie uns zusätzliches Gepäck für unsere Spenden ermöglichen könnten. Dadurch konnten wir beide jeweils 5kg zusätzliches Spendengepäck mitbringen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?

Englisch, Französisch ist von Vorteil. Kein Übersetzer.

6. Was waren Deine Aufgaben in dem Projekt? Welche Behandlungsstationen hast Du durchlaufen?

Zahnärztliche Betreuung, Füllungen legen, Wurzelfüllungen, ZahnEx

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Flug 700€, Unterkünfte 210€/Woche, Verpflegung 150€ die Woche -> 1 Bier = 2€ Insgesamt ca 2800€ für die 6 Wochen, die wir dort waren.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber? Was hättest du vor Deiner Reise besser gewusst?

Es ist ein tolles Land, man darf nur leider nicht ganz so viel selbst machen wie erhofft bzw. wie in Ländern mit schlechterer Zahnmedizinischer Versorgung. Nehmt viel Geld mit, das Leben auf Seychellen ist teuer.Mr. Majid Anette braucht sehr lange, um zu antworten. Ohne Dr. Jost von Schoenebeck, einem deutschen Zahnarzt, der auf den Seychellen wohnt und die deutschen Famulanten in der Zahnmedizin betreut, hätten wir wahrscheinlich nicht rechtzeitig eine Bestätigung der Famulatur erhalten, um auf die Seychellen fliegen zu können. Allerdings wird Dr. Jost wahrscheinlich noch dieses Jahr in Rente gehen, sodass künftige Famulanten nur noch über Mr. Majid Anette die Bestätigung erhalten können. Deswegen empfehlen wir, sich sehr frühzeitig um eine Bewerbung zu kümmern.
Außerdem mussten wir bei der Bewerbung ein Empfehlungsschreiben der Universität (auf Englisch) einreichen. Manche Universitäten brauchen hierfür auch etwas Zeit, sodass es sich auch hier lohnt sich früh darum zu kümmern.

 


Famulaturbericht vom 16.07.2020 in Seychellen

2019: Seychellen

Von: Moritz Drogosch, Ulrich Jacob und Felix Breßmer (Uni Regensburg)
Organisation: Ministry of Health (Human Resources Development Section)
Zeitraum: 13.02.19 - 29.03.19

Hallo zusammen, wir sind Uli, Felix und Moritz, 3 Zahnmedizinstudenten aus Regensburg, Bayern. Während unseres 8. Fachsemesters in diesem wundervollen Studiengang, überlegten wir uns, dass es doch überragend wäre, auch in der vorlesungsfreien Zeit zu praktizieren. So kam uns der Gedankenblitz: „Hey, lass uns doch eine Famulatur machen!“. Daraufhin fingen wir an uns über viele Organisationen und Famulaturziele zu informieren. Wir kontaktierten einige Organisationen und Krankenhäuser all around the Globe, bekamen jedoch wenig Antworten. Unter den Kontaktierten befand sich auch der legendäre „Flying Dentist“, Dr. Jost von Schoenebeck. Dieser war einer der Wenigen, der uns eine Antwort auf unsere Mail zurückschickte, uns väterlich wohlwollend unter seine Fittiche nahm und uns eine Famulatur auf den Seychellen zusicherte. Mit Hilfe seiner perfekt platzierten Tipps konnten wir uns bestens an den vielen Hürden des bürokratischen Deutschlands vorbeischlängeln.

Wir begannen mit der Organisation:

Jetzt hieß es Spenden akquirieren, Flüge buchen, Unterkünfte im Netz durchstöbern, sich über das Gastland informieren und die neueste Bademode shoppen. Wir erhielten von einem Offiziellen der Health Care Agency der Republic of Seychelles von Seychellen eine Auflistung diverser Unterkünfte und Schlafplätzen all around Seychelles. Von dieser bunten Auswahl entschieden wir uns schlussendlich, nach nächtelangem Diskutieren für Oceanic View von Brian und Eggnes (nicht zu verwechseln mit Ocean View). Zu gleicher Zeit schrieb jeder von uns Dentalfirmen wie: Hu-Friedy, E. Hahnenkratt GmbH, Henry Schein, Busch GmbH u.a. an, ob sie uns bzw. der Health Care Agency der Republic of Seychelles der Seychellen nicht eine Spende zukommen lassen wollen, und uns im Zuge unserer Famulatur damit unterstützen möchten. Viele der Firmen waren sehr großzügig, sodass wir letztendlich einen 4. Koffer mit ca. 35 kg Spendenmaterial am Start hatten. Um auch diesen und die darin enthaltenen Mitbringsel (Spenden) problemlos über die Grenze und durch den Zoll bringen zu können schrieben wir der Lufthansa, sowie Austrian Airlines ob es möglich wäre das vorhandene Übergepäck kostenfrei mitnehmen zu dürfen. Diese erwiesen sich als sehr kooperativ und so gab es mit dem Spendengepäck keine Probleme. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Lufthansa und Austrian Airlines. Das Ministry of Health forderte des weiteren ein Empfehlungsschreiben von einem Arzt, der uns im Zuge unseres Studiums bereits betreut hat. Außerdem haben wir uns um einen Fahrtkostenzuschuss beim DAAD beworben. An dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür. Somit stand dem Abenteuer nichts mehr im Wege.

Die Reise:

Am 09. Februar des Jahres 2019 machten wir uns auf den Weg zum Münchner Flughafen. Die Gepäckaufgabe, stellte dank des vorherigen E-Mailverkehrs keine Probleme dar und ehe wir uns versahen saßen wir auch schon im Käfer T2 Bistro am Gate G. Nach ein paar Dunklen und Pils vom Fass war es an der Zeit das Flugzeug zu bestiegen. Bei einem Zwischenstopp in Wien, hatten wir während unserer Wartezeit im Zipfer Bistro das Vergnügen, auf Dirk, Dirk und Dirk zu treffen, eine Reisegruppe, die denselben Zielort bereisen wollten. So waren die ersten Freundschaften für die lange Flugreise geknüpft. 9 Stunden später landeten wir auf der Hauptinsel Mahé, Seychellen, bei 32 Grad im Schatten und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80%. Das Passieren der Passkontrolle gestaltete sich als sehr langwierig, da die Seychellaner einen eher gemütlichen Arbeitsstil pflegen. Zum Glück hatten wir Dirk, Dirk und Dirk. Nach ca. 3h hatten wir dann unser Gepäck und konnten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft machen.

Ein freundlicher Taxifahrer nahm uns und unser Gepäck mit und fuhr auf direktem Wege nach Beau Vallon, wo sich das Oceanic View befand: Dort angekommen mussten wir feststellen, dass nur ein 90cm Bett am Start war und die Vermieterin Eggnes direkt für 6 Wochen die Miete ausgezahlt haben wollte. Unser Plan war jedoch, auch mal die Residenz zu wechseln um andere Ecken der Seychellen kennenzulernen. Nach den anfänglichen Missverständnissen und nachdem uns noch weitere Betten organisiert wurden, waren die 1,5 Wochen im Oceanic View doch sehr schön. Man hatte als was benötigt wurde und einen super Ausblick von der Terrasse aus. Dadurch dass wir schon am Freitag ankamen und uns erst Montag im Red Roof Building vorstellen sollten, hatten wir ein Wochenende Zeit unseren neuen Wohnraum und die Wunderschönen buchten zu erkunden.

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Montag Früh um 7 sind wir dann per Bus von Beau Ballon nach Victoria gefahren. Dies war das erste große Abenteuer, da die alten TATA Busse bei uns in Deutschland eventuell Probleme hätten einen TÜV zu bekommen. Als wir dann im Red Roof Building des Krankenhauses ankamen mussten wir erstmal warten, da der einzige, der wusste, dass wir kommen noch nicht da war. Aber nach einer guten halben Stunde warten, wurden wir dann von Majid Anette sehr freundlich in Empfang genommen. Dann haben wir die Gebühr von 350€ zahlen müssen und sollten uns im Imigration Office einen Residential Letter ausstellen lassen. Dieser ermöglichte uns den Besuch der anderen Inseln wie Praslin oder La Digue zu günstigeren Preisen. Dies gestaltete sich als schwieriger als gedacht. Nach einigem Hin und Her hat es jedoch endlich geklappt und wir hatten den Wisch.Nun ging es erstmal zum Strand. Sundownern!

ZAD-FAMULATUR-SEYCHELLENAb dann ging es in der ersten Woche im Yellow Roof in Victoria los und wir könnten Dr. Jost und seinen Kollegen über die Schulter schauen und durften vereinzelt selbst Hand anlegen. Da die morgendliche Fahrt nach Victoria viel Zeit in Anspruch nahm, kümmerte sich Dr. Jost darum, dass wir nach Beau Ballon in die Klinik kamen und jeden Morgen zu Fuß zur Arbeit laufen konnten. Dort standen wir in der Obhut des freundlichen, indischen Kollegen Dr. Sassi Kumar, welche uns an guten Tagen sogar ein eigenes Behandlungszimmer zur Verfügung stellte. Darin durften wir selbstständig Patienten behandeln: Zähne ziehen, WKB, Füllungen legen. Es hat etwas gedauert bis wir uns an die dortigen Behandlungsmethoden und Materialien gewöhnt haben, welche sich von unseren doch etwas unterscheiden. Die Woche drauf wechselten wir die Unterkunft und zogen nach Victoria, wo wir Fußläufig vom Yellow Roof die folgende Woche verbrachten und somit auch dort wieder famulierten. Ab dieser Woche entdeckten wir auch das Trampen für uns, was sich als deutlich einfacher, schneller und amüsanter sowie günstiger als das busfahren erwies. So kamen wir auf den Ladeflächen der Pick Ups des Öfteren nach Beau Vallon und konnten am Strand relaxen und Sundownern. In der Letzten Woche unserer Famulatur durften wir auch noch Erfahrungen im East River Krankenhaus in Victoria sammeln. Diese war wesentlich höher frequentiert und wir bekamen den ein oder anderen Einsatz und konnten auch hier Erfahrungen sammeln. In dieser wurden ebenfalls in feierlicher Zeremonie die Spenden übergeben worüber sich die Verantwortlichen sehr gefreut haben. Abschließend ist zu sagen, dass es eine wunderbare Zeit war, wir viel nette Menschen kennen gelernt haben und sehr viele tolle Eindrücke sammeln konnten. Wir können es nur empfehlen auf diesen wunderschönen Inseln zu famulieren, da man neben den zahnärztlichen Aspekten auch viele Möglichkeiten hat das Leben zu genießen.

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Danksagungen:

Zum Abschluss nochmal vielen Dank an Dr. Jost, den wir über die Zeit sehr ins Herz geschlossen haben aufgrund seiner Gastfreundschaft und seiner lieben Art. Er kümmerte sich sehr gut um uns, zeigte uns Ecken der Insel die nur Einheimische kennen und lud uns einige mal zu sich ein um frischen Fisch, Wein und Gin Tonic auf seiner Legendäre Veranda zu genießen.

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Außerdem ein herzliches Dankeschön den Dentalfirmen, Hahnenkratt, Hu-Friedy, Espe 3M, Henry Schein und Busch die uns mit spenden unterstützten. Und dem DAAD für den großzügigen Zuschuss natürlich ebenfalls vielen Dank. Am Ende noch einige Eindrücke von unserer Famulatur.

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