Das Wichtigste auf einen Blick - Infos zu Peru

Erste Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?

Ort: Peru, Urubamba (Nahe Cusco)
Organisation und Kontakt:
Zahnärzte helfen e.V.
1. Vorsitzender Dr. Norbert Reiß
Konrad-Adenauer-Str. 2
64807 Dieburg
Tel.: 06071 25552
Fax: 06071 21938
E-Mail: za-helfen@arcor.de
www.za-helfen.de

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Einige Famulanten starteten ihre Vorbereitungen bereits sechs Monate vorher, andere sogar nur drei Wochen. Zur Vorbereitung gehört u. a. das Sammeln von Spenden, Sprachkenntnisse erlernen und Fahrtkostenzuschüsse beantragen. Impfung: Tollwut, Hepatitis A/B, Typhus, Meningokokken-Meningitis ACWY, Gelbfieber. Nach der Approbation ist zusätzlich eine Berufshaftpflichtversicherung notwendig. Reisekrankenversicherung wird vorausgesetzt.
Die Flüge kann man entweder über einen europäischen Flughafen direkt nach Lima/Südamerika wählen oder über die USA als Zwischenstopp, was jedoch ein gültiges ESTA Visum voraussetzt.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Einige Famulanten berichten, dass es keine Probleme gab. Bei anderen wurden z. B. Spiegel und Sonden kontrolliert. In diesem Fall dem Zoll einfach sagen, dass es sich um Geschenke für einen Zahnarzt handelt.
Desinfektionsmittel sind nicht erlaubt. Weitere Famulanten mussten in Lima die Koffer wegen spitzen Gegenständen (Sonden, Pinzetten) öffnen, konnten dann aber damit weiterreisen. Die Fluggesellschaft LAN fliegt direkt von Madrid nach Lima (sehr angenehm, da Nachtflug). Unbedingt von Lima nach Cusco weiterfliegen.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Es ist von Vorteil fließend Spanisch zu sprechen, auch wenn vor Ort auf Spanisch sprechende Freiwillige des Hilfsprojektes zurückgegriffen werden konnte, die auf Deutsch oder Englisch übersetzen. Bei Angeboten für Touristen versteht fast jeder Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?
Ein Baustein des Gesundheitsprojektes ist die zahnmedizinische Prophylaxe an den Schulen. Ein andere Teil des Projektes umfasst die Behandlung der Kinder aus den kooperierenden Schulen. Hierfür werden zwei Postas betrieben. Eine befindet sich im Chicon Tal und die andere im Huilloc Tal, beides Seitentäler des Heiligen Tals an dessen Anfang Urubamba liegt.
Die Behandlungsstühle waren zwar schon älteren Baujahrs aber voll funktionsfähig. Auch bei den notwendigen Materialien fehlte es an nichts. In diese recht gut ausgestatteten Behandlungsstationen kommen in der Regel Kinder aus den benachbarten Schulen und werden hier zahnmedizinisch versorgt. Die Estacion movil hat weniger Verbrauchsmaterial, in den Bergen in Chaullaccocha und Chupani muss alles mitgebracht werden
Überwiegend werden Fissuren versiegelt, Füllungen gelegt und hin und wieder mal auch ein Zahn extrahiert.
Es wird von Montags bis Freitags behandelt.

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?
Flug: ca. 1.000 €
Unterkunft Hotel: 20 $/Nacht
Unterkunft bei einer Familie: 80 €/Monat (bzw. 350 SOL/Monat)
Mittagessen: ca. 1,50 - 6 €
Abendessen: ca. 5 - 10 €
Wasser: 3L = 4 SOL (Wechselkurs: 1 € = ca. 3,30 SOL)
Ausflüge (Machu Picchu, etc.): je nach Budget von 150 € - 500 €
Anderen Famulanten hat die ganze Famulatur ca. 2.000 € gekostet.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Frühzeitige Bewerbung bei der Organisation.
Es handelt sich bei dem Projekt um ein Kinderhilfsprojekt, sodass die Behandlungszeiten weitesgehend während der Schulzeiten der Kinder stattfinden, daher sollte ein Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden sein.
Eine Stirnlampe kann nie schaden. Ob bei der Behandlung, in Hostels oder beim Wandern.
Ein ISIC (internationaler Studentenausweis) lohnt sich, wenn man z. B. den Machu Picchu besucht.Lernt ein bisschen Spanisch, dann tut ihr euch viel leichter mit allem!
Gerne hätten die Famulanten vorab gewusst, welche Spenden wirklich benötigt werden.
Größere Trips bzw. Touren sind vor Ort bis zu 70% günstiger als bei vorab Buchungen in Deutschland oder online und aufgrund der zahlreichen Anbieter täglich buchbar.
Das Wichtigste ist ein relativ sicheres Spanisch. Wenn man gut spanisch spricht kann ich Jedem eine Famulatur in Camaná, Peru wärmstens empfehlen.

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Zweite Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Ansprechpartner: Mons. Percy Fernando Saavedra Ramirez
Adresse: Apartado Postal 55 – Jirón Piérola 322 – Camaná, Peru
E-Mail: obischuquibamba@gmail.com
Tel.: +54 571272

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Vorbereitungen haben knapp 4 Monate gedauert. Impfungen müssen rechtzeitig getätigt werden, Versicherungen lassen sich auch kurzfristig organisieren, Flüge sollten alleine aus Kostengründen zeitig gebucht werden, Unterkunft und Transfer wurden zum Glück von der Organisation gestellt, aber auch dies musste natürlich zeitig besprochen werden. Sonst sind Materialienspenden und die Kontaktaufnahme mit Dentalfirmen etwas was Zeit in Anspruch nimmt und natürlich die Organisation des Ablaufs der Famulatur mit den Menschen vor Ort sollte schon mehrere Monate vorher besprochen werden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Die Famulanten hatten keine Probleme mit den Spenden bei der Einreise, wurden aber auch nicht vom Zoll kontrolliert. Bei der Fluggesellschaft hatten sich die Famulanten vorher erkundigt und es wurde versichert das der Transport der Materialien im Gepäck kein Problem darstellen würde, auch wenn es auf Bildern und Plakaten im Flughafen teilweise eindeutig anders deklariert war.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Fließendes Spanisch ist ein absolutes Muss! Als die Famulanten vor Ort waren, war ein anderer deutscher Volontär vor Ort der ihnen für den Monat der Famulatur begleitet hat, aber das wird nicht immer der Fall sein. Zwar werden andere Volontäre da sein, diese werden allerdings für andere Projekt eingeteilt sein und die Bevölkerung spricht kein Englisch.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Behandlung (hauptsächlich Füllungen, Prophylaxe und Extraktionen) in einer Zahnarztpraxis mit Ausstattung ähnlich deutscher Verhältnisse aber auch Behandlung in den Bergen ohne Strom und Licht in einem Gartenstuhl. Die Patienten sind alle sehr herzlich und dankbar, haben aber sehr viel Behandlungsbedarf, besonders in den abgelegenen Bergdörfern. Viele der Patienten sind Kinder, die allerdings auch schon sehr kariöse Zähne haben.


7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Flug: 1000€
Unterkunft: gestellt, Verpflegung: Frühstück und Mittagessen durch die Woche i. d. R. auch gestellt.
Preise generell wesentlich günstiger als in DE, ca. ½ - ¼ des deutschen Preises.

Gesamtkosten dementsprechend bei ca. 1700€, durch Förderung des DAAD/ZAD allerdings niedriger.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Frühzeitige Bewerbung bei der Organisation.
Es handelt sich bei dem Projekt um ein Kinderhilfsprojekt, sodass die Behandlungszeiten weitesgehend während der Schulzeiten der Kinder stattfinden, daher sollte ein Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden sein.
Eine Stirnlampe kann nie schaden. Ob bei der Behandlung, in Hostels oder beim Wandern.
Ein ISIC (internationaler Studentenausweis) lohnt sich, wenn man z. B. den Machu Picchu besucht.Lernt ein bisschen Spanisch, dann tut ihr euch viel leichter mit allem!
Gerne hätten die Famulanten vorab gewusst, welche Spenden wirklich benötigt werden.
Größere Trips bzw. Touren sind vor Ort bis zu 70% günstiger als bei vorab Buchungen in Deutschland oder online und aufgrund der zahlreichen Anbieter täglich buchbar.
Das Wichtigste ist ein relativ sicheres Spanisch. Wenn man gut spanisch spricht kann ich Jedem eine Famulatur in Camaná, Peru wärmstens empfehlen.

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Dritte Zusammenfassung

1. In welchem Land hast Du famuliert? Name und Kontaktdaten der Organisation?
Organisation: Peru-Aktion e.V
Homepage: www.peru-aktion.de
Ansprechpartner: Christoph Beckmann
E-Mail: christoph.beckmann87@gmail.com

2. Wie lange haben Deine Vorbereitungen in Anspruch genommen?
Die Famulanten haben sich ungefähr 3 Monate richtig vorbereitet. Sie haben sich gegen Gelbfieber impfen lassen und eine Reiseschutzversicherung über die Apobank abgeschlossen. Flüge,Transfer und Unterkünfte bekommt man relativ kurzfristig. Die meiste Vorbereitungszeit brauchten sie für das Sammeln der Spenden.

3. Wird ein Visum benötigt? Wenn ja, wie teuer?
Ein Visum wird nicht benötigt. Der Reisepass reicht aus. In Peru selbst beantragt man bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum.

4. Probleme mit Spenden und dem Zoll/der Fluggesellschaft? Tipps?
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vielleicht bereist ihr vorher/nacher auch noch andere Länder.
Der offizielle Weg die Spenden anzumelden vorher funktioniert leider nicht. Die Famulanten hatten für alle Fälle ein Bestätigungsschreiben der Organisation auf Spanisch dabei, mussten aber nicht durch den Zoll.
In jedem Fall vorher bei der Fluggeselllschaft nachfragen.

5. Welche Sprache(n) sind ein Muss? Gab es Übersetzer vor Ort?
Spanisch! Die deutschen Freiwilligendienstler konnten aber auch sehr gut aushelfen.

6. Was waren deine Aufgaben in dem Projekt?

Es gibt eine Einheit, die relativ gut funktioniert. Da es keine Möglichkeit zum Röntgen gibt hat man Hauptsächlich die Wahl zwischen Füllungen und Extraktionen

7. Wie viel Geld hast Du für welche Dinge ausgegeben (kurze Kostenübersicht)?

Etwas über 2000 Euro mit einem Monat Reisen noch dazu. Im Projekt selbst wohnt man kostenlos und bekommt 3 Mahlzeiten.

8. Generelle Tipps für zukünftige Bewerber?
Welche Materialien vor Ort wirklich gebraucht werden.


Zum Abschluss…
"Peru und seine unfassbar warmherzigen Menschen sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir sind aus dem Land der Alpakas, des Pisco und der Berge mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge zurück nach Deutschland gekehrt."

"Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt und Peru an sich ist auf jeden Fall eine Reise wert und jetzt drei Monate nach unserer Rückkehr fallen uns mindestens fünfzig Gründe mehr ein, nach Peru zu reisen und dort eine Famulatur zu machen."

"Die Famulatur hat sehr viele neue Erfahrungen, Eindrücke und Einblicke gegeben und ich denke immer wieder gerne daran zurück!"


Famulaturbericht vom 20.07.2020 in Peru

2019: Peru

Von: Hannah-Marie Riebesel, Patrycja Meryk (Universität Würzburg)
Organisation: Zahnärzte helfen e.V
Zeitraum: 21.08.19 -03.10.19

Im 7. Semester sind wir über unsere Fachschaft auf Auslandsfamulaturen aufmerksam geworden. Jedes Semester wird von ihr ein sehr informativer ZAD-Abend organisiert. Nachdem eine Freundin von uns nach einem Jahr in Peru zurückgekehrt ist und so viel Spannendes berichtet hat, stand das Land schnell fest. Patrycja und ich lieben beide die Berge und waren begeistert von der landschaftlichen und kulturellen Vielfalt. Nun haben wir viele Famulaturberichte gelesen und über den  ZAD herausgefunden, welche Projekte es in Peru gibt und wo zu welchem Zeitraum freie Plätze sind. So stießen wir auf den Verein Zahnärzte helfen e.V.. Wir nahmen direkt Kontakt mit dem Vorsitzenden Norbert Reiß auf und nach einigen Telefonaten, bei denen wir alle Fragen stellen konnten, wurden die Plätze für uns reserviert und wir bekamen direkt eine Check-Liste, sowie eine Bestätigung zugesandt. Nachdem wir also den Platz hatten, ging es daran, die Checkliste abzuarbeiten: Hierdurch wussten wir, dass wir kein Visum beantragen müssen.Zur Einreise in Peru benötigt man lediglich einen Reisepass. Das Visum bekommt man bei der Einreise in Lima kostenlos. Bei Nachfragen ist es sinnvoll anzugeben, dass man sich während der genehmigten 90 Tage als Tourist aufhält, da man anderenfalls ein Arbeitsvisum benötigt.

Für die gesamte Reise in Peru haben wir ohne die Flüge von Deutschland nach Peru ungefähr 1.300 Euro ausgegeben. Essen, Reisen mit Reisebussen und Collectivos sind sehr erschwinglich. Für eine fünfstündige Fahrt von Arequipa nach Chivay haben wir beispielsweise 20 Soles bezahlt. Ein halbes Kilo Bananen bekommt man für 2 Soles und ein Liter Wasser kostet meist ca. 2-3 Soles. Für die Reise zum Macchu Picchu, die schnell mal zum teuersten Ausflug der Reise wird, empfehlen wir die Anreise mit dem Kleinbus für 50 Soles bis zum Wasserwerk und danach wandert man ziemlich genau 2,5 h nach Aguas Calientes. Die Wanderung macht riesig viel Spaß und insgesamt zahlt man mit dem Bus 13 anstatt 130 Euro für den Zug.

Als erstes haben wir uns um den Flug gekümmert. Hierbei war uns wichtig, dass wir nicht zu lange fliegen und innerhalb von Europa umsteigen. So ging es für 918€ mit Air Europa von Frankfurt über Madrid nach Lima in 18h. Wir haben den Flug so gebucht, dass wir vor der Famulatur noch zehn Tage reisen können.

Sobald der Flug gebucht war, mussten wir uns  um die Reiseschutzimpfungen kümmern. Dabei können wir nach der Famulatur vor allem Thyphus und Tollwut empfehlen. Auf den Straßen laufen sehr viele Hunde herum. Wir haben ein paar Tage gebraucht, bis wir uns daran gewöhnt haben, doch am Ende kamen wir sehr gut zurecht. Wir haben einen erfahrenen Südamerikareisenden getroffen, der uns den Tipp gegeben hat, dass man beim Zusammentreffen mit einem aggressiveren Hund, so tun solle als hebe man einen Stein auf und werfe ihn auch wenn keiner dort ist. Mit diesem Wissen haben wir uns etwas sicherer gefühlt und vielleicht hilft es euch auch.

Als nächstes ging es um die Unterkunft. Wir hatten entweder ein Hotel (Kosten: 20USD pro Nacht) oder eine private Unterkunft (Kosten: ca. 90 Euro pro 4 Wochen) und haben uns für die private Unterkunft bei Jennie entschieden. Hier hatten wir eine tolle Zeit. Wir haben uns ein Zimmer geteilt. Davor war eine kleine Wohnküche, die wir ganz für uns hatten. Lediglich den Kühlschrank teilt man sich mit den zwei anderen FamulantInnen, die im Haus gegenüber wohnten und mit denen man sich auch noch eine Dachterrasse mit traumhaftem Ausblick teilt. Die Küche verfügt über einen Gasherd und einigen Utensilien. Wir haben es geschafft, hier fast jeden Abend zu kochen.

Zur weiteren Vorbereitung gehört auch das Sammeln der Spenden. Dafür benötigt man die unterzeichnete Bestätigung des Vereins, genauso wie für die Bewerbung beim DAAD für den Reisekostenzuschuss. Dieser richtet sich nach dem jeweiligen Land und belief sich bei uns auf 913€. Das Geld wurde bei uns zu Beginn der Famulatur überwiesen. Nach der Famulatur hat man anschließend 8 Wochen Zeit, um einen Famulaturbericht abzugeben. Danach bekommt man die Kaution von 50€ vom ZAD zurück.

Ungefähr drei Monate bevor wir losgeflogen sind, haben wir uns um die Materialspenden gekümmert. Wir sind im September losgeflogen und so haben einige Firmen im Laufe des Jahres schon viel gespendet. Deswegen würden wir empfehlen, sich rechtzeitig darum zu kümmern. Dennoch haben wir genügend Spenden der folgenden Firmen erhalten: OCO Präparate GmbH, Septodont, DÜRR DENTAL, ivoclar vivadent, voco, MaiMed, 3M Espe.

In den letzten Wochen bevor es losging haben wir uns noch für einen Intensivkurs Spanisch an der Uni angemeldet. Das hat super viel Spaß gemacht und hat uns für unsere Reise sehr weitergeholfen, denn in Peru sprechen die Wenigsten Englisch. Grundkenntnisse in Spanisch sind also sehr von Vorteil. Für die Behandlungen braucht man natürlich spezielleres Vokabular. Vielleicht hilft euch dabei unsere kleine Sammlung von Begriffen weiter.

ZAD-FAMULATUR-PERU

Damit waren die Vorbereitungen soweit fertig und es konnte am 21.08.2019 losgehen nach Lima. Wir sind so geflogen, dass wir in Lima am Morgen ankamen und hatten so keine Beschwerden mit der Zeitumstellung.

ZAD-FAMULATUR-PERUIn Lima angekommen haben wir uns auf die Suche nach einer Serpost gemacht. Um in Peru Pakete zu verschicken, braucht man sehr viel Geduld, denn sowohl in der Filiale als auch der Versandt braucht sehr lange. Nach etwa drei Wochen und mehreren Nachforschungen kamen die Pakete mit den Spenden an. Mit leichterem Gepäck machten wir uns direkt an der Pazifikküste entlang auf den Weg nach Paracas. Hier können wir eine Fahrradtour im Naturschutzgebiet empfehlen: Über Ica ging es über Nacht mit der komfortablen Buslinie Cruz del Sur weiter nach Arequipa. Hier befindet man sich nun schon auf 2335m Höhe. So sind die ersten Ausflüge relativ anstrengend. Nach einem Tag hatten wir uns schon sehr gut an die Höhe gewöhnt. Am Tag darauf ging es weiter nach Chivay. Wir wollten unbedingt die dritttiefste Schlucht der Welt sehen. Von Chivay aus haben wir tolle Wanderungen gemacht, doch den schönsten Blick auf den Colca Cañon hat man bei Cabanaconde. Hier befindet man sich nun schon auf über 3000m und wandern klappt dennoch, nur etwas langsamer. Von Chivay aus ging es durch die Anden nach Cusco. Von dort aus fährt man nur noch 1,5h mit dem Taxi nach Urubamba, wo wir sehr herzlich von Jennie in Empfang genommen wurden. Mit der Hilfe der Freiwilligen von Corazones Para Peru, Jennie und unseren Mitfamulantinnen haben wir auch die Höhenkrankheit überstanden. Davor braucht ihr keine Angst zu haben, achtet auf die Symptome und bei schwerer Atemnot oder Symptomen eines Lungenödems solltet ihr sofort ins Krankenhaus. Dabei ist man auch sehr gut versorgt, denn jeder Freiwillige erhält die Kontaktdaten einer deutschen Ärztin aus einer Privatklinik in Cusco. Am Freitag hatten wir die ersten Symptome, aber Montag waren wir wieder fit für unseren ersten Arbeitstag.

Der erste Arbeitstag war sehr aufregend, denn wir haben Brithz kennengelernt, die peruanische Zahnärztin, und einen ersten Einblick in die Organisation erhalten. Wir lernten schnell, dass wir sehr selbstständig arbeiten würden. Nachdem wir uns an der Officina mit allen getroffen haben und uns ein Kleinbus zur Schule gefahren hat und wir dort alle Materialien der letzten Kampagne eingeladen haben, hat uns die Zahnärztin unerwartet verlassen. Wir würden sie erst bei der nächsten Kampagne wiedersehen. Damit haben wir nicht gerechnet, doch wir waren in guten Händen. Wir wurden in den ersten zwei Wochen von einer Ärztin begleitet, die nun auch Zahnmedizin studiert und schon mit dem Projekt vertraut war. So war der Stuhl in Huayoccari schnell aufgebaut und wir haben die ersten Patienten behandelt. Pro Tag haben wir von 9:00 bis 13:00 in der Regel 10-15 Patienten behandelt. Unter den Patienten waren gleich viele Kinder wie Erwachsene. Bei den Erwachsenen haben wir vor allem Wurzelreste gezogen und Kompositfüllungen gelegt, bei Jugendlichen Fissurenversiegerlungen und bei Kindern GIZ-Füllungen. Die Räume werden meistens von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Sie besorgen auch unsere Verbrauchsmaterialien, wie Becher, Tücher oder Wasser. Außerdem gab es häufig etwas Kleines zum Mittagessen und Getränke.

ZAD-FAMULATUR-PERUVon Montag bis Mittwoch war unsere Station also in Huayoccari und danach haben wir wieder alles für eine Kampagne in Yucay abgebaut. Hier waren wir am Donnerstag gemeinsam mit einem Allgemeinmediziner und haben hier von 9:00 bis 14:00 viele Patienten behandelt. Auf kleinstem Raum im Bürgerbüro befanden sich drei Behandlungsplätze: der mobile Behandlungsstuhl mit Druckluft und Turbinen, sowie zwei Gartenstühle. Jeder behandelte für sich. Bei schwierigen Fällen kann man natürlich jederzeit eine Kommilitonin oder auch die Zahnärztin um Rat fragen. Hauptsächlich behandeln die Famulantinnen und nur bei schwierigen Extraktionen assistiert Brithz. Dadurch haben wir im Laufe der Zeit sehr selbstständiges Arbeiten gelernt. Vor allem lernt man zu priorisieren, welche Behandlung am dringendsten gemacht werden muss, denn um alle Patienten behandeln zu können, kann man die wenigsten Patienten ausbehandeln. Uns wurde sogar vorgegeben, pro Patient lediglich eine Füllung zu machen.

Am Ende eines Behandlungstages werden alle Instrumente und Materialien gereinigt und sterilisiert. An diesem Tag mussten wir auch direkt wieder alles einpacken, denn am Tag darauf folgte direkt die nächste Kampagne. Dafür ging es mit einem Pick-up des Vereins drei Stunden durch die Anden vorbei an Avocado-Plantagen. Nach der langen Fahrt waren wir voller Tatendrang und wollten alles aufbauen, doch diese vom Militär organisierte Kampagne hielt ein anderes Programm bereit. Nach einem gemeinsamen Frühstück und einer Militärparade ging es dann endlich los. Das war mit Abstand die größte Kampagne. Gemeinsam mit einem peruanischen Zahnarzt behandelten wir von 11:00 bis 15:00 neunzig Patienten.

In der zweiten Woche behandelten wir wieder in Huayoccari. Am meisten Spaß gemacht hat der Mittwoch, denn an diesem Tag kam ein Kindergarten. Hier waren viele GIZ-Füllungen und Prophylaxe zu machen. Bei komplizierteren Extraktionsfällen haben wir die Kinder gebeten, am nächsten Tag mit ihren Eltern wiederzukommen. So kamen wir am Donnerstag an und wurden bereits von vielen Eltern mit ihren Kindern erwartet. Allgemein kann man sagen, dass die Eltern sehr offen waren und auf unsere Meinung vertraut haben. In manchen Fällen, vor allem wenn Kinder sehr viel Angst hatten, musste man sie auch beten, sich etwas zurückzuhalten, damit man die Kinder beruhigen kann. Es lohnt sich auf jeden Fall sich vorher ein paar Vokabeln zu überlegen, wie man die Behandlungen auf Spanisch und kindergerecht erklärt. Zum Beispiel, dass man den Schlafsaft für den Zahn benötigt. Am Freitag war ein ganz normaler Behandlungstag, der mit dem Abbau der Station endete.

ZAD-FAMULATUR-PERU

Montag bis Freitag haben wir in einem anderen Dorf, Huicho, behandelt. Hier hatten wir vormittags Zeit für Unternehmungen, denn wir haben schnell festgestellt, dass es besser ist, nachmittags zu starten. Zu dieser Zeit kamen die Kinder gerade aus der Schule.

In der letzten Woche haben wir unsere Behandlungsstation in Racchi aufgebaut. Das war das bisher das am weitesten entfernteste Dorf. So musste man für den Weg zur Arbeit mit dem Collectivo immer etwas mehr Zeit einplanen. Mit einem Collectivo zu fahren ist sehr unkompliziert, man stellt sich morgens an die Hauptstraße und zeigt mit einer Handbewegung den vorbeifahrenden Kleinbussen, dass sie anhalten sollen. Zum Aussteigen kann man jederzeit „Bajamos!“ Rufen und zahlt zwischen 1 und 3 Soles für eine Fahrt. In Racchi wurden wir am besten versorgt und man hat beim ganzen Ablauf gemerkt, dass sie schon einmal mit StudentInnen gearbeitet haben. So wussten sie, wie wir alles am besten aufbauen, was wir brauchen und wie viele Patienten pro Gruppe kommen können. So hat es sehr viel Spaß gemacht und die sehr vollen Arbeitstage wurden uns so angenehm wie möglich gemacht mit Obst- und Trinkpausen und leckerem Mittagessen. An einem Tag haben wir beispielsweise zu zweit behandelt und auf der Liste der Patienten standen am Ende 28 Patienten.

Außer bei den Kampagnen mit dem mobilen Stuhl behandelt man noch zwei Mal pro Woche für zwei Stunden in Munaychay und in Huilloc. Zum Kinderdorf Munaychay fährt man am Nachmittag mit dem Bus, mit dem auch die Schulkinder fahren. Hier befindet sich eine moderne Einheit. Vor allem macht man hier Fissurenversigelungen und Milchzahnextraktionen. Der Zustand der Wechselgebisse ist sehr gut, da regelmäßig FamulantInnen zur Kontrolluntersuchung kommen. In Huilloc (Gesundheitsstation auf über 4000 Höhenmeter) werden komplizierte Fälle eingeplant und solche, für die man ein Röntgengerät benötigt. So werden hier hauptsächlich Endos und komplizierte Extraktionen gemacht.

Nach sechs Wochen in Peru ging es mit großen Rücksäcken voller Mitbringsel und Köpfen voller Erinnerungen zurück nach Deutschland. Wir hätten uns gewünscht, dass Brithz öfters mit uns behandelt hätte und man sie immer fragen könnte. Dennoch haben wir sehr viele Erfahrung gesammelt, vor allem wie man alleine behandelt und auch mit wenigen Sachen auskommt.